Erneut zäher Hochnebel

21. November 2019, 2 Kommentare
Themen: Wetter

Im Mittelland hielt sich der Hochnebel auch heute hartnäckig. Welche Veränderungen es dennoch beim Hochnebel sowie in den oberen Luftschichten gab, lesen Sie im heutigen Blog.

Vom Hohen Kasten konnte man heute schön auf den Hochnebel mit einer Obergrenze um 1200 Meter blicken. Um 15 Uhr zogen aus Süden etwas dichtere Wolkenfelder auf. Richtung Norden war es dagegen noch sonnig. Foto-webcam.eu
Vom Hohen Kasten konnte man heute schön auf den Hochnebel mit einer Obergrenze um 1200 Meter blicken. Um 15 Uhr zogen aus Süden etwas dichtere Wolkenfelder auf. Richtung Norden war es dagegen noch sonnig. Foto-webcam.eu

Ein ausgedehntes Tief südwestlich der Britischen Inseln steuerte heute mit einer südwestlichen Höhenströmung schubweise feuchtere Luft zur Alpensüdseite. Die Alpennordseite war im Schutz der Alpen etwas wetterbegünstigt, wobei auch hier zeitweise dichtere Wolkenfelder aus Süden den Himmel zierten. Die Grundschicht der Alpennordseite blieb weiterhin angefeuchtet.

Vergrösserte Ansicht: Vergleich der HRV-Satellitenbilder vom 20.11.2019 um 13 UTC (links) und vom 21.11.2019 um 13 UTC (rechts) überlagert mit der Sonnenscheindauer der letzten 10 Minuten (Zahlenwerte, z.B. 10 = 10 Minuten Sonnenschein in den letzten 10 Minuten). Aufgrund der höheren Obergrenze war der Hochnebel gestern etwas ausgedehnter und Stationen wie beispielsweise der Bantiger (auf rund 940 Metern) registrierten keine Sonne. Im Gegensatz dazu gab es heute in der Genferseeregion kein Sonnenschein. Ebenfalls erkennbar ist die allmählich zunehmende Bewölkung auf der Alpensüdseite, während gestern im Süden einige Sonnenstunden gemessen werden konnten.
Vergleich der HRV-Satellitenbilder vom 20.11.2019 um 13 UTC (links) und vom 21.11.2019 um 13 UTC (rechts) überlagert mit der Sonnenscheindauer der letzten 10 Minuten (Zahlenwerte, z.B. 10 = 10 Minuten Sonnenschein in den letzten 10 Minuten). Aufgrund der höheren Obergrenze war der Hochnebel gestern etwas ausgedehnter und Stationen wie beispielsweise der Bantiger (auf rund 940 Metern) registrierten keine Sonne. Im Gegensatz dazu gab es heute in der Genferseeregion kein Sonnenschein. Ebenfalls erkennbar ist die allmählich zunehmende Bewölkung auf der Alpensüdseite, während gestern im Süden einige Sonnenstunden gemessen werden konnten.
EUMETSAT/MeteoSchweiz

Aufgrund der nachlassenden Bisenströmung ist der Hochnebel im Mittelland und den Voralpen entlang auf heute abgesunken. Sowohl die Basis, wie auch die Obergrenze der Hochnebeldecke waren etwas tiefer als gestern. Die Obergrenze lag bei 900 bis 1200 Metern. Die teils dichteren hohen Wolkenfeldern, die bereits in der Nacht zeitweise über den Hochnebel gezogen sind, konnten diesem nichts anhaben. Der Hochnebel hielt sich auch heute ziemlich hartnäckig. In der Region Basel hatte sich in der vergangenen Nacht aufliegender Nebel gebildet. Dieser löste sich im Tagesverlauf langsam auf und so gab es, nach einem weiteren Wolkenschub in der Höhe, am Nachmittag noch einige sonnige Abschnitte in Basel.

Vergrösserte Ansicht: Nebelbogen an der Hochnebelobergrenze beim Bantiger um 9:20 Uhr.
Nebelbogen an der Hochnebelobergrenze beim Bantiger um 9:20 Uhr.
Roundshot.com/Swisscom Broadcast AG

An der Hochnebelobergrenze beim Bantiger hat die Webcam einen Nebelbogen aufgenommen. Diese entstehen durch Brechung und Reflexion der Sonnenstrahlen an den Nebeltröpfchen. Je kleiner diese Tröpfchen sind, desto lichtschwächer erscheint der Nebelbogen. Weitere Informationen zum optischen Phänomen Nebelbogen finden Sie hier.

Im Gegensatz zu gestern, war es ober- und ausserhalb des Hochnebels nicht ausschliesslich sonnig, da die Feuchtezufuhr aus Süd bis Südwest für zeitweise vorüberziehende Wolkenfelder sorgte. Am meisten Sonnenschein wurde heute im Wallis sowie an einigen Bergstationen, wie beispielsweise auf der La Dôle oder dem Säntis mit 4 bis 6 Stunden registriert.

Vergrösserte Ansicht: Ausserhalb des Hochnebels hatte es teilweise dichtere hohe Wolkenfelder, wodurch die Sonneneinstrahlung in den Bergen zeitweise eingeschränkt wurde, wie beispielsweise hier in Laax beim Crap Sogn Gion Park um 13:50 Uhr.
Ausserhalb des Hochnebels hatte es teilweise dichtere hohe Wolkenfelder, wodurch die Sonneneinstrahlung in den Bergen zeitweise eingeschränkt wurde, wie beispielsweise hier in Laax beim Crap Sogn Gion Park um 13:50 Uhr.
Foto-webcam.eu
Vergrösserte Ansicht: Wartungsarbeiten auf dem Titlis vor dem Föhnsturm (am Samstag). Blick Richtung Süden zum Sustenhorn und Gwächtenhorn.
Wartungsarbeiten auf dem Titlis vor dem Föhnsturm (am Samstag). Blick Richtung Süden zum Sustenhorn und Gwächtenhorn.
Foto: M. Kopp

Die Tageshöchstwerte wurden nördlich des Alpenhauptkamms ausserhalb des Hochnebels gemessen. Während die Temperaturen unterhalb des Hochnebels keine grossen Sprünge machten und ganztags zwischen 2 und 6 Grad verharrten, erreichten sie in Chur mit einigen Stunden Sonnenschein um 10 Grad.

Vergrösserte Ansicht: Temperaturmaximum am 21.11.2019 an ausgewählten Stationen.
Temperaturmaximum am 21.11.2019 an ausgewählten Stationen.
MeteoSchweiz

Auf der Alpensüdseite nahm die Bewölkung mit dem zunehmenden Südüberdruck heute wieder zu und in der ersten Tageshälfte wurde auch etwas Niederschlag verzeichnet. Dabei gab es nur noch vereinzelt ein paar Aufhellungen. Die Temperaturen erreichten Höchstwerte von 11 Grad.

In den Abendstunden wird sich die Stausituation südlich der Alpen intensivieren und es werden von Freitag um Mitternacht bis Sonntagmorgen ergiebige Niederschläge erwartet. Mit der süd- bis südöstlichen Anströmung werden die grössten Neuschneemengen vom Binntal über das Simplongebiet bis zu den Vispertälern erwartet. Für den starken Schneefall am Alpensüdhang  wurde eine Warnung der Stufe 3 und 4 ausgegeben. Gleichzeitig erreicht von Freitagabend bis Sonntagmorgen der Föhn in den Alpentälern und über den Alpen Sturmstärke. Die Föhnphase wurde ebenfalls mit einer Stufe 3 bewarnt. Weitere Informationen zu den aktuellen Warnungen finden Sie hier oder auf der unserer App.

Kommentare (2)

  1. Valentin, 22.11.2019, 09:22

    Eine kurze Frage - Sie sagen für Amsteg am Samstag starken Föhn und Temperaturen von 20 Grad voraus. Gleichzeitig regnet es. Wie ist das möglich?

    1. MeteoSchweiz, 22.11.2019, 19:16

      Die hohen Temperaturen kommen durch den Föhn zustande. Dabei sinkt die Luft hinter dem Gebirge ab und erwärmt sich. Je nach Krümmung und Stärke der Höhenströmung, fällt auf der stromabwertigen Seite des Gebirges, dem sogenannten Lee, teils Niederschlag in die Föhnluft.