2018 global das viertwärmste Jahr

21. Februar 2019, 22 Kommentare
Themen: Klima

Das Jahr 2018 gilt global als das viertwärmste Jahr seit Messbeginn 1850. Es war um 0.6 °C wärmer als der Durchschnitt über die Normperiode 1961-1990. Dies geht aus einem Bericht der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) hervor.

Im Vergleich zum frühindustriellen Referenzwert (Mittel über Periode 1850-1900) ist das Jahr 2018 global etwa 1 °C wärmer. Damit erreicht es den vierten Rang hinter 2016, 2015 und 2017 – aber vor dem fünftplatzierten Jahr 2014. Dies geht aus einer Analyse der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) hervor, bei der fünf verschiedene Datensätze der globalen Temperatur miteinander verglichen wurden (https://public.wmo.int/en/media/press-release/wmo-confirms-past-4-years-were-warmest-record). Keines der 20 wärmsten Jahre ist länger als 22 Jahre her. Die WMO spricht deshalb von einem „klaren Zeichen für den anhaltenden langfristigen Klimawandel“.

Die Jahrestemperatur der Schweiz erwärmte sich seit 1864 etwa doppelt so stark wie im globalen Mittel. Hierzulande war 2018 sogar das wärmste Jahr seit Messbeginn. Das Jahr 2018 lag im Durchschnitt 2.3 °C über der Normperiode 1961-1990. Auch andere Regionen der Welt erlebten im vergangenen Jahr klimatisch aussergewöhnliche Ereignisse. So beschäftigte die sommerliche Hitze 2018, welche auch die Schweiz erfasste, praktisch ganz Mitteleuropa. Grossbritannien erlebte das sonnigste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen. Kalifornien erlebte die zerstörerischsten Waldbrände seiner Geschichte. Extreme Niederschläge, z.T. mit neuen nationalen Rekorden, ereigneten sich 2018 auf Hawaii, Brasilien, Iran, Marokko, Tunesien und Nigeria. Aussergewöhnliche Schneefälle verzeichneten Teile Russlands und Polen, und sogar Algerien während einer Kältewelle im Atlasgebirge. In Indien und Indonesien, sowie in Westafrika, kam es 2018 zu grossen Überschwemmungen. Die Hurrikansaison brachte in manchen amerikanischen Bundesstaaten neue Niederschlagsrekorde.

Im Zuge dieser Veränderungen gingen auch im Jahr 2018 die Gletscher in Grönland und das Meereis in der Arktis und Antarktis weiter zurück. Die Kohlendioxid-Konzentration blieb während des ganzen Jahres – also auch im Nordsommer, wenn die Vegetation am meisten Kohlendioxid aus der Atmosphäre zieht – über 400 ppm und steigt weiter an.

Kommentare (22)

  1. Sepp, 01.03.2019, 09:41

    Gedanken eines Laien. 1951 betrug die Weltbevölkerung 2.5 Mia Menschen - 2019 über 7.5 Mia. Kann man diese Daten einfach so vergleichen? Wieviel Erwärmung verursachen 5 Mia mehr Bevölkerung - auch ohne die nötige Infrastruktur?

  2. Hans, 27.02.2019, 09:49

    Liebe leute,

    Alle sprechen immer vom klimawandel, vom co 2 und fossilen brennstoffen.
    Nun mag das alles sicher irgendwo seine berechtigung haben. Aber niemand spricht davon wieviel energie wir aufwenden um plastik herzustellen oder wie wir rohstoffe gewinnen um unsere elektronik herstellen zu können. Seltene erden und co. Oder wieviel energie aufgewendet werden muss um ein neues auto herzustellen.
    Niemand hinterfragt ob es sinnvoll ist immer mehr mit lkw's zu transportierenn anstelle der per eisenbahn.
    Wenn wir unsere umwelt schützen, wiso nur beim autofahren? Nicht aber beim einkaufen, heizen, reisen mit Flugzeug und Schiff oder bauen mit kunststoffen? Alles das sind probleme die nie wirklich erwähnt werden. Wie entsorgen wir autos, elektroschrott baustoffe plastik ect? Mit der freigesetzten menge giftstoffe bei der entsorgung all dieser stoffe so wie der grwinnung derselben stoffe, können wir mindestens noch 100 jahre autofahren!

  3. Michel, 24.02.2019, 22:51

    Warum illustriert Meteoschweiz (und viele Medien) den Klimawandel mit rauchenden, Dreckluft ausstossenden Kaminen, wenn doch CO2 ein UNSICHTBARES Gas ist?

    1. MeteoSchweiz, 26.02.2019, 10:10

      Bei der Verbrennung von fossilen Brennstoffen wie Kohle oder Erdölderivate (Hauptursache für den menschlichen Beitrag am Klimawandel) wird auch Russ an die Atmosphäre abgegeben. Russpartikel haben eine dunkle Farbe.

  4. mw schu, 23.02.2019, 12:39

    Mir kommt die ganze Klimadiskussion derjenigen, welche den Klimawandel nicht wahrhaben wollen, vor wie bei einem Kettenraucher, welcher vom Arzt die Diagnose "Lungenkrebs" erhält, es aber partout nicht mit dem Rauchen in Verbindung bringen möchte.

    Kommt hinzu, dass für diese Leute schon alleine Temperaturen unter 10°C (wie im Winter) Beweis genug sind, die ganze Klimadebatte in den Wind zu schlagen. Den es wird ja auch wieder kälter - was machen da +2°C???

    Nun vielleicht wäre es didaktisch geschickter von einer Klimadestabilisierung zu sprechen, welche für die Erde etwa den gleichen Ausgang hätte wie für die Venus heute schon Realität (+450°C), wenn wir so weiter machen: Eis schmilzt, Wasser erwärmt sich und verdampft - alles Dinge, welche man im Anfängerkurs Naturwissenschaften in der Sek I lernt.

    Wie lange wollen wir diesen Vorgang "in den Wind schlagen"? Bis unsere Erde wie die Venus aussieht? Bitte: Das können wir bereits in weniger als 1'000 Jahren haben!

  5. Urs, 23.02.2019, 09:30

    Frage an Meteo-Schweiz: Für die Trends werden immer wieder alte Daten zu Hilfe genommen und mit aktuellen Daten verglichen. Mich würde interessieren, wie zuverlässig die alte Datenlage ist. Wie wurde z.B. vor 150 Jahren gemessen? Wie wurden die Daten aufgezeichnet und wie dokumentiert? Ist es sinnvoll diese Daten zu verwenden, um daraus Schlüsse zu ziehen? Ich zweifle gar nicht am Klimawandel, ich möchte aber sicher sein, dass die Trends und Prognosen auf einer glaubwürdigen und korrekten Datenbasis beruhen.

    1. MeteoSchweiz, 25.02.2019, 10:53

      Die Vergleichbarkeit von historischen mit aktuellen Messungen ist das zentrale Thema in der Klimatologie. MeteoSchweiz verfügt dazu über Spezialisten, die auch im internationalen wissenschaftlichen Austausch diesen Aspekt umfassend bearbeiten. Systematische Veränderungen durch neue Standorte, neue Messgeräte und Veränderungen in der Umgebung sind die wesentlichen Punkte, welche bei der historischen Bearbeitung zu beachten sind. Nur wenn der Einfluss solcher Veränderungen aus den Datenreihen entfernt wird, lassen sich Aussagen zur vergangenen, langjährigen Klimaentwicklung machen. Dies wird mittels Homogenisierung der Daten erreicht. Die Homogenisierung von Messreihen ist eine Kernaufgabe der MeteoSchweiz.
      Auf der Internetseite der MeteoSchweiz ist mehr dazu zu erfahren:

      Übersicht:
      http://www.meteoschweiz.admin.ch/home/klima/schweizer-klima-im-detail/homogene-messreihen-ab-1864/homogenisierung-von-klima-messreihen.html


      Kurzer Bericht "Originale und homogene Reihen im Vergleich":
      http://www.meteoschweiz.admin.ch/content/dam/meteoswiss/de/klima/klima-im-detail/doc/klima-vergleich-original-homogen.pdf


      Spezifischer Bericht zur Methodik:
      http://www.meteoschweiz.admin.ch/home/klima/schweizer-klima-im-detail/homogene-messreihen-ab-1864/homogenisierung-von-klima-messreihen.subpage.html/de/data/publications/2003/12/homogenisierung-von-klimamessreihen-der-schweiz-und-bestimmung-d.html

  6. Ramon Gfeller, 22.02.2019, 09:54

    In einer ausgewogenen Diskussion um Rekordwarme Jahre sollte auch erwähnt werden, dass die momentane Temperaturentwicklung an der unteren Grenze dessen liegt, was die Modelle (CMIP5) vorhergesagt haben. Es sind nicht etwa die "schlimmsten" Prognosen eingetreten, im Gegenteil. Die letzten vier sehr warmen Jahre sind zu einem erheblichen Teil dem El-Nino 2016 geschuldet.

    Eine interessante Diskussion dazu findet sich auf dem Blog einer ehemaligen Professorin der Universität Berkeley (noch vor dem El-Nino 2016):

    https://judithcurry.com/2015/12/17/climate-models-versus-climate-reality/

    1. Mark, 22.02.2019, 16:24

      Judith Curry verbreitet in ihrem Blog regelmässig Thesen, welche von der Wissenschaft nicht gestützt werden. So kann auch die Behauptung der Überschätzung durch IPCC nicht wirklich bestätigt werden.

      siehe auch https://www.skepticalscience.com/Judith_Curry_arg.htm

    2. Andy Burian, 14.04.2019, 08:26

      Endlich jemand der die wahren Ursachen erkennt.

      Hinzu kommt noch die extreme Sonnenaktivität.

      Wie Arrogant kann der Mensch nur sein, zu glauben: ICH DER MENSCH HABE DIE MACHT DAS KLIMA BEEINFLUSSEN ZU KÖNNEN!!!!

      Wie kann man nur so arrogant, so anmassend sein.

      Das bisschen CO2, echt lächerlich.

      Die Erde hat schon ganz anderes erleben müssen.

      Liebe Grüße von Andy Burian aus Langenbruck.

      Ich verstecke mich nicht mit meiner Meinung.

  7. S. Cepticus, 22.02.2019, 08:09

    Ich denke, die Klimaerwärmung / -Veränderung lässt sich anhand der Daten schlicht und einfach nicht von der Hand weisen. Ob dies nur negativ zu werten ist oder ob dies auch positive Aspekte haben kann, ist eine andere Diskussion. Auch ob wir uns mit den sich verändernden Klimabedingungen arrangieren können, wird sich erst noch zeigen müssen. Für die Natur ist es "kein Problem", die findet ihr neues (dynamisches) Gleichgewicht früher oder später wieder, wie sie es auch in der Vergangenheit nach nicht durch den Menschen verursachten massiven Einflussereignissen getan hat. Daher mache ich mir um den Planeten an sich keine Sorgen. Was mich dann viel mehr besorgt, ist die Tatsache, dass 20 der wärmsten je gemessenen Jahre in den letzten 22 Jahren stattgefunden haben. Wenn das so weiter geht, werden wir (die Menschen) unsere liebe Mühe haben, mit den notwendigen Anpassungen Schritt zu halten. Nur schon deshalb, da bereits heute die Bereitschaft für Anpassungen in unserem täglichen Leben kaum gegeben ist und viele den Ernst der Situation zu verkennen scheinen. Klar, als Einzelperson ist man bisher kaum von den Veränderungen betroffen und die durchwegs schönen und warmen Sommer werden von vielen gerne genossen (zugegeben auch von mir). Solange wir noch genügend Wasser haben, ist alles in Butter...wenn dann aber die Trockenheit vom letzten Jahr in kürzerer Frist wiederkehrt, ja dann gute Nacht. Je nach Region "kämpfen" die Landwirte heute noch mit den Folgen des trockenen Sommers 2018 (Raufuttermangel). Und manch einer würde staunen, wie lange die Trockenheit in den (landwirtschaftlichen) Böden nachgewirkt hat. Auch Monate nach dem Sommer waren die Böden ab einer gewissen Tiefe staubtrocken, die Niederschlagssumme reichte schlicht nicht aus, um eine Wassersättigung bis in die tieferen Schichten zu erreichen. Das bedeutet dann auch, dass die Quellfassungen teils noch heute deutlich weniger Nachschub liefern als gewohnt. Aber all das scheint alles zu wenig dramatisch zu sein, um endlich die konkreten Gedanken in Tatsachen umzuwandeln. Lieber diskutieren wir noch ein paar Jährchen weiter, debattieren unnötig ob der Klimawandel tatsächlich menschgemacht ist oder nicht und verlieren ob der ganzen Auseinandersetzung den Blick auf das Wesentliche. Wir müssen uns bewegen und endlich Lösungen anpacken!

    1. Kelvin, 22.02.2019, 12:12

      Die Trockenheit von April bis November 2018 erreichte mit 69 Prozent der Norm "nur" Rang 3. Noch trockener waren 1921 mit 68 Prozent und vor allem 1962 mit nur 60 Prozent. All dies bei deutlich tieferen CO2-Werten.

    2. Bill, 22.02.2019, 18:20

      Und es hat nach wie vor, weit und breit, niemand behauptet das die Sommertrockenheit mit den CO2-Werten in Verbindung zu bringen ist...

    3. Zihlmann, 28.02.2019, 16:51

      Danke für diesen interessanten Kommentar. Letztes Jahr im Park abends einen Igel beobachtet. Wie sollen die Kleinsäuger und Vögel bei einem Hitzesommer wie 2018 zu Wasser gelangen?
      Kein Regen = keine Wasserlachen = keine Insekten = weder Futter noch Wasser!!
      Die sind einfach alle tot, so einfach ist das.

  8. Joe, 22.02.2019, 06:23

    Aber das heisst auch, dass es weniger warm war als 2015, 2016 und 2017? Richtig?

    1. S. Cepticus, 22.02.2019, 07:36

      Ja, das ist wohl so richtig (2. Satz im Blog). Und was möchten Sie damit antönen? Dass möglicherweise eine Trendwende ansteht?

    2. Lars, 22.02.2019, 12:15

      @ Scepticus
      Genau das ist wahrscheinlich der Fall. Sonst würden wir wahrscheinlich jedes Jahr toppen.

    3. Bill, 22.02.2019, 18:16

      Ja genau... seit das Jahr 2005 weniger warm war als 2002, 2003 und 2004 ist es ja immer kühler geworden bei uns... nicht wahr..?

  9. Céline, 21.02.2019, 19:46

    Und immer noch gibt es solche Unverbesserliche, die den Klimawandel leugnen... oder mit der Aussage kommen "Klimawandel gab es schon immer". Richtig, aber im Wechsel von 10'000 Jahren. Nicht in 150...

    1. Bärnu, 22.02.2019, 16:10

      Ja, leider. Eigentlich nach dem ganz einfachen "aktion - reaktion" Prinzip ist es ja logisch dass sich auf der Erde und beim Klima was ändert durch das menschliche wirken.

    2. Altherr, 24.02.2019, 11:26

      genau es ist nicht der Wandel das Problem sondern die Gescwindigkeit mit dem er vonstatten geht. Und auch die Extreme haben merklich zugenommen. Und wundern tut mich das schon lange nicht mehr. ((Kommentar wurde teilweise gelöscht wegen Verstoss gegen die Netiquette)).

    3. Hans Wiesendanger, 24.02.2019, 18:02

      Ich pflichte Ihnen bei. Was man nicht wahrhaben will, soll halt einfach nicht sein. Natürlich darf und kann man über das Thema diskutieren. Aber es gibt eben Leute, welche mit ein paar wenigen, aus dem Zusammenhang herausgerissenen Daten alles zu negieren vermögen.