Das Monatsbulletin von MeteoSchweiz beschreibt den Zustand des Schweizer Klimas im aktuellen Monat, vergleicht diesen mit der momentan gültigen Referenzperiode 1991-2020 gemäss Vorgabe der Weltorganisation für Meteorologie WMO und ordnet ihn in den historischen Kontext seit Messbeginn 1864 ein.
Die tägliche Produktion des Bulletins startet ab dem fünftletzten Tag des Monats.
Dies ist das definitive Bulletin für den Mai 2026.
Publikationsdatum: 10. Juni 2026
Die landesweit gemittelte Monatstemperatur im Mai 2026 betrug 10.4 °C. Dies entspricht einer Abweichung zur Referenzperiode 1991-2020 von +1.5 °C.
Die Temperatur im Mai 2026 lag schweizweit über der Referenzperiode 1991-2020. An den Messstandorten von MeteoSchweiz wurden Temperaturabweichungen zur Referenz zwischen +0.7 °C und +2.3 °C registriert, wobei ein Grossteil der Stationen eine Abweichung von +1.1 °C bis +1.8 °C aufwies.
Abbildung 1 zeigt die definitive Monatsmitteltemperatur und die Abweichung zum Mittel über die Referenzperiode 1991-2020 für den Mai 2026.

Die höchsten positiven Abweichungen zur Referenzperiode 1991-2020 verzeichneten die Regionen Jura, Nord- und Mittelbünden und Wallis. Beispiele für Messstandorte sind Grächen und Rünenberg (siehe Tabelle 1). Die kleinsten positiven Abweichungen stammten aus den Regionen Alpensüdseite und Engadin (z.B. die Stationen Grono und Poschiavo / Robbia).
Tabelle 1 zeigt Monatsmittelwerte der Temperatur an ausgewählten Stationen.
| Station | Höhe [m ü.M.] | Monatsmittel [°C] | Referenz [°C] | Abweichung [°C] |
|---|---|---|---|---|
| Basel / Binningen | 316 | 16.1 | 14.6 | +1.5 |
| Rünenberg | 611 | 15.0 | 13.0 | +2.0 |
| Bern / Zollikofen | 553 | 14.5 | 13.2 | +1.3 |
| Zürich / Fluntern | 556 | 15.3 | 13.6 | +1.7 |
| Genève / Cointrin | 411 | 15.7 | 14.5 | +1.2 |
| Engelberg | 1036 | 11.8 | 10.4 | +1.4 |
| Sion | 482 | 16.7 | 15.3 | +1.4 |
| Grächen | 1605 | 10.6 | 8.6 | +2.0 |
| Davos | 1594 | 8.9 | 7.4 | +1.5 |
| Samedan | 1709 | 7.5 | 6.7 | +0.8 |
| Lugano | 273 | 17.5 | 16.3 | +1.2 |
| Grono | 324 | 15.5 | 14.8 | +0.7 |
| Poschiavo / Robbia | 1078 | 12.0 | 11.3 | +0.7 |
Tabelle 1: Monatsmitteltemperatur für den Monat Mai an ausgewählten Stationen im Messnetz von MeteoSchweiz. Es ist jeweils die Höhe der Station, das aktuelle Monatsmittel, der Referenzwert (1991-2020) und die Abweichung zur Referenzperiode angegeben.

Die landesweite Monatsmitteltemperatur im Mai 2026 belegte den 8. Rang seit Messbeginn 1864. Der bisher wärmste Mai stammt aus dem Jahr 1868. Der damalige Mai erreichte eine Monatsmitteltemperatur von 12.0 °C, bei einer Abweichung von +3.2 °C zur Referenzperiode 1991-2020.
Die Monatsmitteltemperatur im Mai 2026 erreichte an zwei Messstationen mit Daten seit über 90 Jahren den 3. Rang der wärmsten Maimonate: Grächen 10.6 °C (Rekord: 11.7 °C, 2022) und Grimsel Hospiz 6.1 °C (Rekord: 7.2 °C, 2022).
Der globale Klimawandel betrifft auch die Schweiz. Die Temperatur steigt seit der vorindustriellen Zeit in allen Jahreszeiten an. Auch im Mai ist der Temperaturanstieg seit der vorindustriellen Referenzperiode 1871-1900 signifikant. Die Monatsmitteltemperatur im Mai ist in den letzten gut 140 Jahren um 2.5 °C (1.3 bis 3.7 °C) gestiegen.
Mit der Monatsdurchschnittstemperatur von 10.4 °C liegt der Mai 2026 im jährlichen Schwankungsbereich des aktuellen Klimas. Die Monatstemperatur war damit für den aktuellen Klimazustand nicht aussergewöhnlich. Dies, obschon der Monat mit Rang 8 zu den wärmsten seit Messbeginn 1864 gehört. Dies zeigt eindrücklich, wie stark sich das Klima im Mai verändert hat.
Die monatliche Niederschlagssumme im Mai 2026 lag verbreitet unter der Referenzperiode 1991-2020. An den Messstandorten von MeteoSchweiz wurden Verhältnisse der monatlichen Niederschlagssumme zur Referenz zwischen 33 % und 109 % registriert, wobei ein Grossteil der Stationen ein Verhältnis von 50 % bis 80 % aufwies.
Die grössten Niederschlagsmengen im Vergleich zur Referenzperiode 1991-2020 verzeichneten die Regionen Jura und Alpennordhang. Beispiele für Messstandorte mit vergleichweise grossen Niederschlagssummen sind Fahy und Meiringen (siehe Tabelle 2). Die geringsten Niederschlagsmengen stammten aus den Regionen Mittelland, Wallis und Alpensüdseite (z.B. die Stationen Piotta und Schaffhausen).
Abbildung 3 zeigt die monatliche Niederschlagssumme und die Abweichung zum Mittel über die Referenzperiode 1991-2020 für den Mai 2026.

Die Monatssumme des Niederschlags im Mai 2026 erreichte an einer Messstation mit Daten seit über 120 Jahren den 10. Rang der niederschlagsärmsten Maimonate: Montagnier, Bagnes 27.2 mm (Rekord: 14.0 mm, 1918).
Tabelle 2 zeigt die Monatsniederschlagssummen und deren Abweichung zur Referenzperiode an ausgewählten Stationen im Messnetz von MeteoSchweiz.
| Station | Höhe [m ü.M.] | Monatssumme [mm] | Referenz [mm] | Verhältnis zur Referenz [%] |
|---|---|---|---|---|
| Basel / Binningen | 316 | 62.9 | 98 | 64 |
| Fahy | 596 | 108.4 | 107 | 101 |
| Bern / Zollikofen | 553 | 75.4 | 112 | 67 |
| Zürich / Fluntern | 556 | 52.6 | 128 | 41 |
| Genève / Cointrin | 411 | 85.2 | 78 | 109 |
| Schaffhausen | 438 | 40.8 | 100 | 41 |
| Engelberg | 1036 | 122.3 | 166 | 74 |
| Meiringen | 589 | 127.8 | 137 | 93 |
| Sion | 482 | 35.1 | 52 | 68 |
| Davos | 1594 | 63.7 | 89 | 72 |
| Samedan | 1709 | 45.8 | 67 | 68 |
| Lugano | 273 | 104.4 | 178 | 59 |
| Piotta | 990 | 54.6 | 147 | 37 |
Tabelle 2: Niederschlagssumme für den Monat Mai an ausgewählten Stationen im Messnetz von MeteoSchweiz. Es ist jeweils die Höhe der Station, die aktuelle Monatssumme, der Referenzwert (1991-2020) und das Verhältnis zur Referenzperiode angegeben.
Die monatliche Sonnenscheindauer im Mai 2026 lag schweizweit über der Referenzperiode 1991-2020. An den Messstandorten von MeteoSchweiz wurden Verhältnisse der monatlichen Sonnenscheindauer zur Referenz zwischen 114 % und 147 % registriert, wobei ein Grossteil der Stationen ein Verhältnis von 120 % bis 140 % aufwies.
Am meisten Sonnenschein im Vergleich zur Referenzperiode 1991-2020 erhielten die Regionen Nord- und Mittelbünden, Alpensüdseite und Engadin. Beispiele für Messstandorte mit mehr Sonnenschein sind Piz Corvatsch und Robièi (siehe Tabelle 2). Die geringste Sonnenscheindauer im Vergleich zur Referenz verzeichnete die Region Wallis (z.B. die Stationen Visp und Zermatt).
Abbildung 4 zeigt die monatliche Sonnenscheindauer und die Abweichung zum Mittel über die Referenzperiode 1991-2020 für den Mai 2026.

Die monatliche Sonnenscheindauer im Mai 2026 erreichte an einer Messstation mit Daten seit über 120 Jahren den 3. Rang der sonnigsten Maimonate: Luzern 248.4 h (Rekord: 258.7 h, 2011).
Tabelle 3 zeigt die monatliche Sonnenscheindauer und deren Abweichung zur Referenzperiode an ausgewählten Stationen im Messnetz von MeteoSchweiz.
| Station | Höhe [m ü.M.] | Monatssumme [h] | Referenz [h] | Verhältnis zur Referenz [%] |
|---|---|---|---|---|
| Basel / Binningen | 316 | 243.5 | 186 | 131 |
| Bern / Zollikofen | 553 | 239.7 | 197 | 122 |
| Zürich / Fluntern | 556 | 261.0 | 192 | 136 |
| Genève / Cointrin | 411 | 259.2 | 212 | 122 |
| Engelberg | 1036 | 199.8 | 147 | 136 |
| Sion | 482 | 273.3 | 229 | 119 |
| Visp | 639 | 259.3 | 227 | 114 |
| Zermatt | 1638 | 181.8 | 155 | 117 |
| Davos | 1594 | 199.1 | 156 | 128 |
| Samedan | 1709 | 216.3 | 164 | 132 |
| Piz Corvatsch | 3294 | 253.1 | 173 | 146 |
| Lugano | 273 | 262.0 | 200 | 131 |
| Robièi | 1898 | 200.3 | 136 | 147 |
Tabelle 3: Sonnenscheindauer für den Monat Mai an ausgewählten Stationen im Messnetz von MeteoSchweiz. Es ist jeweils die Höhe der Station, die aktuelle Monatssumme, der Referenzwert (1991-2020) und das Verhältnis zur Referenzperiode angegeben.
Nach einem überdurchschnittlich warmen Start in den Mai wurde es wechselhafter. Am 5. und 6. Mai 2026 gab es nach mehrwöchiger Durststrecke im April wieder einmal verbreitet moderate Niederschlagsmengen. Auf der Alpennordseite wurden regional in den zwei Tagen 5-20 mm erreicht, südlich der Alpen waren es etwa 35-70 mm Niederschlag. Ein umfangreiches Tief über Skandinavien führte vom 11. bis 19. Mai kontinuierlich feuchtkalte Luft zu den Alpen. Mit einer Kaltfront sanken die Temperaturen ab dem 11. Mai für acht Tage deutlich unter die Referenzwerte der Periode 1991-2020 für diese Jahreszeit. Verbreitet lagen die Tagesmitteltemperaturen in dieser Phase 5-8 °C unter der Referenz. Viele Stationen, auch in tiefen Lagen, meldeten in dieser Phase Tagesminimum-Temperaturen in Bodennähe (5 cm über Gras) unter 0 °C, was in der Regel mit Bodenfrost einher geht. Bodenfrost tritt zu dieser Jahreszeit im Mittelland nicht sehr häufig aber dennoch regelmässig auf. Knapp die Hälfte aller Jahre an Messstandorten im Mittelland weist mehr als zwei Tage mit Bodenfrost auf. Kälterekorde gab es vom 11.-19. Mai 2026 keine. Dennoch kommen derart kalte 7-Tages-Perioden im aktuellen Klima verbreitet seltener als etwa alle 10 Jahre vor. Zuletzt über mehrere Tage sehr kalte Bedingungen für einen Mai gab es vom 5. bis 8. Mai 2019. Damals wurden auch in tiefen Lagen Tagesminima (Lufttemperatur 2 m über Boden) bis -3 °C gemessen. Dieses Jahr reichte es für Tagesminima von +1 bis +3 °C in Tieflagen. Vom 10. bis 18. Mai 2026 fiel in weiten Teilen des Landes auch immer wieder etwas Niederschlag. Am 12. Mai 2026 fiel die Schneefallgrenze auf eine Höhe von 700-1000 Meter, so dass es am Alpennordhang regional 10-20 cm Neuschnee gab. Auch in den darauffolgenden Tagen schneite es teilweise nochmal bis gegen 1100 Meter hinunter.
Innerhalb weniger Tage, vom 20. auf den 23. Mai 2026, wurde es schweizweit heiss. Ab dem 24. Mai gab es für die Jahreszeit aussergewöhnlich früh erste Hitzetage. Es begann mit der Hitze im Rhonetal, auf der Alpensüdseite und lokal im Mittelland und im Jura. Vom 25. bis zum 27. Mai wies eine wachsende Anzahl Messstandorte im Tessin und auf der Alpennordseite Tageshöchstwerte von 30 °C und mehr auf. Auch die Temperaturen stiegen in diesen Tagen an den meisten Messstandorten. In Sion kletterten die Werte von maximal 32,4 °C am 24. Mai auf 34,2 °C am 27. Mai. Dort ist der Wert vom 27. Mai die zweitheisseste Temperatur, die je in einem Mai gemessen wurde. In Biasca wurde mit 34,8 °C am 28. Mai der höchste Wert erreicht, der jemals im Mai südlich der Alpen gemessen wurde. Er liegt nur 0,3 °C unter dem nationalen Mai-Rekordwert der Schweiz (35,1 °C in Sion am 25. Mai 2009). Auch im Schweizer Mittelland erreichten die Tagesmaxima vom 26.5. bis 28.5. verbreitet Werte über 30 °C, in Basel-Binningen maximal 32,5 °C. Am 26. und 27. Mai verzeichneten viele Messstationen die höchste jemals im Mai gemessene Temperatur, besonders auch Standorte in höhergelegenen Regionen. Beispiele dafür sind Poschiavo mit 30,1 °C, Disentis mit 28,7 °C, Grächen mit 25,4 °C und Scuol mit 30,4 °C. Weiter fielen Rekorde an Stationen im Goms, im Unterengadin und im Jura. An einigen Standorten, verteilt über die ganze Schweiz, wurden auch neue Mairekorde der Tagesminimumtemperatur erreicht. Locarno/Monti hatte am 27.5. erst zum vierten Mal in der Messgeschichte seit 1901 eine Tropennacht in einem Mai mit einer neuen Rekord-Minimumtemperatur von 20,6 °C. Eine mehrtägige Hitzeperiode im Mai kam in der Vergangenheit sehr selten vor. Der Klimawandel sorgt dafür, dass Hitze immer früher, in immer grösserer Höhe und intensiver auftritt und länger dauert.
Die diesjährig stark verfrühte Vegetationsentwicklung setzte sich auch im letzten Frühlingsmonat Mai fort. Alle 7 schweizweit beobachteten Vegetationsphasen traten nach vorläufigen Berechnungen (Stand: 26.05.26) im Durchschnitt 13 Tage früher auf als im langjährigen Mittel (1991-2020). Die am meisten verfrühte Vegetationsphase war die Blüte (50%) des Schwarzen Holunders, die 16 Tage früher als im langjährigen Mittel beobachtet wurde. Ebenfalls 16 Tage früher als im langjährigen Mittel, am 11. Mai, begannen Bäuerinnen und Bauern mit der Heuernte, was gemäss den bisher gemeldeten Beobachtungen der frühesten schweizweiten Heuernte seit Beobachtungsbeginn 1951 entspricht.
Abbildung 5 zeigt den täglichen Verlauf einiger wichtiger Messgrössen im Mai 2026 beispielhaft für eine Station in den Niederungen und einen Messstandort in erhöhter Lage.
