Seit 2020 verbessert MeteoSchweiz mit dem Weather4UN‑Programm den Zugang zu verlässlichen Wetter‑ und Klimainformationen für humanitäre Organisationen in der Schweiz und weltweit.
Seit 2020 verbessert MeteoSchweiz mit dem Weather4UN‑Programm den Zugang zu verlässlichen Wetter‑ und Klimainformationen für humanitäre Organisationen in der Schweiz und weltweit.
In den vergangenen Jahrzehnten haben extreme Wetter‑ und Klimaereignisse weltweit immer häufiger zu schweren Schäden und zum Verlust von Menschenleben geführt. Um solche Folgen zu verringern, ergreifen humanitäre Organisationen vorausschauende Massnahmen, also Schritte, die bereits vor einer drohenden Katastrophe eingeleitet werden.
Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO), eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen, hat deshalb einen Mechanismus geschaffen, der UN-Organisationen und andere humanitäre Akteure vor, während und nach extremen Ereignissen gezielt unterstützt und die Zusammenarbeit verbessert.
Der Aufbau des WMO Coordination Mechanism for Humanitarians (WCM) wurde durch den WMO-Kongress 2019 beschlossen. Dieser hat zum Ziel, UN‑Organisationen und humanitären Akteuren den Zugang zu verlässlichen und vertrauenswürdigen meteorologischen, hydrologischen und klimatischen Informationen zu erleichtern. Dadurch unterstützt er ihre Entscheidungsprozesse, ihre Einsätze vor Ort und ihre Fähigkeit, mögliche Katastrophen frühzeitig zu antizipieren.
2020 beauftragte der Bundesrat MeteoSchweiz mit der Mitwirkung am Aufbau des WCM in Zusammenarbeit mit der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA). Dafür wurde das Pilotprojekt Weather4UN (W4UN) lanciert. In den folgenden fünf Jahren haben MeteoSchweiz und die DEZA eine führende Rolle beim Aufbau des WCM übernommen.
Über das Weeather4UN-Projekt hat MeteoSchweiz das WMO‑Sekretariat dabei unterstützt, den Aufbau des WCM umzusetzen vom Übergang von der Konzeptphase in den operationellen Betrieb und den Mechanismus in die UN-Initiative Early Warnings for All (EW4All) zu integrieren. Diese Initiative wurde 2022 vom UN‑Generalsekretär António Guterres angekündigt und verfolgt das Ziel, bis Ende 2027 weltweit einen umfassenden Schutz vor hydrometeorologischen, klimatologischen und umweltbedingten Gefahren zu gewährleisten – durch funktionierende Frühwarnsysteme, verbesserte Risikovorsorge und eine gestärkte Resilienz.
Dank der Expertise und des Beitrags der Schweiz ist der WCM heute zu einer wichtigen Aktivität der WMO geworden. Humanitäre Organisationen wie das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR), das Büro der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (UNOCHA), die Internationale Föderation der Rotkreuz‑ und Rothalbmondgesellschaften (IFRC), Save the Children oder das Start Network profitieren von der massgeschneiderten Unterstützung. Diese basiert auf verlässlichen meteorologischen, hydrologischen und klimatischen Informationen sowie auf der Expertise der offiziellen nationalen meteorologischen und hydrologischen Dienste weltweit.
Angesichts des Erfolgs des Pilotprojekts und des positiven Feedbacks aus der humanitären Gemeinschaft hat die Schweiz 2024 entschieden, ihren Beitrag zum WCM dauerhaft zu verankern. Weather4UN wurde dafür fest in das Aktivitätenportfolio von MeteoSchweiz integriert.
Mehr Informationen zum Pilotprojekt
Mit der Initiative Weather4UN stärkt die Schweiz ihre Unterstützung für UN‑Organisationen und humanitäre Akteure, indem sie Partnerschaften und den Austausch innerhalb der verschiedenen internationalen Organisationen in Genf vertieft. Aufbauend auf den Erfahrungen aus dem Pilotprojekt unterstützt MeteoSchweiz seit 2024 zudem die Einsätze des Schweizerischen Korps für humanitäre Hilfe.
Ganz konkret zeigt sich die Unterstützung von MeteoSchweiz für humanitäre Einsätze in folgenden Bereichen:
Der WCM stellt eine Reihe von Produkten bereit, die in enger Zusammenarbeit mit den humanitären Akteuren entwickelt wurden und gezielt auf deren Bedürfnisse und Tätigkeiten abgestimmt sind. Die folgende Liste zeigt die wichtigsten Leistungen, die die WMO über den WCM bereitstellt:
Alle diese Produkte sind darauf ausgelegt, präzise und verlässliche Informationen bereitzustellen, die von den humanitären Organisationen unmittelbar genutzt werden können. Die Inhalte basieren auf Informationen WMO‑Mitgliedsdienste (nationale meteorologische Dienste) sowie der spezialisierten WMO‑Zentren.

Der WCM trägt zudem dazu bei, den Austausch von Fachwissen zwischen den verschiedenen spezialisierten WMO‑Zentren und den nationalen meteorologischen Diensten zu stärken. In diesem Rahmen arbeitet MeteoSchweiz insbesondere mit den meteorologischen Diensten Deutschlands (DWD), Österreichs (Geosphere Austria) und Chinas (CMA) sowie mit dem African Centre for Meteorological Applications in Development (ACMAD) zusammen.