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Das Monatsbulletin von MeteoSchweiz beschreibt den Zustand des Schweizer Klimas im aktuellen Monat, vergleicht diesen mit der momentan gültigen Referenzperiode 1991-2020 gemäss Vorgabe der Weltorganisation für Meteorologie WMO und ordnet ihn in den historischen Kontext seit Messbeginn 1864 ein.

Die tägliche Produktion des Bulletins startet ab dem fünftletzten Tag des Monats.

Dies ist das definitive Bulletin für den April 2026.

Publikationsdatum: 10. Mai 2026

Monatsbilanz

Temperatur

Vergleich zur Referenzperiode 1991-2020

Die landesweit gemittelte Monatstemperatur im April 2026 betrug 7.3 °C. Dies entspricht einer Abweichung zur Referenzperiode 1991-2020 von +2.6 °C.

Die Temperatur im April 2026 lag schweizweit über der Referenzperiode 1991-2020. An den Messstandorten von MeteoSchweiz wurden Temperaturabweichungen zur Referenz zwischen +1.3 °C und +4.3 °C registriert, wobei ein Grossteil der Stationen eine Abweichung von +1.9 °C bis +3.1 °C aufwies.

Abbildung 1 zeigt die definitive Monatsmitteltemperatur und die Abweichung zum Mittel über die Referenzperiode 1991-2020 für den April 2026.

Zwei Kartendarstellungen der Schweiz mit den grössten Flüssen und Seen. Die Karten zeigen innerhalb der Landesgrenzen die Monatsmitteltemperaturen (links) und die Abweichungen zur Referenzperiode 1991-2020 (rechts) für diesen Monat.
Monatsmitteltemperaturen (links) und Abweichung zur Referenzperiode 1991-2020 in °C (rechts) für den April 2026. Monatsmitteltemperaturen über 0 °C sind rot, Werte unter 0 °C sind blau eingefärbt (linke Grafik). Liegen die Monatsmitteltemperaturen über der Referenz, sind die entsprechenden Bereiche rot, Gebiete mit unterdurchschnittlichen Temperaturen blau dargestellt (rechte Grafik).

Die höchsten positiven Abweichungen zur Referenzperiode 1991-2020 verzeichnete die Region Alpensüdseite. Beispiele für Messstandorte sind Cimetta und Robièi (siehe Tabelle 1). Die kleinsten positiven Abweichungen stammten aus den Regionen Mittelland, Jura, Alpennordhang und Nord- und Mittelbünden (z.B. die Stationen Altdorf und Ebnat-Kappel). In höheren Lagen waren die Abweichungen zur Referenzperiode grösser als in den tiefergelegenen Regionen der Schweiz.

Tabelle 1 zeigt Monatsmittelwerte der Temperatur an ausgewählten Stationen.

Station Höhe [m ü.M.] Monatsmittel [°C] Referenz [°C] Abweichung [°C]
Basel / Binningen 316 12.2 10.7 +1.5
Bern / Zollikofen 553 11.3 9.0 +2.3
Zürich / Fluntern 556 11.7 9.6 +2.1
Genève / Cointrin 411 12.8 10.5 +2.3
Engelberg 1036 8.5 6.3 +2.2
Altdorf 438 11.2 9.9 +1.3
Ebnat-Kappel 623 9.1 7.8 +1.3
Sion 482 13.5 11.3 +2.2
Davos 1594 5.3 3.0 +2.3
Samedan 1709 4.2 1.9 +2.3
Lugano 273 15.1 12.3 +2.8
Cimetta 1661 8.0 3.7 +4.3
Robièi 1898 5.5 1.3 +4.2

Tabelle 1: Monatsmitteltemperatur für den Monat April an ausgewählten Stationen im Messnetz von MeteoSchweiz. Es ist jeweils die Höhe der Station, das aktuelle Monatsmittel, der Referenzwert (1991-2020) und die Abweichung zur Referenzperiode angegeben.

Verlauf der Monatsmitteltemperatur für den April, dargestellt als Abweichungen vom 30-jährigen geglätteten Mittel (lokale lineare Regression LOESS, schwarze Linie). Rote Balken zeigen Werte über dem geglätteten Mittel, blaue Balken entsprechen Werten unterhalb des geglätteten Mittels.
Verlauf der Monatsmitteltemperatur für den April, dargestellt als Abweichungen vom 30-jährigen geglätteten Mittel.

Entwicklung seit Messbeginn 1864

Die landesweite Monatsmitteltemperatur im April 2026 belegte den 5. Rang seit Messbeginn 1864. Der bisher wärmste April stammt aus dem Jahr 2007. Der damalige April erreichte eine Monatsmitteltemperatur von 8.9 °C, bei einer Abweichung von +4.2 °C zur Referenzperiode 1991-2020.

Die Monatsmitteltemperatur im April 2026 erreichte an sieben Messstationen mit Daten seit über 110 Jahren den 2. Rang der wärmsten Aprilmonate.

Der globale Klimawandel betrifft auch die Schweiz. Die Temperatur steigt seit der vorindustriellen Zeit in allen Jahreszeiten an. Auch im April ist der Temperaturanstieg seit der vorindustriellen Referenzperiode 1871-1900 signifikant. Die Monatsmitteltemperatur im April ist in den letzten gut 140 Jahren um 3.1 °C (1.9 bis 4.2 °C) gestiegen.

Mit der Monatsdurchschnittstemperatur von 7.3 °C liegt der April 2026 im jährlichen Schwankungsbereich des aktuellen Klimas. Die Monatstemperatur war damit für den aktuellen Klimazustand nicht aussergewöhnlich. Dies, obschon der Monat mit Rang 5 zu den wärmsten seit Messbeginn 1864 gehört. Dies zeigt eindrücklich, wie stark sich das Klima im April verändert hat.

Niederschlag

Die monatliche Niederschlagssumme im April 2026 lag schweizweit unter der Referenzperiode 1991-2020. An den Messstandorten von MeteoSchweiz wurden Verhältnisse der monatlichen Niederschlagssumme zur Referenz zwischen 9 % und 50 % registriert, wobei ein Grossteil der Stationen ein Verhältnis von 20 % bis 30 % aufwies.

Die grössten Niederschlagsmengen im Vergleich zur Referenzperiode 1991-2020 verzeichneten die Regionen Jura und Engadin. Beispiele für Messstandorte mit vergleichweise grossen Niederschlagssummen sind Fahy und Scuol (siehe Tabelle 2). Die geringsten Niederschlagsmengen stammten aus den Regionen Mittelland und Alpennordhang (z.B. die Stationen Interlaken und Wynau).

Abbildung 3 zeigt die monatliche Niederschlagssumme und die Abweichung zum Mittel über die Referenzperiode 1991-2020 für den April 2026.

Zwei Kartendarstellungen der Schweiz mit den grössten Flüssen und Seen. Die Karten zeigen innerhalb der Landesgrenzen die Monatssummen des Niederschlags (links) und das Verhältnis zur Referenzperiode 1991-2020 (rechts) für diesen Monat.
Monatliche Niederschlagssumme in mm (links) und Verhältnis zur Referenzperiode 1991-2020 in % (rechts) für den April 2026. Liegen die Monatsniederschläge über der Referenz, sind die entsprechenden Bereiche bläulich, Gebiete mit unterdurchschnittlichen Niederschlagsmengen sind braun dargestellt (rechte Grafik).

Die Monatssumme des Niederschlags im April 2026 erreichte an fünf Messstationen mit Daten seit über 90 Jahren den 1. Rang der niederschlagsärmsten Aprilmonate: Château-d’Oex 14.2 mm (bisheriger Rekord: 17.9 mm, 1883), Grimsel Hospiz 23.5 mm (bisheriger Rekord: 26.8 mm, 2007), Grindelwald 14.2 mm (bisheriger Rekord: 26.5 mm, 1946), Kandersteg 11.6 mm (bisheriger Rekord: 19.0 mm, 1981) und Lauterbrunnen 8.3 mm (bisheriger Rekord: 24.3 mm, 2011).

Tabelle 2 zeigt die Monatsniederschlagssummen und deren Abweichung zur Referenzperiode an ausgewählten Stationen im Messnetz von MeteoSchweiz.

Station Höhe [m ü.M.] Monatssumme [mm] Referenz [mm] Verhältnis zur Referenz [%]
Basel / Binningen 316 23.0 64 36
Fahy 596 36.7 78 47
Bern / Zollikofen 553 13.3 78 17
Zürich / Fluntern 556 14.3 80 18
Genève / Cointrin 411 25.7 67 38
Wynau 422 8.7 76 11
Engelberg 1036 34.2 112 31
Interlaken 578 7.3 82 9
Sion 482 6.2 34 18
Davos 1594 17.5 54 32
Samedan 1709 13.8 37 37
Scuol 1304 17.5 35 50
Lugano 273 46.5 138 34

Tabelle 2: Niederschlagssumme für den Monat April an ausgewählten Stationen im Messnetz von MeteoSchweiz. Es ist jeweils die Höhe der Station, die aktuelle Monatssumme, der Referenzwert (1991-2020) und das Verhältnis zur Referenzperiode angegeben.

Sonnenscheindauer

Die monatliche Sonnenscheindauer im April 2026 lag schweizweit über der Referenzperiode 1991-2020. An den Messstandorten von MeteoSchweiz wurden Verhältnisse der monatlichen Sonnenscheindauer zur Referenz zwischen 121 % und 173 % registriert, wobei ein Grossteil der Stationen ein Verhältnis von 130 % bis 150 % aufwies.

Am meisten Sonnenschein im Vergleich zur Referenzperiode 1991-2020 erhielten die Regionen Jura, Alpennordhang und Alpensüdseite. Beispiele für Messstandorte mit mehr Sonnenschein sind Col du Grand St-Bernard und Grimsel Hospiz (siehe Tabelle 2). Die geringste Sonnenscheindauer im Vergleich zur Referenz verzeichneten die Regionen Alpennordhang, Wallis, Alpensüdseite und Engadin (z.B. die Stationen Altdorf und Vaduz).

Abbildung 4 zeigt die monatliche Sonnenscheindauer und die Abweichung zum Mittel über die Referenzperiode 1991-2020 für den April 2026.

Zwei Kartendarstellungen der Schweiz mit den grössten Flüssen und Seen. Die Karten zeigen innerhalb der Landesgrenzen das Verhältnis der monatlichen zur maximal möglichen Sonnenscheindauer (links) und das Verhältnis zur Referenzperiode 1991-2020 (rechts) für diesen Monat.
Verhältnis der effektiven Sonnenscheindauer zur maximal möglichen Sonnenscheindauer (links) und Verhältnis zur Referenzperiode 1991-2020 in % (rechts) für den April 2026. Liegt die monatliche Sonnenscheindauer über der Referenz, sind die entsprechenden Bereiche gelb, Gebiete mit unterdurchschnittlichen Temperaturen grau dargestellt (rechte Grafik).

Die monatliche Sonnenscheindauer im April 2026 erreichte an einer Messstation mit Daten seit über 120 Jahren den 1. Rang der sonnigsten Aprilmonate: Pully 284.4 h (bisheriger Rekord: 283.5 h, 1938).

Tabelle 3 zeigt die monatliche Sonnenscheindauer und deren Abweichung zur Referenzperiode an ausgewählten Stationen im Messnetz von MeteoSchweiz.

Station Höhe [m ü.M.] Monatssumme [h] Referenz [h] Verhältnis zur Referenz [%]
Basel / Binningen 316 244.4 167 146
Bern / Zollikofen 553 255.2 179 143
Zürich / Fluntern 556 248.7 177 141
Genève / Cointrin 411 277.1 187 148
Engelberg 1036 196.5 146 135
Grimsel Hospiz 1980 210.0 123 171
Vaduz 457 189.5 156 121
Altdorf 438 180.0 143 126
Sion 482 276.1 210 131
Davos 1594 213.5 154 139
Samedan 1709 203.0 150 135
Lugano 273 246.8 182 136
Col du Grand St-Bernard 2472 257.2 149 173

Tabelle 3: Sonnenscheindauer für den Monat April an ausgewählten Stationen im Messnetz von MeteoSchweiz. Es ist jeweils die Höhe der Station, die aktuelle Monatssumme, der Referenzwert (1991-2020) und das Verhältnis zur Referenzperiode angegeben.

Wetterereignisse

Frühsommerliche Phase in den ersten zehn Apriltagen

Nach einem kühlen Start zeigte sich der Monat vom 4. bis 9. April regional sommerlich. In den tiefen Lagen des Mittellandes, im Jura, im Rhone- im Rheintal und in den Tessiner Tälern wurden in diesen Tagen regelmässig Tageshöchstwerte von 20 °C erreicht und überschritten. Im Tessin, im Wallis und in Genf wurden lokal auch Sommertage registriert. Biasca meldete 27,6 °C, Grono und Acquarossa meldeten über 26 °C, in Cevio, Sion, Visp und Genf reichte es genau für 25 °C oder leicht darüber. Im Churer Rheintal, in der Region Basel und am Jurasüdfuss wurden um 24 °C verzeichnet. Solch hohe Temperaturen sind in den ersten Apriltagen eher selten, wenn auch vereinzelt in früheren Jahren um diese Zeit schon Sommertage registriert wurden. Am 9. April 2011 wurden im Tessin sogar schon Temperaturen über 30 °C gemessen, was einem Hitzetag entspricht.

Weiterführende Informationen

Ein April fast ohne Niederschlag

Langanhaltendes Hochdruckwetter und teilweise sommerliche Verhältnisse sorgten schweizweit im vergangenen April für sehr wenig Niederschlag. In weiten Gebieten war es sogar der niederschlagsärmste April seit Messbeginn.

Weiterführende Informationen

Vegetation und Pollen

Vegetationsentwicklung im April

Wie schon der Februar und März war auch der April von einer stark verfrühten Vegetationsentwicklung geprägt. So traten nach vorläufigen Berechnungen alle 23 schweizweit beobachteten Vegetationsphasen im Durchschnitt 10 Tage früher auf als im langjährigen Mittel (1991-2020). Die am meisten verfrühten Vegetationsphasen waren die Blüte des Löwenzahns, des Apfelbaums und des Roten Holunders, die rund zwei Wochen früher auftraten als im langjährigen Mittel.

Monatsverlauf wichtiger Messgrössen

Abbildung 5 zeigt den täglichen Verlauf einiger wichtiger Messgrössen im April 2026 beispielhaft für eine Station in den Niederungen und einen Messstandort in erhöhter Lage.

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Monatsverlauf der Lufttemperatur (Tagesmittel und Tagesmaxima/-minima), Tagessumme der Sonnenscheindauer und des Niederschlags und höchste Böenspitzen pro Tag an den Stationen Zürich / Fluntern und Engelberg für den April 2026. Die mittlere Lufttemperatur ist als Abweichung zum klimatologischen Referenzwert 1991‒2020 dargestellt.