Wechselhafter August

30. August 2019, 23 Kommentare
Themen: Klima

Oft wechselnde Luftmassen brachten wiederholt Gewitter und Fronten und sorgten damit verbreitet für einen niederschlagsreichen August 2019. Einige Regionen wurden von heftigen Regenfällen getroffen. Die Temperatur bewegte sich periodisch deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt. Dennoch schaffte es der August 2019 unter die 15 Wärmsten seit Messbeginn 1864. Es gab auch einige Hitzetage.

Zwischendurch zeigte sich der Hochsommer kurz, wie hier in Mogelsberg im Neckertal, Kanton St. Gallen. Foto: Joël Fisler, 18. August 2019.
Zwischendurch zeigte sich der Hochsommer kurz, wie hier in Mogelsberg im Neckertal, Kanton St. Gallen. Foto: Joël Fisler, 18. August 2019.

Temperatur leicht über der Norm

Berechnet bis zum Monatsende erreicht die Augusttemperatur im landesweiten Mittel 15,1 °C. Das liegt 1,3 °C über der Norm 1981-2010 und entspricht Rang 14 seit Messbeginn 1864. Mild war es vor allem in Berglagen. Das Jungfraujoch und der Grosse St. Bernhard verzeichneten mit 1,6 °C resp. 1,9 °C über der Norm den siebt- resp. fünftwärmsten August seit Messbeginn.

Schon am Nationalfeiertag und dem Tag darauf zeigte sich, was diesen August später schweizweit prägen sollte: Niederschlag. An vielen Messstandorten wurden die Niederschlagsmengen im Vergleich zur Norm 1981-2010 um mehr als 50% übertroffen, so z.B. in Aigle, Güttingen, Disentis und Arosa. Mehr als doppelt so viel Niederschlag wie normal fiel an den Messtandorten Piotta und Magadino im Tessin. Die Sonnenscheindauer erreichte fast überall Werte nahe oder leicht unter der Norm 1981-2010.

Niederschlagsrekord in Arosa

Nach einem sonnigen Intermezzo am 3. und 4. August begann eine erste 3-tägige Phase mit viel Niederschlag. Am 5. August streifte eine Warmfront die Nordschweiz und brachte im Raum Schaffhausen rund 30 mm Regen. Vom 6. bis 7. August war die ganze Schweiz von einer südwestlichen Höhenströmung und einer Kaltfront betroffen. Über die drei Tage ergaben sich an einigen Messstandorten in der Nordostschweiz um 60 mm (Güttingen 57,7 mm, Ehrendingen 60,8 mm, Zürich-Kloten 63,1 mm). An diesen und weiteren Messstationen in der Region kommen solche 3-Tages-Niederschlagssummen etwa alle 1 bis 3 Jahre vor.

Nach einem trockenen 8. August und einem verbreiteten Hitzetag am 9. August folgten die nächsten Niederschläge am Abend des 9. August. Eine Gewitterlinie, die aus Südwesten das Mittelland erreichte und sich an die Voralpen legte, brachte dort bis am 10. August zwischen 10 und 40 mm Regen.

Die heftigsten Regenfälle ereigneten sich dann am 11. und 12. August auf einer breiten Linie vom Centovalli und Bedrettotal bis zum Säntis und die obere Surselva. Etwas abseits der Hauptlinie wurde das Dörfchen Chamoson im Wallis am 11. August nach einem Gewitter von einer Schlammlawine getroffen, genau wie schon im August 2018. In der unteren Leventina wurden am 12. August lokal bis 120 mm gemessen. Im Tessin wurden die starken Gewitter von Hagel und kräftigen Böen begleitet. Ein neuer 2-Tages-Niederschlagsrekord wurde am Messstandort Arosa registriert. Dort fielen innert 48 Stunden 160 mm Niederschlag. Das ist der erste Messwert über 150 mm in der langen Geschichte dieser Station. Die Analyse der Extremwerte zeigt, dass ein Ereignis dieser Grössenordnung in Arosa etwa alle 50 bis 100 Jahre zu erwarten ist.

Rückkehr des Sommers

Dank eines Ausläufers des Azorenhochs folgte vom 13. bis 16. August eine vorübergehende Wetterberuhigung. Die Luft blieb jedoch aufgrund des Nordwindes und der verbreiteten Bewölkung für die Jahreszeit kühl. Die Tagesmitteltemperaturen lagen in dieser Phase mehrheitlich 1 bis 5 °C unter der Norm.

Am 17.-18. August meldete sich die Hitze zurück. Im Mittelland, aber auch am Genfersee, im Unterwallis und im Rheintal zwischen Chur und Bodensee stieg das Tagesmaximum am 18. August über 30 °C.

Erneut kräftige Gewitter

Am Abend des 18. August ereigneten sich am Nordrand der Schweiz bereits wieder einige heftige Gewitter mit Hagel und Sturmböen. Weitere Gewitter und eine Kaltfront brachten am 19. und 20. August zum Teil heftige Regenfälle. Dabei kamen im Waadtland stellenweise über 110 mm Niederschlag innert 72 Stunden zusammen. In Aigle wurden 117,1 mm erreicht, in Bex 112,5 mm. Ähnlich wie einige Tage zuvor in Arosa ist eine solche Regenmenge am Messstandort Bex etwa alle 50 bis 100 Jahre zu erwarten. Benachbarte Stationen (z.B. Le Moléson, La Valsainte oder Château-d‘Oex) zeigten ähnlich hohe Niederschlagssummen. Im Raum Appenzell lösten die Starkniederschläge Erdrutsche aus. Die höchsten Tagessummen registrierten am 20. August Piotta mit 85 mm und einige Partnerstationen im Tessin mit über 100 mm.

Warmes Monatsende

Nach den turbulenten Gewittertagen beruhigte sich das Wetter auf der Alpennordseite. Mit Bise und Hochnebel war es am 21. und 22. August kühl. In den Alpen und auf der Alpensüdseite blieben Schauer oder Gewitter bis am 24. August weitgehend wetterbestimmend.

Erst am 25. August brachte ein Hoch mit Zentrum über dem Baltikum den Sommer zurück in die ganze Schweiz. Das sonnige Wetter sorgte beidseits der Alpen für Höchstwerte um 26 bis 29 °C. Äusserst knapp reichte es vom 26. bis 28. August für drei Hitzetage an einzelnen Stationen im Mittelland, z.B. im Aargauischen Würenlingen mit 30,0 °C bis 30,7 °C. In Basel kletterte das Thermometer erst am 27. August über 30 °C, am Genfersee und an den Tessiner Seen blieben die Temperaturen knapp unter dem Schwellenwert für einen Hitzetag.

Die grössten Abweichungen zur Norm von +5 °C und mehr wurden in dieser Phase vor allem im Jura und in Berglagen registriert. Für das Monatsende ist weiterhin mit sommerlichen Temperaturen zu rechnen.

Fruchtreife des Schwarzen Holunders zum normalen Zeitpunkt

Im Vergleich zum letzten Jahr, dem Hitzesommer 2018, in dem die Holunderbeeren an vielen Stationen extrem früh reiften, verläuft die Fruchtreife des Schwarzen Holunders im aktuellen Jahr ungefähr im normalen zeitlichen Rahmen. Die Fruchtreife des Schwarzen Holunders wird seit 1996 beobachtet. Im Mittel dieser Periode waren die Holunderbeeren unterhalb von 600 m zwischen Mitte und Ende August reif. Nachdem an wenigen Stationen die Fruchtreife schon in der ersten Augusthälfte beobachtet wurde, nahmen die Beobachtungen ab Mitte August deutlich zu. Davor fand bereits die Blüte des Schwarzen Holunders in diesem Jahr zu einem mittleren Zeitpunkt statt. Dies ist vermutlich mit ein Grund, warum sich die Fruchtreife trotz hoher Sommertemperaturen im Vergleich zum Mittel nicht stärker verfrühte.

Auch bei den Vogelbeeren liessen sich reife Früchte beobachten, ebenfalls meist zu einem normalen Zeitpunkt. Auffällig war jedoch, dass an den Beobachtungsstationen im Engadin (Zuoz, Pontresina und St. Moritz) die Fruchtreife der Vogelbeere früh bis sehr früh stattfand. Blühende Herbstzeitlosen wurden erst an ganz wenigen Standorten entdeckt, rund eine Woche früher als normal.

Der definitive Bericht zum August 2019 ist ab dem 10. September 2019 in der Rubrik Klimaberichte verfügbar.

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Kommentare (23)

  1. grufti, 14.09.2019, 20:58

    Danke für die Antwort.
    Mit dem letzten Bericht meine ich den Sonderberichte des IPCC vom Herbst 2018.
    Wieso kommt der Weltklimarat im Herbst 18 zu einer doch etwas anderen Haltung? Die Aussage in Ihrem Zitat des IPCC lässt doch ganz andere Schlüsse zu. Sind neue Erkentnisse in den Bericht eingeflossen?

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    1. MeteoSchweiz, 18.09.2019, 09:22

      Guten Tag Grufti

      Der IPCC-Sonderbericht 2018 macht keine anderen Aussagen als der IPCC-Bericht von 2013. Der IPCC-Sonderbericht 2018 ist eine Abschätzung über die Folgen einer maximalen globalen Erwärmung um 1,5 °C gegenüber vorindustriellem Niveau. Dieses sogenannte 1,5 °C Ziel ist mit einem weltweiten Stopp der Treibhausgas-Emissionen verbunden. Im Abschnitt A.1 des Sonderberichts steht: "Menschliche Aktivitäten haben etwa 1,0 °C globale Erwärmung gegenüber vorindustriellen Werten verursacht, mit einer wahrscheinlichen Bandbreite von 0,8 °C bis 1,2 °C." Im Abschnitt A.1.1 steht: "Die geschätzte menschlich verursachte globale Erwärmung stimmt mit dem Ausmass der beobachteten Erwärmung innerhalb von ±20 % (wahrscheinlicher Bereich) überein". Diese beiden Aussagen aus dem Sonderbericht 2018 sind absolut übereinstimmend mit der Aussage im IPCC-Bericht 2013: "Es ist äusserst wahrscheinlich, dass der Einfluss des Menschen die Hauptursache der beobachteten Erwärmung seit Mitte des 20. Jahrhunderts war."

      In den Abschnitten A.2.1 und A.2.2 des Sonderberichts 2018 geht es darum, dass nur mit den bisherigen Treibhausgas-Emissionen die kommende weitere globale Erwärmung wohl unter 0,5 °C bleiben würde. Wenn also weltweit sofort alle Treibhausgas-Emissionen gestoppt würden, könnte die menschlich verursachte globale Erwärmung auf insgesamt 1,5 °C beschränkt werden (eine menschlich verursachte Erwärmung von 1,0 °C ist ja bereits erfolgt).

      Freundliche Grüsse
      MeteoSchweiz

  2. grufti, 12.09.2019, 21:07

    A.2.1 Es ist unwahrscheinlich, dass die bis zum heutigen Zeitpunkt erfolgten anthropogenen Emissionen (einschließlich Treibhausgasen, Aerosolen und deren Vorläufersubstanzen) in den nächsten zwei bis drei Jahrzehnten (hohes Vertrauen) oder über Zeiträume in der Größenordnung von Jahrhunderten (mittleres Vertrauen) eine weitere Erwärmung von mehr als 0,5 °C verursachen. {1.2.4, Abbildung 1.5}

    Zitat aus dem letzten Bericht des IPCC

    Würde bedeuten, das der grössere Teil der Erwärmung natürlichen Ursprungs ist?

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    1. MeteoSchweiz, 13.09.2019, 09:44

      Hallo Grufti

      Im originalen IPCC Bericht 2013 (Climate Change 2013, The Physical Science Basis) steht auf Seite 17 im Abschnitt D.3 in der farblich hinterlegten Box: It is extremly likely that human influence has been the dominant cause of the observed warming since the mid-20th century. (Übersetzung: Es ist äusserst wahrscheinlich, dass der Einfluss des Menschen die Hauptursache der beobachteten Erwärmung seit Mitte des 20. Jahrhunderts war.)

      Im Abschnitt E Seite 19 steht in der farblich hinterlegten Box: Continued emissions of greenhouse gases will cause further warming and changes in all components of the climate system. Limiting climate change will require substantial and sustained reductions of greenhouse gas emissions. (Übersetzung: Fortgesetzte Emissionen von Treibhausgasen werden eine weitere Erwärmung und Veränderungen in allen Komponenten des Klimasystems bewirken. Die Begrenzung des Klimawandels wird beträchtliche und anhaltende Reduktionen der Treibhausgasemissionen erfordern.)

      Fazit: Dem originalen IPCC Bericht 2013 ist zu entnehmen, dass die aktuelle Erwärmung vor allem durch den Menschen verursacht ist, und dass der menschliche Einfluss auf das Klima in den nächsten Jahrzehnten weitergeht, sofern nicht beträchtliche und anhaltende Reduktionen der Treibhausgasemissionen erfolgen.

      Freundliche Grüsse
      MeteoSchweiz

  3. Alex Geigy, 10.09.2019, 22:34

    Ich würde es schätzen, wenn Meteo Schweiz die in meinem Kommentar vom 08.09.2019 gestellte Frage beantworten würde: Nämlich wann hat die WMO "World Meteorolgical Organisation" die sogennannt meteorologischen Jahreszeiten, also der Sommer definiert als Messperiode von Anfang Juni bis Ende August zu Statistikzwecken eingeführt? Es ist sehr unhöflich, meine sachliche Aussage in meinem Kommentar vom 08.09.2019 zuerst einmal einfach als falsch zu deklarieren, und in Ihren Ausführungen gar nicht auf die gestellte Frage einzugehen. Für manchen Leser ist es vielleicht doch ganz interessant zu erfahren, inwiefern sich die "kalendarischen", auch "astronomischen" Jahreszeiten von den "meteorolgischen" Jahreszeiten unterscheiden. Ich meine, Sie liegen mit Ihrer Assage falsch mit der Behauptung, die meteorolgischen Jahreszeiten würden den astronomischen Jahreszeiten hinterher hinken. Astronomisch beginnt der Sommer erst am 21. Juni und endet erst am 23 September. Gerne erwarte ich Ihre Antwort.

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    1. MeteoSchweiz, 11.09.2019, 10:34

      Guten Tag Herr Geigy

      Die klassischen meteorologischen Jahreszeiten (Beispiel Sommer: Juni-August; Beispiel Winter: Dezember-Februar) werden bereits im gossen Lehrbuch zur Meteorologie von Julius Hann aus dem Jahr 1906 (zweite Auflage) verwendet. Es ist also anzunehmen, dass die Einführung der meteorologischen Jahreszeiten bereits vor 1900 erfolgte. Die klimatologische Basiseinheit ist der Monat (z.B. Monatsmittel der Temperatur, Monatssummen des Niederschlags). Es ist deshalb offensichtlich, dass die Verwendung ganzer Monate eine wesentliche Vereinfachung bei der klimatologischen Analyse von Jahreszeiten bringt.

      Übrigens: Die meteorologischen Jahreszeiten hinken den astronomischen messbar hinterher. Astronomisch ist der Sonnenhöchststand mit der intensivsten Einstrahlung (grösste Energie) am 21. Juni. Die durchschnittlich höchste Temperatur wird aber erst einen Monat später registriert. Das meteorologische/klimatologische Sommermaximum kommt also rund einen Monat nach dem astronomischen Sommermaximum.

      Freundliche Grüsse
      MeteoSchweiz

    2. S. Cepticus, 12.09.2019, 10:00

      Eine sachlich falsche Aussage ist und bleibt nun Mal falsch, auch wenn beim Hinweis darauf die Gefühle des Aussagenden möglicherweise verletzt werden. Das erinnert mich irgendwie an "Sharpiegate"...

  4. Alex Geigy, 08.09.2019, 22:20

    Noch vor Ende August wurde von Meteo Schweiz an die Medien die Aussage verbreitet, dass 2019 der 3. heisseste Sommer seit Messbeginn aufzeichne. [*** Blogkommentar wegen Verstoss gegen die Netiquette gekürzt ***].
    Dabei wird nur der sogenannte meteorologische Sommerabschnitt betrachtet, welcher Ende August zu Ende ging. Tatsächlich,
    astronomisch bzw. sogenannt kalendarisch gesehen dauert der Sommer 2019 aber noch bis zum 23. September 2019, ist also noch längst nicht zu Ende. Der frühe Wintereinbruch und auch die bis Sommerende eher kühlen Prognosen, würden den Sommer 2019 statistisch ganz anders darstellen.
    Wann wurde der Wechsel zu meteorolgischen Jahreszeiten als Statisikperiode eigentlich eingeführt, etwa erst nach dem oft zu lesenden Messbeginn um ca.1860?

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    1. MeteoSchweiz, 10.09.2019, 11:39

      Guten Tag Herr Geigy

      Sie liegen falsch. Die meteorologischen Jahreszeiten sind nicht direkt vom Sonnenstand (Astronomie) abhängig, sondern hinken diesem etwa einen Monat hinterher. Die durchschnittlich höchste Temperatur wird in Mitteleuropa gegen Ende Juli erreicht. Wenn nun vier Jahreszeiten mit je drei Monaten definiert werden sollen, so beginnt der Sommer 1.5 Monate vor der höchsten Temperatur und endet 1.5 Monate nach der höchsten Temperatur. Der meteorologische und tatsächlich erlebte Sommer fällt also sehr genau mit den drei im Durchschnitt wärmsten Monaten Juni, Juli und August zusammen.

      Das gleiche lässt sich mit dem meteorologischen Winter durchspielen. Die durchschnittlich tiefste Temperatur wird in Mitteleuropa in der zweiten Januarhälfte erreicht. Der Winter beginnt entsprechend 1.5 Monate vor der tiefsten Temperatur und endet 1.5 Monate nach der tiefsten Temperatur. Damit gilt auch hier: Der meteorologische und tatsächlich erlebte Winter trifft sehr genau die im Durchschnitt kältesten Monate Dezember, Januar und Februar.

      Freundliche Grüsse
      MeteoSchweiz

  5. Heusser Schani, 05.09.2019, 16:14

    Was mich generell stört an der ganzen Wettersache ist, dass wenn es ein paar Tage oder 1 Woche sehr heissee Temp. von 35-40 Grad gab, sofort von einer "Hitzeperiode" zu sprechen find ich übertrieben! Ausser dem Jahr 2003 wo es über Wochen bis 40Grad und mehr heiss war, hat es dies bis heute nicht mehr so gegeben!

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  6. Kelvin, 04.09.2019, 09:08

    @Reto
    2019 ist meines Erachtens alles andere als auf Rekordkurs. Ich zitiere aus den Bulletins von Meteoschweiz: "Der Winter gehoerte in den anderen Regionen (d.h. mit Ausnahme der Alpensuedseite) meist nicht zu den 10 waermsten."
    Der Fruehling war Durchschnitt.
    Der Sommer belegte Rang 3.
    Der noch sehr junge Herbst ist alles andere als warm und wird es auch in den kommenden Tagen nicht sein.
    Das sind die Fakten. Sieht nicht nach einem Rekordjahr aus.

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  7. Jörg, 03.09.2019, 20:01

    [*** Blogkommentar wegen Verstoss gegen die Netiquette gekürzt ***] Es ist klar, dass man von einem einzelnen Monat nicht auf das Klima schlissen kann. [*** Blogkommentar wegen Verstoss gegen die Netiquette gekürzt ***] Wir verbrauchen die fossilen Energievorräte ca. 1 Mio.-mal schneller, als sie angereichert wurden mit entsprechenden CO2-Emissionen. Seit 1896 (Arrhenius) weiss man, dass sich dadurch die Troposphäre erwärmt. [*** Blogkommentar wegen Verstoss gegen die Netiquette gekürzt ***]

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  8. Lars, 02.09.2019, 17:40

    Auch ich empfand den August als nicht wirklich zu warm, verglichen mit anderen Jahren. Ich finde auch die 1,3 °C wo der August zu warm war nicht wirklich tragisch. Ich würde erst bei 10-20°C anfangen mir Sorgen zu machen.

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    1. Reto, 03.09.2019, 11:29

      Der August war für schweizerische Verhältnisse ein warmer bis heisser Sommermonat, dies zeigt die verglichen mit dem Durchschnitt 81-2010 zu heisse Durchschnittstemperatur. Der August 2019 hat es immerhin auch noch in die Top 15 seit Messbeginn geschafft. Zum Vergleich: der Mai war ca. 2 Grad zu kühl, d.h der unter dem Durchschnitt liegende Mai wurde durch den zu warmen August schon fast wieder kompensiert. Da auch ansonsten 2019 bisher sehr viele Monate über dem Durchschnitt lagen (wie eigentlich immer in den letzten Jahren) ist auch 2019 insgesamt auf Rekordkurs.

    2. Ulri, 03.09.2019, 11:45

      Ein guter Indikator für das Wetter eines Sommers sind jeweils die Besucherstatistiken der Badis.Bei uns in St.Gallen sind die Betreiber der Badeanstalten nicht zufrieden,da längere Kälteperioden nur durch wenige Hitzetage unterbrochen wurden und vorallem der Mai extrem kühl war,was sich negativ auf die Besucherzahlen auswirkte

    3. peter meister, 05.09.2019, 00:07

      interessant wäre ja noch, in welchen jahren der diesjähige August getoppt worden ist..... [*** Blogkommentar wegen Verstoss gegen die Netiquette gekürzt ***]

    4. Timo Kleger, 09.09.2019, 22:41

      Eine Abweichung der Durchschnittstemperatur von 10 bis 20 Grad wäre extrem.
      In einem warmen Sommermonat im Mittelland liegen die durchschnittliche Temperaturen um 20°C. Würde man 20 Grad dazu oder abzählen käme man bei 0 bzw. 40 Grad zu liegen, was in etwa dem Januar oder den durchschnittlichen Höchsttemperaturen im Sommer in der südlichen Sahara entspricht.

      Also wie Sie sehen ist eine solch grosse Abweichung zum Durchschnitt unvorstellbar für unsere Breitengrade.
      Aber auch schon 10 Grad wären sehr viel...

  9. U.Döpper, 30.08.2019, 23:01

    Blühende Herbstzeitlosen habe ich im Wallis vor 14 Tagen (um den 15.8.) in der Region Fiesch gesehen, kann allerdings nicht sagen ob das früh oder normal ist

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    1. MeteoSchweiz, 02.09.2019, 09:30

      Vielen Dank für Ihre Mitteilung. Am Standort, wo unser Phänobeobachter in Fiesch die Herbstzeitlosen beobachtet, blühen sie im Mittel am 20. August. Am frühesten wurden sie 2011 beobachtet, nämlich am 3. August. Ihre Beobachtung passt also sehr gut zu unserer Datenreihe.

  10. Meier Gody, 30.08.2019, 20:14

    Wie unterscheiden sie Wetter und Klima? Für mich sieht es wie ein Wetterbericht vom August aus! Oder auch die Witterungserscheinungen. Klima ist für mich ein Vergleich über Jahrhunderte oder sogar Jahrtausende. Genau gemessen wird nach meinem Wissen erst seit 150 Jahren das ist vieleicht eine Sekunde in der Erdgeschichte. Damals waren wir in der kleinen Eiszeit. Diese ist nun vorbei, doch zur Zeit der Römer hier, konnten sie jährlich 2x ernten laut Aufzeichnungen. Das können wir noch nicht! Herzlich Grüsst Gody

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    1. Rosmarie Bühler, 31.08.2019, 13:24

      Was konnte man 2x ernten?

    2. michi, 31.08.2019, 20:04

      Guter Punkt,Gody! Aber mit kurzzeitigen Analysen lässt sich einfach mehr journalistische Dramatik erzielen. Aber deine Nüchternheit bräuchten wir genauso sehr.

    3. MeteoSchweiz, 02.09.2019, 09:27

      Das Klima ist die Gesamtheit der typischen Wetterabläufe in einer Region über eine gewisse Zeit. Der Monatsblog ist eine Zusammenstellung des Witterungsverlaufs im Vergleich zu den langjährigen Durchschnitten, das heisst im Vergleich zum aktuellen Klima. Spezielle Ereignisse werden beurteilt nach ihrer Besonderheit im Vergleich zu den Aufzeichnungen seit Messbeginn, also im Vergleich zum bekannten messtechnisch erfassten Klima. Im Monatsblog bzw. im anschliessend folgenden definitiven Klimabulletin sind also Klimaaspekte ein ständiges Thema.