Das Monatsbulletin von MeteoSchweiz beschreibt den Zustand des Schweizer Klimas im aktuellen Monat, vergleicht diesen mit der momentan gültigen Referenzperiode 1991-2020 gemäss Vorgabe der Weltorganisation für Meteorologie WMO und ordnet ihn in den historischen Kontext seit Messbeginn 1864 ein.
Die tägliche Produktion des Bulletins startet ab dem fünftletzten Tag des Monats.
Dies ist das definitive Bulletin für den Juni 2026.
Publikationsdatum: 10. Juli 2026
Die landesweit gemittelte Monatstemperatur im Juni 2026 betrug 16.2 °C. Dies entspricht einer Abweichung zur Referenzperiode 1991-2020 von +3.5 °C.
Die Temperatur im Juni 2026 lag schweizweit über der Referenzperiode 1991-2020. An den Messstandorten von MeteoSchweiz wurden Temperaturabweichungen zur Referenz zwischen +2.0 °C und +4.6 °C registriert, wobei ein Grossteil der Stationen eine Abweichung von +3.0 °C bis +3.9 °C aufwies.
Abbildung 1 zeigt die definitive Monatsmitteltemperatur und die Abweichung zum Mittel über die Referenzperiode 1991-2020 für den Juni 2026.

Die höchsten positiven Abweichungen zur Referenzperiode 1991-2020 verzeichnete die Region Jura. Beispiele für Messstandorte sind Chaumont und Rünenberg (siehe Tabelle 1). Die kleinsten positiven Abweichungen stammten aus der Region Engadin (z.B. die Stationen Buffalora und Samedan).
Tabelle 1 zeigt Monatsmittelwerte der Temperatur an ausgewählten Stationen.
| Station | Höhe [m ü.M.] | Monatsmittel [°C] | Referenz [°C] | Abweichung [°C] |
|---|---|---|---|---|
| Basel / Binningen | 316 | 22.5 | 18.2 | +4.3 |
| Rünenberg | 611 | 21.2 | 16.6 | +4.6 |
| Chaumont | 1136 | 17.6 | 13.2 | +4.4 |
| Bern / Zollikofen | 553 | 20.8 | 16.9 | +3.9 |
| Zürich / Fluntern | 604 | 21.2 | 17.1 | +4.1 |
| Genève / Cointrin | 411 | 22.2 | 18.4 | +3.8 |
| Engelberg | 1036 | 17.3 | 13.8 | +3.5 |
| Sion | 482 | 22.0 | 19.0 | +3.0 |
| Davos | 1594 | 13.6 | 11.0 | +2.6 |
| Samedan | 1709 | 12.5 | 10.5 | +2.0 |
| Buffalora | 1971 | 11.2 | 9.2 | +2.0 |
| Lugano | 273 | 23.5 | 20.4 | +3.1 |
Tabelle 1: Monatsmitteltemperatur für den Monat Juni an ausgewählten Stationen im Messnetz von MeteoSchweiz. Es ist jeweils die Höhe der Station, das aktuelle Monatsmittel, der Referenzwert (1991-2020) und die Abweichung zur Referenzperiode angegeben.

Die landesweite Monatsmitteltemperatur im Juni 2026 belegte den 3. Rang seit Messbeginn 1864. Der bisher wärmste Juni stammt aus dem Jahr 2003. Der damalige Juni erreichte eine Monatsmitteltemperatur von 17.3 °C, bei einer Abweichung von +4.7 °C zur Referenzperiode 1991-2020.
Die Monatsmitteltemperatur im Juni 2026 erreichte an zwölf Messstationen mit Daten seit über 120 Jahren den 2. Rang der wärmsten Junimonate.
Der globale Klimawandel betrifft auch die Schweiz. Die Temperatur steigt seit der vorindustriellen Zeit in allen Jahreszeiten an. Auch im Juni ist der Temperaturanstieg seit der vorindustriellen Referenzperiode 1871-1900 signifikant. Die Monatsmitteltemperatur im Juni ist in den letzten gut 140 Jahren um 4.4 °C (3.3 bis 5.4 °C) gestiegen.
Die monatliche Niederschlagssumme im Juni 2026 lag verbreitet unter der Referenzperiode 1991-2020. An den Messstandorten von MeteoSchweiz wurden Verhältnisse der monatlichen Niederschlagssumme zur Referenz zwischen 23 % und 161 % registriert, wobei ein Grossteil der Stationen ein Verhältnis von 40 % bis 100 % aufwies.
Die grössten Niederschlagsmengen im Vergleich zur Referenzperiode 1991-2020 verzeichneten die Regionen Nord- und Mittelbünden, Alpensüdseite und Engadin. Beispiele für Messstandorte mit vergleichweise grossen Niederschlagssummen sind Poschiavo / Robbia und Samedan (siehe Tabelle 2). Die geringsten Niederschlagsmengen stammten aus den Regionen Mittelland, Jura und Wallis (z.B. die Stationen Basel / Binningen und Koppigen).
Abbildung 3 zeigt die monatliche Niederschlagssumme und die Abweichung zum Mittel über die Referenzperiode 1991-2020 für den Juni 2026.

Die Monatssumme des Niederschlags im Juni 2026 erreichte an zwei Messstationen mit Daten seit über 140 Jahren den 2. Rang der niederschlagsärmsten Junimonate: Basel / Binningen 20.2 mm (Rekord: 11.3 mm, 1976) und Langenbruck 33.6 mm (Rekord: 25.3 mm, 2003).
Tabelle 2 zeigt die Monatsniederschlagssummen und deren Abweichung zur Referenzperiode an ausgewählten Stationen im Messnetz von MeteoSchweiz.
| Station | Höhe [m ü.M.] | Monatssumme [mm] | Referenz [mm] | Verhältnis zur Referenz [%] |
|---|---|---|---|---|
| Basel / Binningen | 316 | 20.2 | 87 | 23 |
| Bern / Zollikofen | 553 | 34.9 | 102 | 34 |
| Zürich / Fluntern | 604 | 105.1 | 128 | 82 |
| Genève / Cointrin | 411 | 75.7 | 83 | 91 |
| Koppigen | 485 | 24.4 | 107 | 23 |
| Engelberg | 1036 | 113.6 | 179 | 63 |
| Sion | 482 | 17.4 | 48 | 36 |
| Davos | 1594 | 131.5 | 129 | 102 |
| Samedan | 1709 | 146.5 | 91 | 161 |
| Lugano | 273 | 127.5 | 172 | 74 |
| Poschiavo / Robbia | 1078 | 169.2 | 118 | 143 |
Tabelle 2: Niederschlagssumme für den Monat Juni an ausgewählten Stationen im Messnetz von MeteoSchweiz. Es ist jeweils die Höhe der Station, die aktuelle Monatssumme, der Referenzwert (1991-2020) und das Verhältnis zur Referenzperiode angegeben.
Die monatliche Sonnenscheindauer im Juni 2026 lag verbreitet über der Referenzperiode 1991-2020. An den Messstandorten von MeteoSchweiz wurden Verhältnisse der monatlichen Sonnenscheindauer zur Referenz zwischen 97 % und 145 % registriert, wobei ein Grossteil der Stationen ein Verhältnis von 110 % bis 130 % aufwies.
Am meisten Sonnenschein im Vergleich zur Referenzperiode 1991-2020 erhielten die Regionen Mittelland, Jura, Alpennordhang und Alpensüdseite. Beispiele für Messstandorte mit mehr Sonnenschein sind Hörnli und La Dôle (siehe Tabelle 2). Die geringste Sonnenscheindauer im Vergleich zur Referenz verzeichnete die Region Engadin (z.B. die Stationen Piz Corvatsch und Samedan).
Abbildung 4 zeigt die monatliche Sonnenscheindauer und die Abweichung zum Mittel über die Referenzperiode 1991-2020 für den Juni 2026.

Die monatliche Sonnenscheindauer im Juni 2026 erreichte an einer Messstation mit Daten seit über 130 Jahren den 5. Rang der sonnigsten Junimonate: Genève / Cointrin 320.8 h (Rekord: 337.7 h, 1976).
Tabelle 3 zeigt die monatliche Sonnenscheindauer und deren Abweichung zur Referenzperiode an ausgewählten Stationen im Messnetz von MeteoSchweiz.
| Station | Höhe [m ü.M.] | Monatssumme [h] | Referenz [h] | Verhältnis zur Referenz [%] |
|---|---|---|---|---|
| Basel / Binningen | 316 | 277.8 | 212 | 131 |
| La Dôle | 1670 | 273.8 | 189 | 145 |
| Bern / Zollikofen | 553 | 257.5 | 223 | 115 |
| Zürich / Fluntern | 604 | 264.2 | 207 | 128 |
| Genève / Cointrin | 411 | 320.8 | 246 | 130 |
| Hörnli | 1133 | 266.9 | 188 | 142 |
| Engelberg | 1036 | 195.2 | 158 | 124 |
| Sion | 482 | 295.4 | 254 | 116 |
| Davos | 1594 | 187.8 | 171 | 110 |
| Samedan | 1709 | 180.6 | 186 | 97 |
| Piz Corvatsch | 3294 | 175.1 | 179 | 98 |
| Lugano | 273 | 288.9 | 229 | 126 |
Tabelle 3: Sonnenscheindauer für den Monat Juni an ausgewählten Stationen im Messnetz von MeteoSchweiz. Es ist jeweils die Höhe der Station, die aktuelle Monatssumme, der Referenzwert (1991-2020) und das Verhältnis zur Referenzperiode angegeben.
Am Abend des 9. Juni 2026 ging ein heftiger Hagelschlag über dem Mendrisiotto nieder. Das Superzellengewitter brachte Hagelkörner mit einem Durchmesser von 4–5 cm mit sich. Die Messstation Coldrerio verzeichnete innerhalb von nur 10 Minuten 40,9 mm Niederschlag, was einen neuen Rekordwert für den Süden der Alpen darstellt. Es wurden erhebliche Schäden an Gebäuden (insbesondere an Dachfenstern und Dächern), Fahrzeugen und Kulturpflanzen festgestellt. Es wurden keine nennenswerten Verletzungen bei Menschen oder mittelgrossen bis grossen Tieren gemeldet, hingegen wurden zahlreiche tote Vögel gesichtet. Weiterführende Informationen sind in italienischer Sprache verfügbar.
Ein Gewitter-Cluster sorgte am 19. Juni 2026 von Luzern über Schwyz bis Zürich für extreme Niederschläge in kurzer Zeit. Das Gewitter wurde von starken Winden begleitet. In Zürich stürzten Bäume um, Strassen und Unterführungen waren zeitweise überschwemmt. Eine Person kam ums Leben. In Zürich Affoltern fielen 44,1 mm innerhalb einer Stunde, in Waldegg und Sihlbrugg 57,0 mm. Weitere Partnerstationen im Kanton Zürich registrierten 50-60 mm während dem Ereignis. Längs der Voralpen wurden teilweise 20-30 mm verzeichnet, in Bergün fielen 33 mm. In Küssnacht/SZ und Sihlbrugg gab es innerhalb von 10 Minuten um 22 mm. In Zürich war es lokal ein Ereignis, das nur etwa alle 30-50 Jahre oder seltener überschritten wird.
Die Hitzewelle Ende Juni 2026 war hinsichtlich ihrer Kombination aus Dauer und Intensität extrem und es kam zu zahlreichen Allzeitrekorden. Der Klimawandel hatte einen deutlichen Einfluss auf das Ereignis, doch auch im aktuellen Klima stellt eine solche Hitzewelle eine Seltenheit dar.
Zwischen dem 1. April und dem 28. Juni 2026 sind im nationalen Durchschnitt nur 185 mm Niederschlag gefallen, während der Referenzwert für die Periode 1991-2020 bei etwa 362 mm liegt. Dies entspricht einem Defizit von mehr als 170 mm auf nationaler Ebene. Ein solches Defizit lässt sich bis zum Ende des Sommers nur schwer ausgleichen. Der Bund hat deshalb die Trockenheitsgefahr für einen Grossteil des Landes auf die höchste Stufe angehoben.
Die diesjährig stark verfrühte Vegetationsentwicklung setzte sich auch im ersten Sommermonat fort. Im Flachland blühten Sommer- und Winterlinden schweizweit nach vorläufigen Berechnungen (Stand: 08.07.26) im Durchschnitt 10 Tage früher auf als im langjährigen Mittel (1991-2020). In höheren Lagen setzte mit Margeriten und Vogelbeere der Frühsommer ein.
Abbildung 5 zeigt den täglichen Verlauf einiger wichtiger Messgrössen im Juni 2026 beispielhaft für eine Station in den Niederungen und einen Messstandort in erhöhter Lage.
