SEB Peru

Projektanfang 01.03.2014
Projektende 31.12.2014
Themen Über uns > MeteoSchweiz
Forschung und Zusammenarbeit > Forschungskolloquium
Projekte > Internationale Zusammenarbeit
Region Welt
Status Aktuelle Projekte

Das Projekt SEB Peru hat zum Ziel, den volkswirtschaftlichen Wert von Klimadienstleistungen abzuschätzen, welche spezifisch auf die Kaffee- und Maisproduktion in der Andenregion Cusco zugeschnitten sind. Das Projekt erfolgt in enger Zusammenarbeit mit dem laufenden Projekt CLIMANDES und wird von der Schweizer Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) finanziert.

MeteoSwiss und SENAMHI untersuchen den wirtschaftlichen Wert speziell zugeschnittener Klimadienstleistungen für Bauern in den peruanischen Anden (© SENAMHI)
MeteoSwiss und SENAMHI untersuchen den volkswirtschaftlichen Wert massgeschneiderter Klimadienstleistungen für Bauern in den peruanischen Anden (© SENAMHI)

Der Landwirtschaftssektor ist bei Klimaschwankungen, Klimawandel und Wetterereignissen mit grossem Schadenausmass besonders anfällig. Massgeschneiderte Klimadienstleistungen können Ertragseinbussen vermeiden bzw. verringern, indem sie die Entscheidungsfindung der Bauern verbessern und somit beträchtliche sozioökonomische Nutzen generieren. In diesem Projekt wird die Zahlungsbereitschaft von Kaffee- und Maisbauern für massgeschneiderte Frühwarnsysteme in der Andenregion Cusco untersucht.

Neuerer Fall von Kaffeerost, einem Pilzbefall, der die Existenz ganzer Familien in Peru bedroht (©SDC)
©SDC

Kaffee spielt als wichtigstes landwirtschaftliches Exportgut Perus eine entscheidende Rolle für das Einkommen von Kleinbauern. Die Produktion ist jedoch infolge der jüngsten Ausbreitung des Kaffeerostpilzes in Lateinamerika stark zurückgegangen.

Mais andererseits ist ein wichtiges Erzeugnis zur Gewährleistung der Ernährungssicherheit. Diese Kultur ist aufgrund der hohen Lage der Anbauflächen durch wetterbedingte Stressfaktoren wie Dürren, Frost, Hagel und schwere Regenfälle stark beeinträchtigt.

 

Maisbauern der Andenregion sind besonders anfällig bei Klimaschwankungen und extremen Wetterereignissen (©SENAMHI)
©SENAMHI


Die Resultate zeigen eine signifikante Zahlungsbereitschaft der Bauern für die spezialisierten Frühwarnsysteme im Kaffee- und Maisanbau. Aggregiert über einen Zeitraum von 10 Jahren könnten diese Dienstleistungen einen ökonomische Wert von USD 10 Millionen für die Region Cusco und USD 100 Millionen für Peru als Ganzes aufweisen.

Die Studie zeigt das grosse Potenzial von massgeschneiderten Klimadienstleistungen zur Verbesserung der Entscheidungsfindung der Kleinbauern. Dies demonstriert die wichtige Rolle, welche nationale Wetterdienste beispielsweise im Gewährleisten der Ernährungssicherheit oder in der Aufbesserung der Einkommen von Kleinbauern spielen können. Diese Studie veranschaulicht die grosse Bedeutung von Klimadienstleistungen als ein fundamentales Element in den nationalen Strategien zur Anpassung an den Klimawandel in klimaanfälligen Sektoren.

Unterstützung für das Projekt CLIMANDES

SEB Peru unterstützt die Aktivitäten des GFCS-Partnerprojekts CLIMANDES, dessen Ziel es ist, massgeschneiderte Klimadienstleistungen für die Pilotregionen Cusco und Junín zu entwickeln. Die Fallstudie zeigt auf, wie wichtig der Dialog zwischen dem Anbieter von Klimadienstleistungen und den Entscheidungsträgern ist, um den Bedarf der Nutzer und die Anforderungen in klimaanfälligen Sektoren zu verstehen.

MeteoSchweiz an der COP20 in Lima

MeteoSwiss setzte dieses Projekt zusammen mit dem peruanischen Wetterdienst (SENAMHI) um, in enger Zusammenarbeit mit den Schweizer Projektpartnern: Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETHZ) und Meteodat. Die UN-Klimakonferenz (COP20), die vom 1. bis zum 12. Dezember 2014 in Lima stattfand, war eine ideale Plattform zur Präsentation der Ergebnisse dieser Fallstudie. MeteoSwiss und SENAMHI waren bei einer gemeinsamen Nebenveranstaltung mit Beiträten der koordinierenden Partner – der Weltbank, der Weltorganisation für Meteorologie (WMO), des International Research Centre on El Niño (CIIFEN) und des Finnischen Aussenministeriums – vertreten.

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