Regnerisch und kühl - wo ist die Hitze?

28. Juli 2019, 20 Kommentare
Themen: Wetter

Bei uns in der Schweiz war nun am Sonntag von der Hitze der vergangenen Woche nichts mehr zu spüren. Auf der Alpennordseite lag die Höchsttemperatur bei 17 bis 19 Grad. Zudem war es bedeckt und regnerisch. In anderen Gebieten Europas hielt sich die Hitze. Wo lesen sie weiter unten.

Die Schweiz lag am Sonntag im Einflussbereich eines umfangreichen Tiefs mit Zentrum über der Adria. Aus Norden wurde feuchte und für die Jahreszeit auch kühle Luft zur Schweiz geführt.

Verbreitet trüb und regnerisch

Im Laufe der ersten Tageshälfte nahm die Niederschlagsaktivität zu, und es wurde in der ganzen Schweiz nass. Die Niederschlagsmengen waren einmal mehr sehr unterschiedlich. Während es gebietsweise nur wenige Millimeter Regen pro Quadratmeter gab, waren es auf der Alpennordseite aber doch recht verbreitet 15 bis 40 mm, stellenweise aber auch deutlich mehr.

Vergrösserte Ansicht: 15-stündige Niederschlagssumme am 28. Juli 2019 zwischen 02 und 17 Uhr (00 bis 15 Uhr UTC)
15-stündige Niederschlagssumme am 28. Juli 2019 zwischen 02 und 17 Uhr (00 bis 15 Uhr UTC)

„Lake Effect“ am Bodensee

Am meisten Regen meldete die Messstation von Altenrhein am Bodensee. Hier wurde die von Norden heranströmende feuchte Luftmasse beim Überströmen der warmen Seeoberfläche labilisiert, und es bildeten sich anhaltend Schauer. Am Südostufer des Sees bei Altenrhein gab es dadurch kleinräumig bemerkenswerte Regenmengen. Man spricht bei diesem Phänomen vom sogenannten Lake Effect (oder See-Effekt).

Über dem mittleren Bodensee wurde um die Mittagszeit auch eine ausgeprägte Wasserhose gemeldet.

Kühl in der Schweiz

Mit Höchsttemperaturen von 17 bis 19 Grad war es auf der Alpennordseite geradezu kühl. Einzig auf der Alpensüdseite konnte sich die Sommerwärme im Schutz der Alpen mit rund 26 Grad noch halten. Von der Hitzewelle, welche die Schweiz bis am Freitag noch im Griff hatte, war nun am Wochenende in der Schweiz nichts mehr zu spüren.

Vergrösserte Ansicht: Höchsttemperatur am 28. Juli 2019
Höchsttemperatur am 28. Juli 2019

Heiss im Norden

Halten konnte sich die Hitze in anderen Teilen Europas, wenn auch nicht mehr im gleichen Ausmass wie in der vergangenen Woche. So gab es zum Teil im Mittelmeerraum und  in Osteuropa – aber auch in Skandinavien – auch am Wochenende nochmals Temperaturen über 30 Grad und somit weitere Hitzetage. In Schweden beispielsweise waren am Samstag auch an Stationen nördlich des Polarkreises Hitzetage vermeldet worden.

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Kommentare (20)

  1. Gerd, 30.07.2019, 12:59

    Ich wohne direkt am Bodensee (Thal, Rheineck) und beobachte diesen "Lake Effect" schon seit langem. In den Berechnungsmodellen zur Niederschlagsprognose ist dieser jedoch nie abgebildet. Dies müsste doch abhängig von der See-Temperatur und den Windbewegungen möglich sein? Würde mich sehr freuen wenn dies in Eure mathematischen Berechnungsmodellen mit aufgenommen würde.

    Vielen Dank

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    1. MeteoSchweiz, 30.07.2019, 19:50

      Es in der Tat so, dass die Niederschlagsmengen beim vergangenen Ereignis, abgesehen von einem Modelllauf, deutlich unterschätzt wurden. Allerdings wird der Lake Effect am Bodensee in unserem hochaufgelösten Modell COSMO-1 teilweise gar nicht mal so schlecht modelliert. Nichtsdestotrotz bleiben lokale Phänomene und die kleinräumigen Unterschiede der Niederschlagsmengen bei Schauern und Gewittern schwierig zu prognostizieren, auch wenn die Wettermodelle immer exakter werden.

  2. Peter, 29.07.2019, 06:11

    Zuerst mal ein grosses Log und Dankeschön an das Team von MetoSchweiz. Ihr macht einen super Job. Auch viele interessante Erklärungen. Danke.

    Ich habe irgendwie das Gefühl, dass es schon vor Jahrzehnten nicht viel anders war als jetzt im Sommer. Auch da gab es Hitzetage. An was ich mich nicht mehr erinnern kann sind die extremen Temperaturunterschiede. Beispiel: Freitag bis 36°, Sonntag noch die Hälfte 18°.

    Frage: das hat wohl mit dem Klimawandel zu tun?

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    1. hubert, 29.07.2019, 16:09

      Hallo Peter
      Ja, diese Blogs von Meteoschweiz finde ich auch super!
      In 2003 war mal um 16 Uhr 36 Grad und 24 Stunden danach 16 Grad, also 20 weniger 1 Tag danach um der selben Zeit!
      Je nach dem wie stark (je kälter die Luft) die Kaltfront ist, kann es riesige Temperaturschwankungen geben...
      Aber ich bin auch einverstanden, die Extremen werden immer grösser und kommen öfter vor. Klimawandel gab es schon immer, aber wir Menscheit haben das Phänomen noch verstärkt und beschleunigt.

    2. Bucher, 30.07.2019, 23:06

      @hubert
      Interessant! Aber wie kommen Sie auf 2003!!!!!

  3. Baur, 29.07.2019, 02:05

    Mir scheint, ein nicht endend wollender Alptraum an drückend heissen Tagen und Nächten sei endlich zu Ende gegangen. Doch Temperaturen über 35 Grad haben wir wohl definitiv erst im September nicht mehr zu befürchten auch wenn bis auf weiteres keine Monster-Hitze mehr in Sicht ist. Einen ganzen August ohne einen einzigen Hitzetag (mehr als 30 Grad) kann man in Zeiten der Klimaerwärmung praktisch ausschliessen

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  4. Bucher, 29.07.2019, 00:11

    Liebes MetoSwiss Team
    Danke erst mal für den super Blog! Ich habe zwei Fragen. 1. Währe es möglich mir zu erklären was eine Wasserhose ist? 2. Dies ist eine Frage die nichts mit dem Blog zutun hat: Wan kommet eigentlich aus ob und wo in der Schweiz am 1. August Feuer verbot gilt? Wäre es möglich mir diese Fragen möglichst schnell zu beantworten? Ich danke Ihnen schon im Voraus.
    Mit Freundlichen Grüssen Bucher

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    1. Kaiser, 29.07.2019, 08:04

      Aktuelle Infos zur Waldbrandgefahr in den jeweiligen Kantonen und entsprechenden Verbotsstufen, inkl. zu weiteren Informationen, finden Sie auf waldbrandgefahr.ch

    2. treuer Blogleser, 29.07.2019, 09:20

      Zur Frage #1 bringt die Eingabe "Wasserhose" im Suchfeld diese wunderschöne Erklärung hervor: https://www.meteoschweiz.admin.ch/home/suche.subpage.html/de/data/blogs/2018/8/wasserhosen-und-schnee-zum-fruehstueck.html?query=Wasserhose&pageIndex=0&tab=search_tab

  5. Dirk Bauer, 28.07.2019, 23:50

    Ich spreche wohl für viele, wenn ich den Eindruck habe, dass schlechtes Wetter fast immer am Wochenende ist. Und meistens ist ausgerechnet am Sonntag das schlechteste Wetter der ganzen Woche, wenn man kaum etwas anfangen kann (Läden geschlossen, schlecht zum Einkaufen usw.). Zum Beispiel war es an Ostern ca. 20. April zwar schön, aber dann 5-7 Wochenenden in Folge schlecht (wohingegen es unter der Woche besser war). Gibt es denn wissenschaftliche Belege für diese Vermutung? Vor Jahren war mal in der Presse zu lesen, dass dies zumindest für den Samstag erwiesen sei, und als Grund wurden Autoabgase im beginnenden Wochenendverkehr vom Freitagnachmittag angeführt. Stimmt das?

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    1. Beni Niederer, 29.07.2019, 06:31

      Keine Ahnung von welchem Wetter Sie reden. Gestern jedenfalls war ein wunderschöner Tag mit angenehmem Regen :)

    2. Wolfgang, 29.07.2019, 09:47

      Also das gab es vor 40 Jahren auch schon, dass man auf das Wochenende etwas vor hatte und es dann schlechtes Wetter gab. Und damals gab es viel weniger Autos. Ich würde das einfach als „Pech“ bezeichnen...

    3. Reto, 29.07.2019, 10:04

      Was schönes Wetter ist oder nicht bleibt dem Empfinden des Einzelnen überlassen. Für mich jedenfalls war gestern endlich wieder mal schönes Wetter. Durchatmen und etwas Frische geniessen, auch Jogging war wieder möglich. Zum Glück regnete es praktisch den ganzen Tag und nicht nur 10 Minuten als Sturzflut.

    4. Esther, 29.07.2019, 10:39

      @Dirk Bauer
      Die Autoabgase vom Freitag für das Wochenendwetter verantwortlich machen zu wollen, kann nur ein schlechter Scherz sein.

    5. weibel madeleine, 29.07.2019, 10:39

      Regen, dieser Segen...! Aber ausgerechnet sonntags? Keiner tmag's...! Ideen: Kino, Ausstellungen, Wellnesstag, Sauna/Bäderlandschaften, Bett geniessen, ausgiebig Musikhören, "Nichtstun" geniessen, Zeit zu Lesen, Rezepte ausprobieren = fein

    6. Ursula Grütter, 29.07.2019, 15:45

      Im Wald ist es immer schön, auch entlang unseren Flüssen. In den Zoo gehen. Wir haben viele schöne Museen: Naturama, Technorama, Mammutmuseum, Sauriermuseum. Ein paar Bücher aus der Bibliothek, z.B. Bildbände über ferne Länder oder grosse Segelschiffe anschauen. Ein Fotobuch mit eigenen Fotos machen. Pflanzen auf Parkplätzen oder nasse Autos fotografieren....

  6. N. Brunner, 28.07.2019, 22:48

    Meine ich das nur oder bläst in diesem Jahr öfters die Bise und etwas weniger häufig Westwind als in anderen Jahren? Gibt es dafür eine Erklärung?

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  7. Lars, 28.07.2019, 22:11

    Ich habe den heutigen Tag als sehr kalt empfunden. Die Temperatur war sicher unter der Norm. Ich hoffe sehr, dass es nochmals richtig heiss wird.

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    1. Baur, 29.07.2019, 19:39

      @Lars, vorerst Fehlanzeige betreffend neue Monsterhitze. Wahrscheinlich erst in der 2. Augusthälfte, auch dann sind noch bis 35 Grad möglich, mehr vermutlich nicht mehr dank schon deutlich tieferem Sonnenstand aber eben, mir reicht‘s in Punkto Hitze.

    2. Weisswurst, 30.07.2019, 14:53

      20-24 Grad ist ganz normal