Sehr sonniger Februar – zweitwärmster Winter im Süden

27. Februar 2019, 8 Kommentare
Themen: Klima

In hohen Berglagen und auf der Alpensüdseite registrierte die Schweiz den zweit- bis fünftmildesten Februarmonat seit Messbeginn. Auf dem Jungfraujoch stieg die Monatstemperatur 5 Grad, im südlichen Tessin bis 2.5 Grad über die Norm 1981‒2010. Das landesweite Mittel lag 3.0 Grad über der Norm, womit der Februar 2019 schweizweit zu den zehn mildesten seit Messbeginn gehört. Viel Sonnenschein ab dem zweiten Monatsdrittel bescherte der Schweiz ideale Wintersport-Bedingungen. Die Alpensüdseite registrierte regional den zweitmildesten Winter seit Messbeginn 1864. In Lugano stieg die Wintertemperatur 1.6 Grad, in Locarno-Monti 1.9 Grad über die Norm 1981‒2010. In den anderen Gebieten der Schweiz gehörte der Winter meist nicht zu den zehn mildesten seit Messbeginn.

Im Aufstieg zum Firzstock GL (Mitte) am 14. Februar 2019. Im Hintergrund rechts schaut der Mürtschenstock ins Bild. Foto: Daniel Gerstgrasser
Im Aufstieg zum Firzstock GL (Mitte) am 14. Februar 2019. Im Hintergrund rechts schaut der Mürtschenstock ins Bild. Foto: Daniel Gerstgrasser

Regional extrem milder Februar

Die Februartemperatur stieg an Messstandorten in den Alpen, auf den Jurahöhen und auf der Alpensüdseite auf den zweit- bis fünftmildesten Wert seit Messbeginn. Auf der Grimsel könnte sogar der Rekordwert von 1998 egalisiert werden (Stand 26.2.2019).

Vergrösserte Ansicht: Tabelle 1: Sehr hohe Februartemperaturen in den Alpen, auf den Jurahöhen und in den Tieflagen der Alpensüdseite an Messstandorten mit langen Messreihen.
Tabelle 1: Sehr hohe Februartemperaturen in den Alpen, auf den Jurahöhen und in den Tieflagen der Alpensüdseite an Messstandorten mit langen Messreihen.

Auf der Alpennordseite unterhalb von 1000 m stieg die Februartemperatur 2.2 Grad über die Norm 1981‒2010. Mit Rang 21 in der 156-jährigen Messreihe gehört hier die aktuelle Februarwärme nicht zu den speziell milden Ereignissen. Herausragender Rekordhalter auf der Alpennordseite unterhalb von 1000 m ist der Februar 1990 mit  4.8 Grad über der Norm.

Schnee zum Monatsbeginn

Die ersten drei Februartage waren tiefdruckbestimmt. Eine Südwestströmung brachte auf der Alpensüdseite zum Monatswechsel in den Niederungen eine Neuschneedecke von 10 bis 30 cm, in den Bergen bis 60 cm. In der Westschweiz gab in den Niederungen bis 15 cm, oberhalb von 700 m bis 30 cm Neuschnee. Am Alpennordhang blies ein kräftiger Föhn mit Windspitzen bis 115 km/h. Vom 1. auf den 2. Februar fielen in den Ostalpen 50 bis 70 cm Neuschnee.

Wechselhaft und wärmer

Nach einer Hochdruckperiode vom 4. bis zum 6. Februar mit Hochnebel über der Alpennordseite stellte sich vom 7. bis am 10. Februar eine lebhafte, zum Teil stürmische West- bis Südwestströmung ein. Die Schneefallgrenze stieg auf 1300 bis 1400 m und die Tageshöchstwerte erreichten beidseits der Alpen 10 Grad. Am 11. floss aus Norden feuchte Polarluft zu den Alpen und die Schneefallgrenze sank im Norden wieder bis hinunter auf 500 m. Auf der Alpensüdseite war es derweil mit starkem Nordföhn meist sonnig.

Prachtswetter bringt Sonnenscheinrekord

Vom 12. bis am 27. Februar herrschte über Mitteleuropa anhaltender Hochdruck mit sehr tiefer Luftfeuchtigkeit. In der trockenen Luft vermochte sich über den Tieflagen kaum Nebel zu bilden. So registrierte die Schweiz während mehr als zwei Wochen bei oft wolkenlosem Himmel praktisch uneingeschränkten Sonnenschein. Einzig am 22. lag die Ostschweiz am Rand eines Wolkenbandes, welches  sich von Nordwest- nach Südosteuropa erstreckte.

Dank anhaltendem Prachtswetter bewegte sich die Februar-Sonnenscheindauer regional auf Rekordkurs. Basel registrierte mit rund 165 Sonnenstunden den sonnigsten Februar seit Messbeginn 1886. Auch in Genf war es mit über 160 Sonnenstunden der sonnigste Februar seit Messbeginn 1897. An den Messstandorten Bern und Zürich mit ebenfalls sehr langen Messreihen der Sonnenscheindauer wird der Februar 2019 vermutlich zu den fünf sonnigsten seit Messbeginn gehören. Messbeginn war in Bern 1887, in Zürich 1884.

Beste Wintersport-Bedingungen

Neben dem vielen Sonnenschein legte sich mit dem Hochdruck auch eine anhaltende Wärme über die Schweiz. In den Bergen stieg die Tagesmitteltemperatur teilweise mehr als 10 Grad über die Norm 1981‒2010. Zudem lagen in weiten Gebieten der Schweizer Alpen durchschnittliche oder überdurchschnittliche Schneemengen (Quelle: WSL-Institut für Schnee und Lawinenforschung SLF, Davos). Derart prächtige Wintersport-Verhältnisse sind nicht mehr zu überbieten.

Frühsommer auf der Alpendsüdseite

Auf der Alpensüdseite fegte am 22. Februar ein starker bis stürmischer Nordföhn durch die Täler. Zusammen mit der Sonneneinstrahlung brachte er in den Tieflagen frühsommerliche Temperaturverhältnisse mit Tageshöchstwerten um 23 Grad.

Am Messstandort  Magadino-Cadenazzo erreichte der Höchstwert 22.9 Grad. In der über 65-jährigen Messreihe lieferte nur der Februar 2012 mit 23.0 Grad ein unbedeutend höheres Februar-Tagesmaximum. In der 156-jährigen Messreihe von Lugano liegt das aktuelle Februar-Tagesmaximum von 23.0 Grad auf Rang 4. Die höheren Februar-Tagesmaxima lagen vor 1950. Der Rekord von 24.4 Grad stammt vom Februar 1928.

Am 26. Februar gab es an drei Messstandorten neue Februarrekorde bei den Tageshöchstwerten: Cimetta 15.9 Grad (bisheriger Rekord 15.5 Grad, 2012 ), La Dôle 14.1 Grad (bisheriger Rekord 11.8 Grad, 1998) und Zermatt 13.7 Grad (bisheriger Rekord 13.0 Grad, 1960). Piotta egalisierte mit 17.3 Grad den bisherigen Rekord von 2012. Bereits am 15. Februar stieg der Tageshöchstwert auf dem Chasseral auf den neuen Februarrekord von 13.5 Grad (bisheriger Rekord 12.3 Grad, 2007). Diese Messreihen reichen maximal 50 Jahre, zurück, bei Zermatt sind es 60 Jahre.

Die Haselsträucher blühten auf der Alpennordseite zu einem normalen Zeitpunkt

Auf der Alpensüdseite blühten die Haseln schon seit dem Januar. Ab Mitte Februar wurden sie auch in Höhenlagen zwischen 800 und 1000 m beobachtet, rund 18 Tage früher als im Mittel der Periode 1981-2010. Auf der Alpennordseite konnte die allgemeine Blüte der Hasel ab dem 10. Februar beobachtet werden. Vermehrt wurde sie ab dem 14. Februar gemeldet, nur kurz nachdem sich die anhaltende Hochdrucklage mit viel Sonnenschein einrichtete. An der Mehrheit der Stationen ist ein Blühdatum um Mitte Februar normal. Da jedoch die Blüte der Hasel von Jahr zu Jahr sehr stark variiert, umfasst die Klasse „normal“ einen recht grossen Zeitraum. Im Durchschnitt der bisher gemeldeten Stationen lagen die Beobachtungen 5 Tage vor dem mittleren Termin. Ganz vereinzelt wurde blühender Huflattich beobachtet, vermutlich an warmen, sonnigen Standorten; denn der mittlere Blühtermin des Huflattichs findet in Höhenlagen unterhalb von 500 m erst Mitte März statt.

 

Der definitive Bericht zum Februar 2019 ist ab dem 11. März 2019 in der Rubrik Klimaberichte verfügbar.

 

Zweitwärmster Winter im Süden

Die Alpensüdseite registrierte in den Tieflagen den zweitmildesten Winter seit Messbeginn 1864. In Lugano stieg die Wintertemperatur 1.6 Grad, in Locarno-Monti 1.9 Grad über die Norm 1981‒2010. In den anderen Gebieten der Schweiz gehörte der Winter meist nicht zu den zehn mildesten seit Messbeginn. Auf dem Säntis lag die Wintertemperatur im Bereich der Norm. Viel Niederschlag im Dezember und Januar sorgte in den Bergen verbreitet für reichlich Schnee und ein überaus sonniger Februar für ideale Wintersportverhältnisse.

Extrem milder Winter im Süden

Auf der Alpensüdseite waren vor allem der Januar und der Februar massiv milder als die Norm, was schliesslich zum zweitwärmsten Winter seit Messbeginn führte. Einen wesentlichen Beitrag zur grosser Winterwärme auf der Alpensüdseite leistete der häufige Nordföhn. Im landesweiten Mittel bewegte sich die Wintertemperatur knapp 1 Grad über der Norm 1981–2010. In der Nordschweiz unterhalb von 1000 m lag die Wintertemperatur 1.3 Grad, in den Berglagen über 1000 m hingegen nur 0.4 Grad über die Norm.

Anhaltend mild im Süden

Der Dezember übertraf die Norm landesweit um 1.6 Grad. Ausgesprochen mild mit 2 Grad und mehr über der Norm zeigte sich der Dezember nördlich der Alpen. Im Engadin lagen die Werte im Bereich der Norm. Der Januar blieb schweizweit gemittelt 1.7 Grad unter der Norm 1981‒2010. In Berglagen der Alpennordseite war es mit 2.0 bis 4.0 Grad unter der Norm der kälteste Januar seit mehr als 30 Jahren. Die Alpensüdseite hingegen registrierte regional einen der mildesten Januarmonate seit Messbeginn. Der Februar war in den Tieflagen der Alpensüdseite mit 1.9 bis 2.5 Grad über der Norm der viert- oder fünftmildeste, in den Alpen und auf den Jurahöhen regional mit 3.5 bis 5 Grad über der Norm der zweit- oder drittmildeste seit Messbeginn 1864. Auf der Alpennordseite unterhalb von 1000 m stieg die Februartemperatur zwar auch 2.2 Grad über die Norm 1981‒2010. Dennoch gehört hier die Februarwärme 2019 nicht zu den speziell milden Ereignissen.

Reichlich Niederschlag im Dezember und Januar

Auf der Alpennordseite und in den Alpen lieferte der Winter verbreitet überdurchschnittliche Niederschlagsmengen. Die grössten Überschüsse verzeichneten die Ostalpen mit 170 bis 200 Prozent der Norm 1981–2010. Ausgesprochen niederschlagsarm blieb der Winter auf der Alpensüdseite. In einigen Gebieten fielen nur 30 bis 40 Prozent der Norm.

Nach monatelanger weitgehender Abwesenheit meldeten sich im Dezember 2018 die niederschlagsbringenden Westwinde zurück. Auf der Alpennordseite und in den Alpen erreichten die Niederschlagssummen verbreitet 150 bis über 200 Prozent der Norm 1981‒2010. In den Ostalpen waren es regional 250 bis 290 Prozent der Norm. Auf der Alpensüdseite blieb der Dezember regional extrem niederschlagsarm mit Werten von Werte meist nur 20 und 50 Prozent der Norm 1981‒2010.

Der Januar 2019 zeichnete sich durch extreme Niederschlagunterschiede aus. Die Alpensüdseite mit häufigem Nordföhn und Schönwetter registrierte erneut ein ausgeprägtes Niederschlagsdefizit. Die Mengen erreichten verbreitet nur 20 bis 50 Prozent, gebietsweise auch weniger als 10 Prozent der Norm 1981‒2010. Im Wallis und in der Westschweiz fielen verbreitet 60 bis 90 Prozent der Norm. Niederschlagsreich war der Januar hingegen in den zentralen östlichen Alpen als Folge häufiger Nordströmungen. Die Niederschlagsmengen stiegen auf 140 bis 230 Prozent der Norm 1981‒2010. Davos erhielt 280 Prozent der Norm. In den Ostalpen war es vielerorts einer der zehn niederschlagsreichsten Januarmonate seit Messbeginn.

Der Februar brachte mit anhaltenden Schönwetter verbreitet unterdurchschnittliche Niederschlagsmengen. Auf der Alpennordseite und in den Alpen waren es meist 50 bis 80 Prozent der Norm 1981‒2010. Die Alpensüdseite erhielt 70 bis 100 Prozent, lokal auch 150 bis 200 Prozent der Norm.

Sonniger Winter

Im Winter 2018/2019 erreichte die Sonnenscheindauer in allen Gebieten der Schweiz normale oder überdurchschnittliche Werte. Die Alpensüdseite und die Gebiete nördlich der Alpen registrierten meist 120 bis 140 Prozent der Norm 1981‒2010. In den Alpen waren es verbreitet 100 bis 110 Prozent der Norm.

Die Sonnenscheindauer bewegte sich im Dezember auf der Alpensüdseite zwischen 105 und 120 Prozent. Lokal stieg sie bis auf 150 Prozent der Norm. In den übrigen Gebieten der Schweiz lag die Sonnenscheindauer verbreitet zwischen 70 und 90 Prozent der Norm.

Reichlich Sonnenschein erhielt die Alpensüdseite erneut im Januar mit Werten zwischen 110 und 125 Prozent, im Südtessin um 140 Prozent der Norm 1981‒2010. Deutlich überdurchschnittlich sonnig zeigte sich der Januar auch im westlichen Mittelland mit 140 bis 170 Prozent der Norm. Die übrigen Gebiete registrierten im Januar eine Sonnenscheindauer zwischen 75 und 120 Prozent der Norm 1981‒2010.

In der ganzen Schweiz viel Sonnenschein lieferte der Februar mit anhaltendem Schönwetter in der zweiten Monatshälfte. Auf der Alpensüdseite, im Wallis und in Graubünden lagen die Werte zwischen 110 und 130 Prozent der Norm 1981‒2010. Die übrigen Gebiete erhielten verbreitet 130 bis 160, regional auch 170 bis 180 Prozent der Norm. In Basel und in Genf war es der sonnigste Februar seit Messbeginn vor über 100 Jahren.

Der definitive Bericht zum Winter 2018/2019 ist ab dem 11. März 2019 in der Rubrik Monats- und Jahresrückblick verfügbar.

Weiterführende Informationen

Klimabulletin Dezember 2018

Klimabulletin Januar 2018

 

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Kommentare (8)

  1. Jakob Frauchiger, 10.03.2019, 07:26

    Bitte erklären Sie interdisziplinär die Steuerung der Pflanzen.
    Welche Messdaten nutzen die Pflanzen?

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    1. MeteoSchweiz, 11.03.2019, 09:44

      Die Reaktion der Pflanzen auf den Verlauf der Witterung und des Klimas wird als "Phänologie" bezeichnet. Mehr Informationen dazu finden Sie auf den folgenden Internetseiten:

      Bericht Pflanzenphänologie in der Schweiz https://www.meteoschweiz.admin.ch/content/dam/meteoswiss/de/Ungebundene-Seiten/Publikationen/Scientific-Reports/doc/veroeff50.pdf

      Der Frühlingsindex, der Zeitpunkt der Vegetationsentwicklung im Frühling https://www.meteoschweiz.admin.ch/home/klima/klimawandel-schweiz/vegetationsentwicklung/fruehlingsindex.html

      Lange phänologische Beobachtungsreihen
      https://www.meteoschweiz.admin.ch/home/klima/klimawandel-schweiz/vegetationsentwicklung/lange-phaenologische-beobachtungsreihen.html

  2. Stoffel H.R., 28.02.2019, 08:27

    "In den Bergen stieg die Tagesmitteltemperatur teilweise mehr als 10 Grad über die Norm 1981‒2010. ............ Derart prächtige Wintersport-Verhältnisse sind nicht mehr zu überbieten."

    Wie richtig erwähnt war der Februar viel zu warm (und es stellten sich mindestens bei uns in Nord-GR keine nennenswerte Niederschläge ein). Der ultimative Wintersport-Fan bevorzugt statt der sehr warmen Temperaturen die wohltuende Kälte (-20° bis -5° auf 1000m ü.M.). Er möchte seine Kurven im Februar im Pulver- statt im Sulzschnee ziehen. Leider ist es so, dass heute sogar Sessellifte beheizt werden, um dem Komfort- Touristen das Sofa- Feeling zu ermöglichen, obschon man ja draussen Sport treiben möchte. Mit der stetigen Klimaerwärmung und der medialen Berichterstattung über "sibirische" oder "arktische" Kälte verlieren wir das Gespür für den richtigen Winter. Schade!

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    1. U.Döpper, 02.03.2019, 09:04

      So sehr sulzig war der Schnee nicht, denn trockne Luft gepaart mit der Abstrahlung lassen den Schnee im Februar auch bei deutlichen Plusgraden pulverig bleiben. Einzig an exponierten Sonnenhängen wurde der Schnee feucht. Ich bin sehr gern draussen und fahre viel Ski, aber bei -15 bis -20 Grad macht dann Skifahren auch kein Spass mehr. So geht es jedenfalls den meisten Leuten, die ich kenne...

    2. Wolfgang, 05.03.2019, 00:21

      Ich sehe es genauso wie U. Döpper: Dieser Winter brachte, wie der letzte auch mehr als ausreichend Schnee für Wintersportler. Durch die relative starken Minusgrade nachts war es Ende Februar noch sehr gut mit Langlauf unter 700 m und alpin dürfte es wohl bis April noch locker gehen.

  3. Mike (Basel), 27.02.2019, 19:22

    Woher kann man denn die täglichen homogenisierten Sonnenscheindauerdaten für Basel beziehen? Sehr eigenartig ist, dass nun für 1891 nur ca. 150 h zu Buche stehen. Es ist klar, dass man versucht hat die Daten auf den aktuellen Standort zu reduzieren/homogenisieren. Dass man dazu die Werte von 1891 aber um ca. 20 h reduziert hat, leuchtet nicht sofort ein. Vergleicht man die maximalen täglichen Sonnenstunden von 1891 mit 2019 fällt auf, dass sich 1891 nichts sehr stark von 2019 unterscheidet, was auf einen nicht so grossen Unterschied der Horizontabschattung hindeutet.
    25.02.1891: 9.5 h
    25.02.2019: 9.4 h
    Gemessen wurden 1891 tatsächlich 173.7 h.
    Hier die Daten.
    01.02. 0.1
    02.02. 1
    03.02. 2.7
    04.02. 0
    05.02. 4
    06.02. 1.4
    07.02. 7.9
    08.02. 7.8
    09.02. 7.7
    10.02. 8.1
    11.02. 7.7
    12.02. 0
    13.02. 0.7
    14.02. 9
    15.02. 8.5
    16.02. 8.9
    17.02. 7.2
    18.02. 0
    19.02. 7.6
    20.02. 9.5
    21.02. 8.9
    22.02. 8.9
    23.02. 9.6
    24.02. 9.3
    25.02. 9.5
    26.02. 9.3
    27.02. 9.7
    28.02. 8.7
    Summe 173.7

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    1. MeteoSchweiz, 01.03.2019, 13:37

      Die Messung der Sonnenscheindauer mit dem historischen Messinstrument (Campbell-Stoke Sonnenscheinautograph) war mit verschiedenen Problemen verbunden. Zu Inhomogenitäten führten nicht nur Standortverschiebungen mit neuen Horizonten, sondern z.B. auch verbesserte Instrumente, verändertes Registrierpapier, die Trübung der Glaskugel oder unterschiedliche Auswertungen der Brennspuren. In alten und neuen Studien wurde festgestellt, dass in der Baslerreihe um 1899 eine Veränderung in den Messungen vorliegt, wobei die Winterwerte vorher signifikant höher waren. Aus diesem Grund sind diese Werte in der homogenen Reihe geringer als in den Originaldaten.

    2. Mike (Basel), 01.03.2019, 14:10

      Ist alles bekannt. In "Sonnenscheindauer und Bewölkung in Basel / Die 100-jährige Messreihe der Sonnenscheindauer von Basel" steht aber: "Trotz erheblichen Abweichungen in einzelnen Monaten (z.B. Feb.1950) zeigt sich im wesentlichen, dass in der Periode 1886 bis 1907 (alter Heliograph) Beginn und Ende der Verfärbung unterschätzt und Verengungen der Brandspur häufig übersehen wurden. Dagegen wurde die seitliche Überbrennung bei intermittierendem Sonnenschein zu wenig beachtet, wodurch in diesen Fällen die Sonnenscheindauer überschätzt wurde. Da aber die alte Glaskugel offensichtlich weniger durchlässig war als die Heutigen, sind diese Werte insgesamt erheblich zu klein."
      https://www.meteoschweiz.admin.ch/home/suche.subpage.html/de/data/publications/1994/9/sonnenscheindauer-und-bewoelkung-in-basel---die-100-jaehrige-mes.html?query=Urfer-Henneberger&topic=0
      Das zu klein bedeutet ja, dass die Undurchlässigkeit der Kugel zu einem grossen Teil, das Überbrennen kompensiert hat. Deshalb wurden ja in dieser Arbeit die 173.7 h nur auf 172 h reduziert. Also kann ein weitere Reduktion um ca. 20 h nur auf eine heute grössere Horizontabschattung zurückzuführen sein, die ja mit der Verlegung vom Dach des Observatoriums auf den Boden im Jahr 2009 erfolgte.