Wetterereignisse
Kalte Phase in der zweiten Maidekade
Nach einem überdurchschnittlich warmen Start in den Mai wurde es wechselhafter. Am 5. und 6. Mai 2026 gab es nach mehrwöchiger Durststrecke im April wieder einmal verbreitet moderate Niederschlagsmengen. Auf der Alpennordseite wurden regional in den zwei Tagen 5-20 mm erreicht, südlich der Alpen waren es etwa 35-70 mm Niederschlag. Ein umfangreiches Tief über Skandinavien führte vom 11. bis 19. Mai kontinuierlich feuchtkalte Luft zu den Alpen. Mit einer Kaltfront sanken die Temperaturen ab dem 11. Mai für acht Tage deutlich unter die Referenzwerte der Periode 1991-2020 für diese Jahreszeit. Verbreitet lagen die Tagesmitteltemperaturen in dieser Phase 5-8 °C unter der Referenz. Viele Stationen, auch in tiefen Lagen, meldeten in dieser Phase Tagesminimum-Temperaturen in Bodennähe (5 cm über Gras) unter 0 °C, was in der Regel mit Bodenfrost einher geht. Bodenfrost tritt zu dieser Jahreszeit im Mittelland nicht sehr häufig aber dennoch regelmässig auf. Knapp die Hälfte aller Jahre an Messstandorten im Mittelland weist mehr als zwei Tage mit Bodenfrost auf. Kälterekorde gab es vom 11.-19. Mai 2026 keine. Dennoch kommen derart kalte 7-Tages-Perioden im aktuellen Klima verbreitet seltener als etwa alle 10 Jahre vor. Zuletzt über mehrere Tage sehr kalte Bedingungen für einen Mai gab es vom 5. bis 8. Mai 2019. Damals wurden auch in tiefen Lagen Tagesminima (Lufttemperatur 2 m über Boden) bis -3 °C gemessen. Dieses Jahr reichte es für Tagesminima von +1 bis +3 °C in Tieflagen. Vom 10. bis 18. Mai 2026 fiel in weiten Teilen des Landes auch immer wieder etwas Niederschlag. Am 12. Mai 2026 fiel die Schneefallgrenze auf eine Höhe von 700-1000 Meter, so dass es am Alpennordhang regional 10-20 cm Neuschnee gab. Auch in den darauffolgenden Tagen schneite es teilweise nochmal bis gegen 1100 Meter hinunter.
Aussergewöhnlich frühe Hitze
Innerhalb weniger Tage, vom 20. auf den 23. Mai 2026, wurde es schweizweit heiss. Ab dem 24. Mai gab es für die Jahreszeit aussergewöhnlich früh erste Hitzetage. Es begann mit der Hitze im Rhonetal, auf der Alpensüdseite und lokal im Mittelland und im Jura. Vom 25. bis zum 27. Mai wies eine wachsende Anzahl Messstandorte im Tessin und auf der Alpennordseite Tageshöchstwerte von 30 °C und mehr auf. Auch die Temperaturen stiegen in diesen Tagen an den meisten Messstandorten. In Sion kletterten die Werte von maximal 32,4 °C am 24. Mai auf 34,2 °C am 27. Mai. Dort ist der Wert vom 27. Mai die zweitheisseste Temperatur, die je in einem Mai gemessen wurde. In Biasca wurde mit 34,8 °C am 28. Mai der höchste Wert erreicht, der jemals im Mai südlich der Alpen gemessen wurde. Er liegt nur 0,3 °C unter dem nationalen Mai-Rekordwert der Schweiz (35,1 °C in Sion am 25. Mai 2009). Auch im Schweizer Mittelland erreichten die Tagesmaxima vom 26.5. bis 28.5. verbreitet Werte über 30 °C, in Basel-Binningen maximal 32,5 °C. Am 26. und 27. Mai verzeichneten viele Messstationen die höchste jemals im Mai gemessene Temperatur, besonders auch Standorte in höhergelegenen Regionen. Beispiele dafür sind Poschiavo mit 30,1 °C, Disentis mit 28,7 °C, Grächen mit 25,4 °C und Scuol mit 30,4 °C. Weiter fielen Rekorde an Stationen im Goms, im Unterengadin und im Jura. An einigen Standorten, verteilt über die ganze Schweiz, wurden auch neue Mairekorde der Tagesminimumtemperatur erreicht. Locarno/Monti hatte am 27.5. erst zum vierten Mal in der Messgeschichte seit 1901 eine Tropennacht in einem Mai mit einer neuen Rekord-Minimumtemperatur von 20,6 °C. Eine mehrtägige Hitzeperiode im Mai kam in der Vergangenheit sehr selten vor. Der Klimawandel sorgt dafür, dass Hitze immer früher, in immer grösserer Höhe und intensiver auftritt und länger dauert.
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