EUMETNET bleibt wichtige Kooperationsplattform für MeteoSchweiz

2. März 2018, 4 Kommentare

Der Bundesrat hat an der heutigen Sitzung dem EUMETNET-Abkommen für weitere zehn Jahre zugestimmt. Damit wird MeteoSchweiz auch künftig in der Interessenvereinigung mitwirken. EUMETNET ist eine Vereinigung aus 31 europäischen Nationalwetterdiensten und eine wichtige Kooperationsplattform im Bereich der Wetterbeobachtung und -prognose.

Gruppenbild 18. EUMETNET Assembly 2017 in Luzern mit MeteoSchweiz Direktor Peter Binder und weiteren MeteoSchweiz Vertretern
Gruppenbild 18. EUMETNET Assembly 2017 in Luzern mit MeteoSchweiz Direktor Peter Binder und weiteren MeteoSchweiz Vertretern

Innovationen dank MeteoSchweiz

MeteoSchweiz ist überzeugt, dass die grenzüberschreitende Zusammenarbeit innerhalb des  European Meteorological Networks (EUMETNET) Beispielcharakter hat. Dementsprechend sind wir ein engagierter Partner innerhalb des Netzwerkes und leisten einen wichtigen Beitrag zu dessen Weiterentwicklung. Mit Direktor Peter Binder als aktuellen Vize-Präsidenten, nimmt MeteoSchweiz in der EUMETNET-Führungsstruktur eine aktive Rolle ein. Auch auf Programmebene zeigt sich
MeteoSchweiz initiativ und innovativ: Beispielsweise mit der Leitung eines Programms, in dem unterschiedliche Fernerkundungsmethoden zur Bestimmung der Vertikalprofile von Wind, Aerosolen und Wolken betrieben und verbessert werden. 2018 startet zudem auf Initiative von MeteoSchweiz ein wegweisendes Programm zur automatischen Pollenmessung und -prognose. MeteoSchweiz leistet mit dieser Zusammenarbeit einen wichtigen Beitrag an die Etablierung und Harmonisierung dieser neuartigen Pollenmessung.

Einfachere Zusammenarbeit unter Wetterdiensten

Die Erneuerung und Anpassung des EUMETNET-Abkommens führt zu flexibleren Rahmenbedingungen für die Zusammenarbeit zwischen den Wetterdiensten. Ebenfalls erleichtert wird die Durchführung von Projekten mit Dritten, d.h. mit Institutionen, die nicht direkt Mitglied des Netzwerks sind. Mit diesen Anpassungen wird EUMETNET fit gemacht für eine Zukunft, in welcher der wissenschaftliche und technologische Fortschritt auch in den Bereichen Meteorologie und Klimatologie rasant an Fahrt gewinnt.

EUMETNET optimiert das Beobachtungsnetz

Unter dem Namen EUMETNET kooperieren seit 1996 mittlerweile 31 europäische, nationale Wetterdienste, darunter auch MeteoSchweiz. Die Hauptaufgabe von EUMETNET besteht in der Optimierung des meteorologischen Beobachtungsnetzes für die Monitoring- und Prognosetätigkeiten seiner Mitglieder. Dies geschieht in EUMETNET weniger aus einer nationalen, als vielmehr aus einer übergeordneten, ganzheitlichen Sicht – so ist z.B. eine Beobachtung über dem Westatlantik für eine Drei- oder Fünftagesprognose viel entscheidender als eine Beobachtung innerhalb der eigenen Landesgrenzen. Dafür legen die EUMETNET Mitglieder finanzielle Ressourcen zusammen und nutzen Synergien. Diese Zusammenarbeit wird aktuell in rund 20 sog. Programmen umgesetzt. Darunter ist ein Programm zur Durchführung von Radiosondierungen über dem Nordatlantik, einer Aktivität zum Zusammenführen und zur Verarbeitung von Daten nationaler Wetterradare, die Errichtung einer gemeinsamen Wetterwarnplattform für den gesamten europäischen Raum oder die Erhebung von qualitativ hochwertigen Wetterdaten von kommerziellen Flugzeugen.

Weiterführende Informationen

Was ist EUMETNET?

Website EUMETNET

Kommentare (4)

  1. Willi Wills Wissen, 15.03.2018, 17:28

    Hallo werden bei dieser Zusammenarbeit auch Forschungen zum Nutzen von Geoingeneering betrieben?

    1. MeteoSchweiz, 16.03.2018, 17:39

      Die Kurzantwort lautet Nein. Innerhalb EUMETNET wird nicht an Geoengineering gearbeitet, ebenso wenig wie an den (meisten) nationalen Wetterdiensten. In EUMETNET werden wichtige Beobachtungen erhoben, die ein einzelner nationaler Wetterdienst kaum alleine stemmen könnte. Dies sind vor allem Wetterstationen auf Schiffen und Boien, die wertwolle Messungen über dem datenarmen Nordatlantik liefern. Für uns Wetterdienste verbessern diese Beobachtungen messbar die Mittelfristprognosen für zirka den Zeitraum zwei drei bis fünf sechs Tage, d.h.

      Gibt es hier einen Link zum Geoengineering? Diese Frage kann man durchaus mit Ja beantworten. Nehmen wir zum Beispiel das stratosphärische Aerosol, von dem man weiss, dass es die Sonnenstrahlung abschwächt, die die Erde erreicht (global dimming). Es gibt Ideen, dass man die Stratosphäre mit Aerosolen impft, um die globale Erwärmung zu bremsen. Dies wird auch Climate Engineering genannt. Um herauszufinden, wie dies möglichst effizient gemacht werden könnte, bedient man sich der Wettermodelle. Diese sind umso besser, je besser -- und je besser verteilt -- die Wetterbeobachtungen sind, mit denen die Modelle gefüttert werden, insbesondere auch die Beobachtungen über dem Nordatlantik.

  2. jenni, 03.03.2018, 17:44

    👍 klasse das freut mich

    1. Linkk Ernst, 04.03.2018, 15:24

      Wetterbericht sehr gut