Dorit verlässt uns...

19. Februar 2019, 4 Kommentare
Themen: Wetter

…aber Erika folgt. Zwischen diesen beiden Hochdruckgebieten streifte heute eine schwache Kaltfront den Nordrand der Schweiz. Auch sorgen die beiden Damen für milde Temperaturen im Februar.

Krokussli heute in Basel. Foto: Andreas Stutz
Krokussli heute in Basel. Foto: Andreas Stutz

Am Boden zwischen den Hochs

Vergrösserte Ansicht: Bodenwetterkarte mit Fronten von heute 00 UTC.
Bodenwetterkarte mit Fronten von heute 00 UTC.
Quelle: Deutscher Wetterdienst

Seit rund einer Woche herrschte das Hochdruckgebiet mit dem Namen Dorit über unser Wetter. Nun ist Dorit weiter ostwärts gezogen und bevor uns morgen Hoch Erika erreicht, war der Hochdruckeinfluss heute vorübergehend etwas schwächer. Ein Tief mit Zentrum über Skandinavien steuerte eine Kaltfront über Mitteleuropa, welche bei uns kaum aktiv war. Besonders am nördlichen Jura und in der Region Schaffhausen hat die Front teilweise für Bewölkung gesorgt.

Meist sonniger Tag

Vergrösserte Ansicht: Sonnenscheindauer (bis Redaktionsschluss um 17.30 Uhr) in Stunden für ausgewählte Messstationen.
Sonnenscheindauer (bis Redaktionsschluss um 17.30 Uhr) in Stunden für ausgewählte Messstationen.

Abgesehen von einigen Nebelbänken am Jurasüdfuss heute Morgen und der spärlichen Frontalbewölkung, war der heutige Tag schweizweit meist sonnig. Nur einzelne Cirren zierten den Himmel. Die Temperaturmaxima erreichten mit meist schwachem Südwestwind im Flachland zweistellige Werte (verbreitet 11 bis 13 Grad, lokal 14 Grad).

In der Höhe zwischen zwei Rücken

Vergrösserte Ansicht: Geopotential und Temperatur auf 500hPa für heute 00 UTC, Details dazu im Text. Quelle: EZMWF
Geopotential und Temperatur auf 500hPa für heute 00 UTC, Details dazu im Text. Quelle: EZMWF

Die oben beschriebene Wetterlage bedeutet in der Höhe, dass sich ein Trog zwischen zwei Rücken befindet. Wie war das nochmals? Auf obiger Grafik ist die Temperatur (farbige Fläche) auf 500 hPa (rund 5500 m ü.M) dargestellt. Darüber liegen Isohypsen (schwarz), das sind Linien gleichen Geopotentials. Das Geopotential/die geopotentielle Höhe (in Dekametern) gibt an, auf welcher Höhe ein Druck von 500 hPa vorliegt. Beispielsweise wird die Schweiz von der Linie, welche mit 564 beschriftet ist durchquert. Dies bedeutet, dass dort auf einer Höhe von 5640 m ü.M ein Luftdruck von 500 hPa herrscht, das Geopotential ist hoch. Über Skandinavien ist das Geopotential tief. Die Strömung verläuft ungefähr parallel zu den Isohypsen (die Höhenströmung über der Schweiz läuft von Südwesten nach Nordosten). Dreht sich die Strömung im Uhrzeigersinn, so befinden wir uns unter einem Rücken. Hingegen wenn die Isohypsen im Gegenuhrzeigersinn (zyklonal) gekrümmt sind, befindet sich in der Höhe ein Trog. Der Höhentrog gehört zu dem Bodentief über Skandinavien und die beiden Höhenrücken zu den Bodenhochs über dem Atlantik und der Ukraine.

Milder Februar

Vergrösserte Ansicht: Abweichungen vom Temperaturmittel für den laufenden Februar an verschiedenen Stationen. Die Zeilen geben den Monatstag an (1= 1. Februar) und die Spalten jeweils die Messstation. Der jeweilige Wert in Grad ist die Abweichung vom Temperaturmittel.
Abweichungen vom Temperaturmittel für den laufenden Februar an verschiedenen Stationen. Die Zeilen geben den Monatstag an (1= 1. Februar) und die Spalten jeweils die Messstation. Der jeweilige Wert in Grad ist die Abweichung vom Temperaturmittel.

Eben diese Rücken in der Höhe und die korrespondierenden Bodenhochs sorgen für milde Temperaturen. Dorit hat bereits für milde, in Berglagen sehr milde Temperaturen gesorgt, wie in obiger Grafik zu sehen ist (die Zeilen 13-18 sind sehr rot). Auch die kommenden Tage werden mild bleiben. Ein Blick in die Vorhersagen zeigt, dass der Februar in Berglagen (unten am Beispiel Jungfraujoch) gute Chancen auf den zweitwärmsten Februar seit Messbeginn hat. Im Flachland (unten am Beispiel Basel) wird der Februar temperaturmässig zwar auch sehr mild abschliessen, jedoch nicht rekordverdächtig.

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Kommentare (4)

  1. Claudia Geisser, 20.02.2019, 15:41

    Können Sie etwas sagen zu der Möglichkeit, dass die Lawine ob Pleine Morte von einem Militärflugzeug ausgelöst wurde?
    Vielen Dank

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  2. Andrej, 20.02.2019, 09:32

    Sehr schönes Wetter, im Februar wochenlang Temperaturen über 10 Grad ..... Ich hoffe nur, das ist keine Ankündigung für noch so einen Hitze-sommer wie 2018. Wirklich Mut macht es ja nicht gerade, nach dieser Dürre. Aber ich denke es ist ziemlich normal, das man nach dem letzten Jahr etwas empfindlich reagiert.

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    1. Nicole, 20.02.2019, 11:02

      Genau dieser Gedanke hatte ich auch. So in der Art: Geht das schon wieder los mit den nicht enden wollenden Hochdruckphasen und der Trockenheit....ich hoffe auch nicht, dass es wieder ein Hitzesommer wird, nur das nicht! Aber das Wetter ist ja bekanntlich kein Wunschkonzert :-). In ein paar Monaten sind wir schlauer…

    2. Kelvin, 21.02.2019, 13:17

      So trockene Jahre wie 2018 gab es schon mehrmals. Von April bis November des letzten Jahres fielen 69 Prozent des zu erwartenden Niederschlags. 1921 waren es 68 Prozent. Noch viel trockener war es 1962 mit nur 60 Prozent. Also: alles schon dagewesen, auch wenn es viele nicht wahrhaben wollen.