Sehr warmer Spätsommertag

25. August 2019, 7 Kommentare
Themen: Wetter

Viel gab das heutige Wetter nicht her, um darüber zu berichten. Der Blogger war nahe dran, nur zu schreiben: "Auch heute fand das Wetter wieder draussen statt!" So einfach hat er sich’s dann aber doch nicht gemacht :-).

Blick vom Hirzel in Richtung Osten/Südosten, wo sich über den Bergen ein paar Quellwolken bildeten. Foto: N. Graf
Blick vom Hirzel in Richtung Osten/Südosten, wo sich über den Bergen ein paar Quellwolken bildeten. Foto: N. Graf

Insgesamt kann man von einem sehr sonnigen und warmen Spätsommertag sprechen. Die Druckgegensätze über Mittel- und Osteuropa waren heute weiterhin äusserst gering, auch in der Höhe gab es kaum Unterschiede. Entsprechend waren die Winde in allen Höhenlagen überaus schwach. Es lag also immer noch die gleiche Luftmasse über dem Alpenraum. Im Gegensatz zu gestern war diese aber nochmals etwas wärmer und vor allem trockener. Dies war auch aus knapp 36‘000 Kilometern Höhe gut zu sehen.

Einerseits war, wie erwähnt, immer weniger Feuchtigkeit in der Luft vorhanden, die zur Nebel-/Hochnebelbildung zur Verfügung stand. Ergo gab es auch weniger Nebel. Andererseits stieg auch der Hochdruckeinfluss von Tag zu Tag leicht an, und zu guter Letzt war die am letzten Donnerstag und Freitag noch schwach vorhandene Bise am Samstag und heute Sonntag inexistent.

Warum ist dies wichtig? Bei Bisenlagen und entsprechend vorhandener Feuchtigkeit kann sich Hochnebel bilden. Je stärker die Bise ist, desto höher ist die Hochnebelobergrenze und desto ausgedehnter ist das Hochnebelmeer. Bei Wetterlagen ohne oder nur mit geringen Luftdruckgegensätzen, so wie heute, ist auch keine Bise vorhanden, der Nebel ist dann häufig am Boden aufliegend und dessen Obergrenze in der Regel tief. Womit wiederum die Ausdehnung des Nebels geringer ausfällt und die Auflösung des Nebels schneller vonstattengeht, besonders zur aktuellen Jahreszeit, die sowieso nicht für Nebellagen bekannt ist.

Mit rund 28 Grad Höchsttemperatur war es ein sehr warmer Spätsommertag. Von Rekordwerten waren wir allerdings weit entfernt. Betrachtet man die letzte Augustwoche (zu welcher der heutige Tag ganz streng genommen noch gar nicht zählt), so liegen die bisher verzeichneten Höchstwerte in den Niederungen der Alpennordseite (wie im Übrigen auch der Alpensüdseite) bei gut 33 Grad:

In der obigen Tabelle fällt z.B. der 26. August 2011 auf (Sion, Hallau, Schaffhausen). Damals lag der Alpenraum auf der Vorderseite eines Troges in einer Föhnströmung. Der Föhn kämpfte sich bis ins nordöstliche Mittelland vor, weshalb es Hallau und Schaffhausen – normalerweise abseits der Föhngebiete und auch sonst nicht allzu oft unter den allerwärmsten Mittellandstationen zu finden – auch auf die Liste geschafft haben.

Weiter ist der 28. August 1992 stark vertreten in der Liste (Zürich/Kloten, Delémont, Zürich/Affoltern, Chur, Aadorf/Tänikon). Damals lag die Schweiz ebenfalls auf der Vorderseite eines Troges über dem nahen Atlantik. Die sehr hohe Lufttemperatur war aber weniger dem Föhn, sondern vielmehr der heissen subtropischen Luftmasse geschuldet. Ähnliches gilt auch für den 27. August 2016 (Basel/Binningen, Genève/Cointrin), wobei die heisse Subtropikluft bereits einige Tage zuvor heranströmte.

Um eine solch hohe Temperatur Ende August zu erreichen, braucht es also hierzulande sozusagen fremde Hilfe in Form von Föhn oder importierter Luft aus südlicheren Breiten.

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Kommentare (7)

  1. Tscharner Mike, 26.08.2019, 08:24

    Bei genauer Betrachtung und wenn man nicht nur die Messung auf dem Hügel im Nachbarskanton anschaut, dann liegen die flächigen Höchsttemperaturen in der letzten Augustwoche für Basel bei ca 35°:
    27.8.2016: Basel/Mulhouse 35.8, Dreispitz 35.5°, Rheinfelden 34,5°.

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    1. Hausi, 27.08.2019, 19:23

      Nun ja, wenn man unbedingt irgendwelche Rekorde haben möchte, könnte man die Messstation von Chur (unten am Rhein) auch in die Stadt hinauf versetzen. Spielt es denn so eine Rolle, wo genau sich die Station befindet?

  2. I. da Fonseca, 26.08.2019, 07:51

    Wo kann man schauen ob Föhn ist oder nicht?

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    1. MeteoSchweiz, 26.08.2019, 09:38

      Dafür gibt es viele Möglichkeiten: Sie können unseren Wetterbericht lesen, sich die Messwerte von Wind und Luftfeuchtigkeit anschauen, die Druckdifferenzen über den Alpen studieren und das Satellitenbild betrachten.
      Allgemeine Informationen zum Föhn finden auf unserer Website hier: https://www.meteoschweiz.admin.ch/home/klima/klima-der-schweiz/altweibersommer-eisheilige-und-andere-spezialitaeten/foehn.html

      Last but not least können Sie uns auch direkt anrufen und fragen. Unter 0900 162 333 sind wir 7/24 für Sie da.
      Beste Grüsse
      MeteoSchweiz

    2. Urs Lang, 26.08.2019, 16:51

      Meteocentral hat für Föhn eine Vorhersage für die Nord Süd Druckdifferenz. Ab 4hPa gibt es Föhn. Je nachdem bei mehr oder weniger auch.

      http://www.meteocentrale.ch/de/wetter/foehn-und-bise/foehn.html

  3. josua altherr, 25.08.2019, 20:29

    Aus 36'000 kilometern Höhe sieht man die Schweiz so gut?

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    1. MeteoSchweiz, 25.08.2019, 22:33

      Genau. In dieser Höhe sind die geostationären Satelliten positioniert. Dort gleichen sich Erdanziehungskraft und Zentrifugalkraft aus.