Inhaltsbereich

Die Wolken, die nichts mit dem Wetter zu tun haben...

9. Dezember 2020
Themen: Über uns

… allerdings kann man kann sie nur bei klarem Wetter sehen: Leuchtende Nachtwolken (engl. noctilucent clouds - NLC) sind das Thema von unserem heutigen Beitrag. Im Sommer 2020 traten sie häufig und in einer ungewöhnlich markanten Ausprägung auf. Das Spezielle an dieser Wolkenart ist die Höhe in der sie auftreten, nämlich in 80 bis 90 Kilometern. Damit befinden sie sich weit über der Wetterschicht (Troposphäre), welche in unseren Breiten je nach Jahreszeit auf 12 bis 15 Kilometer hinaufreicht.

Für die Entstehung dieser filigranen, silbrig schimmernden Eiswolken sind in der Mesopause extrem tiefe Temperaturen von etwa -140 Grad Celsius notwenig. Solche Bedingungen herrschen in der Atmosphäre am ehesten von Ende Mai bis Anfang August, dann sind die Wolken bei klarem Wetter manchmal von der Schweiz aus am Nordhorizont zu sehen.

Vergrösserte Ansicht: Am 16. Juni 2020 konnten am späten Abend schöne leuchtende Nachtwolken beobachtet werden, so wie hier beim Blick von Rifferswil zur Albiskette. Rechts unten das Wetterradar auf dem Albis. Foto: Urs Graf
Am 16. Juni 2020 konnten am späten Abend schöne leuchtende Nachtwolken beobachtet werden, so wie hier beim Blick von Rifferswil zur Albiskette. Rechts unten das Wetterradar auf dem Albis. Foto: Urs Graf
Urs Graf

Zeitraffer leuchtende Nachtwolken:

Mathias Sänger gelangen am 5. Juli 2020 am Zürichsee diese wunderschönen Zeitrafferaufnahmen von leuchtenden Nachtwolken.

Leuchtende Nachtwolken sind nur nach Sonnenuntergang respektive vor Sonnenaufgang zu sehen, wenn sich die Sonne etwa 6 bis 16 Grad unter dem Horizont befindet. Dies ist etwa 90 bis 120 Minuten nach dem Sonneuntergang respektive vor dem Sonnenaufgang der Fall. Zu dieser Zeit befindet sich die Lufthülle der Erde im Schatten und es ist relativ dunkel, lediglich die Nachtwolken in grosser Höhe werden von der Sonne beleuchtet und können gut beobachtet werden.

Die Ursache der Enstehung der leuchtenden Nachtwolken ist noch nicht zweifelsfrei geklärt. Die zur Bildung der Eiskristalle notwendigen Eiskeime stammen möglicherweise aus aus verglühenden Meteoriten (kosmischer Staub).

 

Weiterführende Informationen:

Beschreibungen, Hinweise zur Beobachtung

Arbeitskreis Meteore

NASA

 

Blogbeiträge MeteoSchweiz:

Sphärisch

Leuchtende Nachtwolken

Trotz lahmer Front ergiebiger Regen

Kommentare (0)