Abschluss Hitzewelle Juli 2015

Publikationsdatum 8. Juli 2015
Themen Klima
Wetter
Gefahren
Newstyp Medienmitteilung

Die Schweiz erlebte eine der extremsten Hitzewochen seit dem Messbeginn vor über 150 Jahren. Vom 1. bis zum 7. Juli 2015 erreichte die durchschnittliche Tagesmaximum-Temperatur im Flachland der Alpennordseite 33 bis über 36 Grad. Auf der Alpensüdseite sind es 31 bis 32 Grad. Zum Abschluss der Hitzewoche registrierte Genf am 7. Juli 2015 mit 39.7 Grad die höchste je auf der Alpennordseite gemessene Temperatur. Sie liegt fast 1 Grad über dem bisherigen Rekord von 38.9 Grad vom 28. Juli 1921, gemessen ebenfalls in Genf.

Hitzewoche am intensivsten im Westen und Norden

Die höchsten Durchschnittswerte der Tagesmaximum-Temperatur über 7 Tage registrierten die Messstandorte Genf und Sion mit 36.3 und 36.0 Grad. Basel und Delémont zeigten 34.7 und 34.9 Grad, Würenlingen in der Nordschweiz 35.3 Grad.

Rekordnähe für Genfer Hitzewoche

In der Region Genf stieg das 7-Tagesmittel des Tagesmaximums mit 36.3 Grad auf den zweithöchsten Wert in der über 150-jährigen Messreihe. Die vergangene Hitzewoche war in Genf damit praktisch gleich heiss wie die Rekord-Hitzewoche im August des Hitzesommers 2003, welche 36.7 Grad brachte (Abbildung 1).

Am Messstandort Basel lieferte neben dem Hitzesommer 2003 auch die letzte Juliwoche des Sommers 1947 heissere Verhältnisse (Abbildung 2), und die erste Juliwoche 1952 war hier ebenso heiss wie in diesem Jahr. An den Messstandorten Neuchâtel, Bern, Luzern und Zürich – alles Messreihen mit langen homogenen Daten zur Maximum-Temperatur – gab es in den Sommern 1947 und 2003 heissere Wochen als aktuell.

Hitze im Süden weniger intensiv, aber anhaltender

Extreme Hitzeperioden zeigen in der Regel in der West- und Nordwestschweiz die intensivste Ausprägung. Auf der Alpensüdseite verlief auch diesmal die Hitzewoche weniger intensiv. Das 7-Tagesmittel des Tagesmaximums erreichte 31 bis 32 Grad (Abbildung 3). Auch während den ganz grossen Hitzewellen 2003 und 1947 lagen die Maximum-Temperaturen über 7 Tage tiefer als nördlich der Alpen. Im Gegensatz zum Norden ist jedoch davon auszugehen, dass auf der Alpensüdseite die hohen Temperaturen noch einige Tage andauern werden.

Die Dauer-Hitze im Sommer 2003

Nach einer Woche intensiver Hitze bringen auf der Alpennordseite deutlich tiefere Temperaturen nun etwas Linderung. Weit anhaltender war die Jahrhunderthitze des Sommers 2003. Bereits im Juni und im Juli stiegen die 14-Tagesmittel der Tagesmaximum-Temperatur regional über 30 Grad. Gigantisch wurde die Hitze im August 2003. In Genf erreichte das höchste 14-Tagesmittel 35.2 Grad, in Basel 35.0, in Bern 33.4 Grad, in Lugano 33.0 Grad und in Zürich 32.7 Grad. Damals blieb es also über zwei Wochen hinweg so heiss wie in diesem Jahr über eine Woche, und die Maximum-Temperaturen stiegen an vielen Orten auf höhere Werte als bisher in diesem Sommer. Das höchste Tagesmaximum von 41.5 Grad registrierte Grono im Misox (GR) auf der Alpensüdseite am 11. August 2003. Das war die höchste je im offiziellen Messnetz der Schweiz gemessene Temperatur.

Hitzeperioden werden häufiger

Intensive Hitzeperioden sind in den letzten Jahrzehnten häufiger geworden (siehe Abbildungen 1 bis 3). In Regionen, welche immer wieder von Hitzeperioden betroffen waren, wie zum Beispiel in der Westschweiz, folgen sie sich heute in kürzeren Zeitabständen. Regionen, welche in der Vergangenheit kaum Hitzeperioden registrierten, müssen auch heute mehr oder weniger regelmässig damit rechnen. Gemäss den vorliegenden Klima-Szenarien ist in der Schweiz bis Ende Jahrhundert eine starke Zunahme von Hitzewellen sehr wahrscheinlich.

Deutlich mehr Hitzetage bis Ende Jahrhundert

Heute sind im langjährigen Durchschnitt in Tieflagen auf der Alpennordseite 10 bis 15, auf der Alpensüdseite um 15 und im Wallis bis 16 Hitzetage pro Jahr zu erwarten (Norm 1981–2010). Als Hitzetage gelten jene, welche eine Maximum-Temperatur von 30 Grad oder mehr bringen.

Gemäss einem von MeteoSchweiz berechneten mittleren Szenario werden es in Tieflagen auf der Alpennordseite und im Wallis bis Ende Jahrhundert 30 bis 40, regional auch über 40 Hitzetage pro Jahr sein. Auf der Alpensüdseite werden bis Ende Jahrhundert regional sogar 60 bis 80 Hitzetage erwartet.

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