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Das Schweizer Hagelmessnetz

Projektanfang 01.04.2018
Projektende 01.04.2026
Themen Forschung und Zusammenarbeit
Forschung und Zusammenarbeit > Projekte
Gefahren
Wetter
Region Schweiz
Status Aktuelle Projekte

Das Projekt «Das Schweizer Hagelmessnetz» startete im Frühling 2018. Es wurden 80 automatische Hagelsensoren mit einer Laufzeit von 8 Jahren in den drei Regionen mit der höchsten Hagel-Auftretenswahrscheinlichkeit installiert: Napfregion, Jura und Südtessin.

Hagel: Unberechenbar und schwer vorhersagbar

Hagel verursacht in der Schweiz Jahr für Jahr Millionenschäden an Fahrzeugen, Gebäuden und in der Landwirtschaft und ist hierzulande nach Hochwasser die «zweitteuerste» Naturgefahr. Einzelereignisse können innert Minuten Schäden in Millionenhöhe verursachen.

Seit einigen Jahren steht Hagel im Fokus verschiedener Forschungs- und Innovationsprojekte bei der MeteoSchweiz und am Mobiliar Lab für Naturrisiken an der Universität Bern. Angetrieben wird das Interesse durch die steigende Nachfrage nach genauen Hagelinformationen von Fachleuten, Versicherungen und der Bevölkerung. Wichtig sind auch technologische Entwicklungen wie das erneuerte Schweizer Wetterradarnetz und Innovationen in der Messtechnik, wie der neue vollautomatische Hagelsensor.

Das Projekt «Das Schweizer Hagelmessnetz» startete im Frühling 2018. Es wurden 80 automatische Hagelsensoren, die über acht Jahre betrieben werden, in den drei Regionen mit der höchsten Hagel-Auftretenswahrscheinlichkeit installiert. Es handelt sich hierbei um die Napfregion, den Jura und das Südtessin.

In der Napfregion befinden sich 38, im Tessin 27 und im Jura 15 Sensoren, die hauptsächlich auf den Dächern von Schulhäusern oder anderen öffentlichen Gebäuden installiert worden sind, siehe Karte.
     

Der automatische Hagelsensor misst Energie und Grösse eines Hagelkorns

Dank der neuen Sensortechnologie können erstmals die kinetische Energie und die Korngrössenverteilung von Hagel am Boden automatisch und quantitativ erfasst werden. Mit dem Aufbau des Hagelmessnetzes erhält die Wissenschaft einen wertvollen Datensatz. Die Kombination aus Wetterradardaten, Daten aus der Hagelmeldefunktion der MeteoSchweiz App und Daten aus dem Hagelmessnetz macht dieses Vorhaben weltweit einzigartig. Die neuartigen Messungen sollen gemeinsam mit den App-Rückmeldungen zur Verbesserung des Radaralgorithmus zu Erkennung und Prognose von Hagel verwendet werden und daneben zu einer besseren Einschätzung der Hagelgefährdung dienen.

Funktionsweise

Der Hagelsensor „HailSens“ besteht aus einer Makrolonscheibe mit einem Durchmesser von 50 cm, die beim Aufprall eines Hagelkorns zu schwingen beginnt. Deren Schwingungen werden durch ein hochsensibles Mikrofon aufgezeichnet, das sich unter der Scheibe befindet. Die Sensoren messen so die kinetische Energie, die Korngrösse und den Zeitpunkt des Hagelschlags. Anschliessend werden die Daten via Mobilnetz an einen zentralen Speicherort bei der MeteoSchweiz übermittelt.
    

Kompetente Partner

Das weltweit einzigartige Projekt wird vom Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz zusammen mit der Versicherung «Mobiliar» (Gesellschaftsengagement) und dem Mobiliar Lab für Naturrisiken an der Universität Bern durchgeführt. Die Firma inNET Monitoring AG ist für den Aufbau und Betrieb des Hagelsensoren Messnetzes für die gesamte Projektdauer verantwortlich.