GCOS

Das Global Climate Observing System (GCOS) wurde gegründet, um die Klimabeobachtung auf globaler Ebene zu koordinieren. Ziel ist es, interessierten Nutzern die Beobachtungen und Informationen zur Verfügung zu stellen, welche sie für die Beantwortung klimarelevanter Fragestellungen benötigen. Umgesetzt wird GCOS in der Schweiz von einer Vielzahl nationaler Partnerinstitutionen koordiniert durch das Swiss GCOS Office an der MeteoSchweiz.

Eine qualitativ hochwertige, systematische Klimabeobachtung bildet die Grundlage für die Untersuchung des vergangenen Klimas. Sie hilft uns, langfristige Veränderungen zu erkennen und, im Zusammenspiel mit Modellen, Abschätzungen des zukünftigen Klimas zu machen. Dies ist für eine informierte Entscheidungsfindung betreffend die Eindämmung des Klimawandels und die Anpassung an denselben von wesentlicher Bedeutung. 

Der Zweck des Global Climate Observing System – kurz GCOS – besteht darin sicherzustellen, dass die erforderlichen klimarelevanten Beobachtungen und Informationen systematisch erfasst und allen potentiellen Nutzern verfügbar gemacht werden.

GCOS ist ein internationales Programm (siehe unten). Um dieses jedoch praktisch umzusetzen, müssen dessen Leitsätze auch auf nationaler Ebene angewandt werden. In der Schweiz erfolgt dies im Rahmen des nationalen Klimabeobachtungssystem (GCOS Schweiz).

GCOS Schweiz – Lokal messen, global verstehen

Die Klimabeobachtung hat in der Schweiz eine lange Tradition. Die längste Klimabeobachtungsreihe geht bis in das Jahr 1808 zurück, als Forschende in Genf erstmals begannen, phänologische Daten zum Zeitpunkt des Blattausbruchs der Rosskastanie zu erfassen. Mit der Zeit stieg die Anzahl systematisch überwachter Klimavariablen, und es kamen weitere terrestrische und auch atmosphärische Beobachtungen hinzu. 

Diese langen und ununterbrochenen Messreihen legen den Grundstein für die Umsetzung von GCOS in der Schweiz. Heute werden im Rahmen von GCOS Schweiz qualitativ hochwertige Daten zu 33 sogenannten essentiellen Klimavariablen (Essential Climate Variables, ECV) fortlaufend erfasst, verarbeitet und der Öffentlichkeit verfügbar gemacht (siehe auch: Nationales Klimabeobachtungssystem).

Neben den Klimabeobachtungen selbst sind auch deren Qualitätskontrolle sowie die Datensicherung und -verbreitung von grosser Wichtigkeit. Daher gehören zu GCOS Schweiz ebenfalls sechs internationale Daten- und Kalibrationszentren, die von Schweizer Institutionen betrieben werden. 

Die im Rahmen von GCOS Schweiz erfassten Daten werden vielfältig genutzt. Sie dienen beispielsweise dem Verständnis drängender, klimabedingter Risiken wie der fortdauernden Gletscherschmelze, und unterstützen so auch wesentlich die Arbeit des Weltklimarats (Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC). Sie bilden ebenfalls die Grundlage für nutzerspezifische Klimadienstleistungen und tragen so zu den Aktivitäten des National Center for Climate Services (NCCS). 

Mit den lokalen Messungen sowie internationalen Daten- und Kalibrationszentren trägt GCOS Schweiz insgesamt einen wichtigen Teil zum Verständnis des globalen Klimasystems bei.

GCOS Schweiz – ein Gemeinschaftswerk

Die systematische Beobachtung von ECVs und der Betrieb internationaler Daten- und Kalibrationszentren in der Schweiz werden durch die gemeinsamen Anstrengungen von 28 nationalen Partnerinstitutionen getragen.

Das Swiss GCOS Office – mit Sitz am Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz – koordiniert die Klimabeobachtung in der Schweiz zur Unterstützung dieser nationalen Partnerinstitutionen. Im Zusammenhang mit der Ratifizierung des Kyoto-Protokolls durch den Bundesrat wurde das Swiss GCOS Office im Jahr 2006 an der MeteoSchweiz gegründet (siehe auch: Swiss GCOS Office).

Bei der Durchführung seiner Koordinationsaktivitäten steht das Swiss GCOS Office unter der Leitung eines unabhängigen Steuerungsausschusses (GCOS Schweiz Steering Committee).

Weiterführende Informationen

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