Nebel, Sonne und Wolken

10. November 2019
Themen: Wetter

Insgesamt war heute Zwischenhocheinfluss wetterbestimmend. Wolken im Westen sowie Nebel und tiefer Hochnebel schränkten die Sonnenscheindauer jedoch teils deutlich ein.

Blick von Herdern über das Thurtal hinweg, links Frauenfeld mit der Zuckerfabrik. Foto: M. Stoll
Blick von Herdern über das Thurtal hinweg, links Frauenfeld mit der Zuckerfabrik. Foto: M. Stoll

Wetterlage

Ein Tief zog heute von Frankreich ins westliche Mittelmeer. Eigentlich handelte es sich um zwei verschiedene Tiefdruckgebiete, diese sind jedoch innerhalb desselben Höhentiefs entstanden.

Das Tief über Frankreich blieb stationär und füllte sich im Tagesverlauf auf. Gleichzeitig bildete sich über dem westlichen Mittelmeer ein neues Tief, welches in den kommenden Tagen wohl noch zu reden gibt. Veranschaulichen lässt sich diese Entwicklung am besten mit ein paar Wetterkarten:

Vergrösserte Ansicht: Vom europäischen Modell vorhergesagte Niederschlagsmengen für den Mittelmeerraum in den kommenden 72 Stunden (heute Sonntag 6 UTC bis Mittwoch 6 UTC). Vor allem an der algerische Küste, in Sizilien und im südlichen Italien dürfte der gewittrig durchsetzte Niederschlag grosse Regenmegen bringen.
Vom europäischen Modell vorhergesagte Niederschlagsmengen für den Mittelmeerraum in den kommenden 72 Stunden (heute Sonntag 6 UTC bis Mittwoch 6 UTC). Vor allem an der algerische Küste, in Sizilien und im südlichen Italien dürfte der gewittrig durchsetzte Niederschlag grosse Regenmegen bringen.

Die Schweiz war von dieser Entwicklung nur randlich betroffen, allerdings wurde die westliche Landeshälfte von teils dichter Bewölkung des Tiefs gestreift. Ganz im Westen ist dabei in der Nacht und am Vormittag lokal sogar etwas Niederschlag gefallen. Grundsätzlich befand sich die Schweiz in einem flachen Zwischenhoch zwischen dem erwähnten Tief und einem weiteren über der Ostsee.

Kalte Nacht in den Alpentälern

Vergrösserte Ansicht: Tiefsttemperaturen im Zeitraum von gestern Abend 21 UTC bis heute 9 UTC an ausgewählten Stationen im Messnetz von MeteoSchweiz.
Tiefsttemperaturen im Zeitraum von gestern Abend 21 UTC bis heute 9 UTC an ausgewählten Stationen im Messnetz von MeteoSchweiz.

Die gestern an dieser Stelle beschriebene Bewölkung hat sich am Abend rasch aufgelöst. Zusammen mit den windschwachen Verhältnissen sorgte dies für eine markante Abkühlung. Insbesondere in den schneebedeckten Tälern wurde es empfindlich kalt. So zeigte das Thermometer in Buffalora am Ofenpass heute Morgen -17.9 und am Flugplatz Samedan -17.3 Grad. Auf der Glattalp wurden sogar -21 Grad gemessen (Quelle: ebs-Strom, www.glattalp.ch).

Vergrösserte Ansicht: Rekordwertliste mit den Tiefsttemperaturen vom 1. bis 15. November in Buffalora.
Rekordwertliste mit den Tiefsttemperaturen vom 1. bis 15. November in Buffalora.

Diese Werte sind für die erste Novemberhälfte nicht ungewöhnlich. In Buffalora stammt der Rekordwert für den Zeitraum vom 1. bis 15. November mit -25.5 Grad vom 12. November 1979.

Rasche Bildung von Nebel und Hochnebel

Die Abkühlung durch die optimalen Abstrahlungsverhältnisse hatte im Mittelland eine rasche Nebelbildung zur Folge. Bereits im Laufe des gestrigen Abends nebelte es vielerorts ein.

Dabei lag die Temperatur gebietsweise knapp unter der Nullgradmarke, in diesem Fall spricht man von gefrierendem Nebel. In den Morgenstunden wurde der Nebel an den meisten Orten zu tiefem Hochnebel abgehoben, die Obergrenze lag bei 800 bis 900 Metern.

Vom Neuenburgersee südwestwärts löste sich der Hochnebel mit der eingangs erwähnten Bewölkung bis am Morgen wieder auf.

Vergrösserte Ansicht: Daten eines Ceilometers (Gerät zur Messung der Wolkenhöhe und -menge) .von gestern Nachmittag bis heute Mittag am Flughafen Zürich-Kloten. Wolkenschichten und Nebel sind rötlich eingefärbt.
Daten eines Ceilometers (Gerät zur Messung der Wolkenhöhe und -menge) .von gestern Nachmittag bis heute Mittag am Flughafen Zürich-Kloten. Wolkenschichten und Nebel sind rötlich eingefärbt.

Sonne in den Bergen und im Süden

Vergrösserte Ansicht: Teufen im Appenzellerland gehörte heute zu den sonnigsten Regionen der Schweiz.
Teufen im Appenzellerland gehörte heute zu den sonnigsten Regionen der Schweiz.
Foto: Kim di Gris

Am meisten Sonne gab es heute in den Bergen von der Zentralschweiz ostwärts. Einzig am Nachmittag zogen hier ein paar mittelhohe Wolkenfelder durch. Aber auch im Wallis und auf der Alpensüdseite zeigte sich die Sonne über mehrere Stunden.

Im Laufe des Nachmittags konnten schliesslich auch viele Bewohner des Mittellands ein paar Sonnenstrahlen erhaschen - der Hochnebel lockerte oder löste sich vielerorts auf.

Vergrösserte Ansicht: Sonnenscheindauer bis um 15.40 UTC an ausgewählten Stationen im Messnetz von MeteoSchweiz. Ganztags trüb blieb es lediglich in Teilen des zentralen Mitellandes und des Jura.
Sonnenscheindauer bis um 15.40 UTC an ausgewählten Stationen im Messnetz von MeteoSchweiz. Ganztags trüb blieb es lediglich in Teilen des zentralen Mitellandes und des Jura.

Die Höchsttemperaturen erreichten je nach Wolken- und Nebelsituation 4 bis 9 Grad, im Tessin wurden knapp 12 Grad gemessen.

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