Das Monatsbulletin von MeteoSchweiz beschreibt den Zustand des Schweizer Klimas im aktuellen Monat, vergleicht diesen mit der momentan gültigen Referenzperiode 1991-2020 gemäss Vorgabe der Weltorganisation für Meteorologie WMO und ordnet ihn in den historischen Kontext seit Messbeginn 1864 ein.
Die tägliche Produktion des Bulletins startet ab dem fünftletzten Tag des Monats.
Dies ist das definitive Bulletin für den Januar 2026.
Publikationsdatum: 04. Februar 2026
Die landesweit gemittelte Monatstemperatur im Januar 2026 betrug -2.7 °C. Dies entspricht einer Abweichung zur Referenzperiode 1991-2020 von -0.4 °C.
An den Messstandorten von MeteoSchweiz wurden Temperaturabweichungen zur Referenz zwischen -1.5 °C und +1.7 °C registriert, wobei ein Grossteil der Stationen eine Abweichung von -1.0 °C bis +0.3 °C aufwies.
Abbildung 1 zeigt die definitive Monatsmitteltemperatur und die Abweichung zum Mittel über die Referenzperiode 1991-2020 für den Januar 2026.

Die höchsten positiven Abweichungen zur Referenzperiode 1991-2020 verzeichneten die Regionen Nord- und Mittelbünden und Wallis. Beispiele für Messstandorte sind Ulrichen und Visp (siehe Tabelle 1). Die grössten negativen Abweichungen stammten aus den Regionen Mittelland und Alpensüdseite (z.B. die Stationen Cimetta und Zürich / Affoltern).
Tabelle 1 zeigt Monatsmittelwerte der Temperatur an ausgewählten Stationen.
| Station | Höhe [m ü.M.] | Monatsmittel [°C] | Referenz [°C] | Abweichung [°C] |
|---|---|---|---|---|
| Basel / Binningen | 316 | 1.5 | 2.2 | -0.7 |
| Bern / Zollikofen | 553 | -0.2 | 0.2 | -0.4 |
| Zürich / Fluntern | 556 | 0.1 | 0.9 | -0.8 |
| Genève / Cointrin | 411 | 1.8 | 2.1 | -0.3 |
| Zürich / Affoltern | 444 | -0.5 | 1.0 | -1.5 |
| Engelberg | 1036 | -1.4 | -1.7 | +0.3 |
| Sion | 482 | 1.2 | 0.5 | +0.7 |
| Visp | 639 | 1.0 | -0.7 | +1.7 |
| Ulrichen | 1346 | -5.7 | -7.2 | +1.5 |
| Davos | 1594 | -4.9 | -4.7 | -0.2 |
| Samedan | 1709 | -7.9 | -8.4 | +0.5 |
| Lugano | 273 | 4.1 | 3.8 | +0.3 |
| Cimetta | 1661 | -2.6 | -1.1 | -1.5 |
Tabelle 1: Monatsmitteltemperatur für den Monat Januar an ausgewählten Stationen im Messnetz von MeteoSchweiz. Es ist jeweils die Höhe der Station, das aktuelle Monatsmittel, der Referenzwert (1991-2020) und die Abweichung zur Referenzperiode angegeben.

Die landesweite Monatsmitteltemperatur im Januar 2026 belegte den 62. Rang seit Messbeginn 1864. Der bisher wärmste Januar stammt aus dem Jahr 2018. Der damalige Januar erreichte eine Monatsmitteltemperatur von 0.5 °C, bei einer Abweichung von +2.7 °C zur Referenzperiode 1991-2020.
Der globale Klimawandel betrifft auch die Schweiz. Die Temperatur steigt seit der vorindustriellen Zeit in allen Jahreszeiten an. Auch im Januar ist der Temperaturanstieg seit der vorindustriellen Referenzperiode 1871-1900 signifikant. Die Monatsmitteltemperatur im Januar ist in den letzten gut 140 Jahren um 2.6 °C (1.1 bis 4.1 °C) gestiegen.
Mit der Monatsdurchschnittstemperatur von -2.7 °C liegt der Januar 2026 im jährlichen Schwankungsbereich des aktuellen Klimas. Die Monatstemperatur war damit für den aktuellen Klimazustand nicht aussergewöhnlich.
Die monatliche Niederschlagssumme im Januar 2026 lag verbreitet unter der Referenzperiode 1991-2020. An den Messstandorten von MeteoSchweiz wurden Verhältnisse der monatlichen Niederschlagssumme zur Referenz zwischen 14 % und 141 % registriert, wobei ein Grossteil der Stationen ein Verhältnis von 40 % bis 80 % aufwies.
Die grössten Niederschlagsmengen im Vergleich zur Referenzperiode 1991-2020 verzeichnete die Region Jura. Beispiele für Messstandorte mit vergleichweise grossen Niederschlagssummen sind Chasseral und Chaumont (siehe Tabelle 2). Die geringsten Niederschlagsmengen stammten aus den Regionen Alpennordhang und Nord- und Mittelbünden (z.B. die Stationen Bad Ragaz und Vaduz).
Abbildung 3 zeigt die monatliche Niederschlagssumme und die Abweichung zum Mittel über die Referenzperiode 1991-2020 für den Januar 2026.

Die Monatssumme des Niederschlags im Januar 2026 erreichte an einer Messstation mit Daten seit über 110 Jahren den 8. Rang der niederschlagsärmsten Januarmonate: Grindelwald 28.3 mm (Rekord: 6.4 mm, 1996).
Tabelle 2 zeigt die Monatsniederschlagssummen und deren Abweichung zur Referenzperiode an ausgewählten Stationen im Messnetz von MeteoSchweiz.
| Station | Höhe [m ü.M.] | Monatssumme [mm] | Referenz [mm] | Verhältnis zur Referenz [%] |
|---|---|---|---|---|
| Basel / Binningen | 316 | 39.3 | 48 | 82 |
| Chasseral | 1594 | 115.2 | 96 | 120 |
| Chaumont | 1136 | 86.3 | 91 | 95 |
| Bern / Zollikofen | 553 | 45.7 | 60 | 76 |
| Zürich / Fluntern | 556 | 39.3 | 63 | 62 |
| Genève / Cointrin | 411 | 77.6 | 73 | 106 |
| Engelberg | 1036 | 33.6 | 89 | 38 |
| Vaduz | 457 | 9.4 | 45 | 21 |
| Sion | 482 | 28.1 | 52 | 54 |
| Davos | 1594 | 22.4 | 70 | 32 |
| Bad Ragaz | 496 | 9.7 | 71 | 14 |
| Samedan | 1709 | 21.2 | 29 | 73 |
| Lugano | 273 | 49.6 | 66 | 75 |
Tabelle 2: Niederschlagssumme für den Monat Januar an ausgewählten Stationen im Messnetz von MeteoSchweiz. Es ist jeweils die Höhe der Station, die aktuelle Monatssumme, der Referenzwert (1991-2020) und das Verhältnis zur Referenzperiode angegeben.
An den Messstandorten von MeteoSchweiz wurden Verhältnisse der monatlichen Sonnenscheindauer zur Referenz zwischen 74 % und 145 % registriert, wobei ein Grossteil der Stationen ein Verhältnis von 90 % bis 120 % aufwies.
Am meisten Sonnenschein im Vergleich zur Referenzperiode 1991-2020 erhielten die Regionen Mittelland, Jura und Alpennordhang. Beispiele für Messstandorte mit mehr Sonnenschein sind Basel / Binningen und St. Gallen (siehe Tabelle 2). Die geringste Sonnenscheindauer im Vergleich zur Referenz verzeichnete die Region Alpensüdseite (z.B. die Stationen Cimetta und Col du Grand St-Bernard).
Abbildung 4 zeigt die monatliche Sonnenscheindauer und die Abweichung zum Mittel über die Referenzperiode 1991-2020 für den Januar 2026.

Die monatliche Sonnenscheindauer im Januar 2026 erreichte an einer Messstation mit Daten seit über 130 Jahren den 6. Rang der sonnigsten Januarmonate: Genève / Cointrin 86.7 h (Rekord: 114.4 h, 2020).
Tabelle 3 zeigt die monatliche Sonnenscheindauer und deren Abweichung zur Referenzperiode an ausgewählten Stationen im Messnetz von MeteoSchweiz.
| Station | Höhe [m ü.M.] | Monatssumme [h] | Referenz [h] | Verhältnis zur Referenz [%] |
|---|---|---|---|---|
| Basel / Binningen | 316 | 91.3 | 64 | 143 |
| Bern / Zollikofen | 553 | 79.3 | 66 | 120 |
| Zürich / Fluntern | 556 | 70.0 | 60 | 117 |
| Genève / Cointrin | 411 | 86.7 | 61 | 142 |
| St. Gallen | 776 | 82.6 | 57 | 145 |
| Engelberg | 1036 | 62.1 | 51 | 122 |
| Sion | 482 | 88.9 | 93 | 96 |
| Davos | 1594 | 116.3 | 112 | 104 |
| Samedan | 1709 | 107.5 | 120 | 90 |
| Lugano | 273 | 106.3 | 124 | 86 |
| Col du Grand St-Bernard | 2472 | 40.5 | 55 | 74 |
| Cimetta | 1661 | 125.0 | 160 | 78 |
Tabelle 3: Sonnenscheindauer für den Monat Januar an ausgewählten Stationen im Messnetz von MeteoSchweiz. Es ist jeweils die Höhe der Station, die aktuelle Monatssumme, der Referenzwert (1991-2020) und das Verhältnis zur Referenzperiode angegeben.
Die Zufuhr kalter Polarluft aus Norden und Nordwesten sorgte vom 30. Dezember bis 7. Januar für eisige Bedingungen in der ganzen Schweiz. Im Jura und in den hohen Lagen der Alpen wichen die Tagesmitteltemperaturen lokal 10-13 °C von der Referenzwerten der Periode 1991-2020 für Januar ab. Vom 3.-7. Januar 2026 wurden die Referenztemperaturen verbreitet um 4 bis 9 °C unterschritten. Die Tagesminima erreichten lokal Werte unter -25 °C, z.B. in La Brévine mit -30,3 °C am 5. Januar und Buffalora mit -25,8 °C am 7. Januar. An einigen Messtandorten im Engadin, im Wallis und im Urnerland wurden Tagesminimum-Temperaturen unter -20 °C registriert. In Berglagen hielt die ausgeprägte Kälte bis am 11. Januar an. Letztmals über mehrere Tage so kalt war es im Winterhalbjahr 2020/2021. Es gab jedoch keine neuen nennenswerten Kälterekorde.
Nach einer Übergangsphase vom 8. bis 11. Januar 2026 mit teilweise stürmischen Westwinden und regionalen Niederschlagsmengen von über 30 mm und lokalen Niederschlägen in der Westschweiz und am Alpennordhang von über 50 mm in drei Tagen, dominierten vom 12. bis 20. Januar südliche Winde das Wettergeschehen über der Schweiz. Auf der Alpennordseite und inneralpin kletterten die Tagesmitteltemperaturen in dieser Phase verbreitet etwa 2-6 °C und im Wallis, in Berglagen und im Jura lokal 7-11 °C über die Referenzwerte der Periode 1991-2020. Damit wurden die weit unterdurchschnittlichen Temperaturen zu Beginn des Monats zumindest teilweise kompensiert. Trotz Staulage gab es nur wenig Niederschlag auf der Alpensüdseite und praktisch keinen im Engadin.
Abbildung 5 zeigt den täglichen Verlauf einiger wichtiger Messgrössen im Januar 2026 beispielhaft für eine Station in den Niederungen und einen Messstandort in erhöhter Lage.
