Der Teufel liegt im Detail – das gilt auch beim Wetter. Seit Längerem zeichnet sich für das neue Jahr eine Umstellung der Grosswetterlage ab. Doch obwohl die kommende Konstellation der Hoch- und Tiefdruckgebiete recht konstant berechnet wird, blieb die Prognose für die Schweiz bisher unsicher.
Der Grund dafür ist die Lage der Grenze zwischen milder und kalter Luft, an der sich Niederschläge bilden. Diese befindet sich – auf europäischer Skala betrachtet – ganz in der Nähe der Alpen. Wo aber ganz genau sie zu liegen kommt und wie aktiv sie ist, ist jedoch noch offen.
Es gibt verschiedene Arten, Unsicherheiten bei der Prognose zu erkennen. Eine Möglichkeit ist, die aktuellen Berechnungen eines Modells mit seinen früheren Berechnungen zu vergleichen. In der untenstehenden Bildergallerie geschieht dies mit dem globalen Modell des europäischen Zentrums für Mittelfristprognose (ECMWF). Zeitpunkt der Berechnungen ist 1 Uhr nachts am Samstag, 3. Januar.
In der linken Spalte umfasst der Bildausschnitt fast ganz Europa dargestellt, in der rechten Spalte nur die Schweiz.
In der linken Spalte oben ist die Situation auf dem 500-hPa-Druckniveau dargestellt. Dieses befindet sich in rund 5,5 km Höhe und eignet sich sehr gut, um die Grosswetterlage zu beurteilen.
In der linken Spalte unten ist die Lage auf dem 850-hPa-Niveau zu sehen. In dieser Höhe lassen sich Fronten gut erkennen, zudem kann die Schneefallgrenze relativ zuverlässig abgeschätzt werden.
Rechts ist der Niederschlagstyp über der Schweiz dargestellt: Rosa = gefrierender Nieselregen, Rot = Eiskörner, Blassgrün = Schneeregen, Grau = nasser Schneefall, Weiss = trockener Schneefall, Violett = gefrierender Regen, Sattgrün = Regen.
Der Vergleich mit älteren Berechnungen zeigt folgenden Trend: Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird es ab dem kommenden Wochenende für einige Tage kalt. Die Niederschläge dürften jedoch eher gering ausfallen.
Zwar ist hier jeweils nur ein Zeitpunkt dargestellt, und diese Analyse muss über den gesamten Prognosezeitraum hinweg erfolgen. Dennoch weisen auch andere Darstellungen der Unsicherheit, etwa Ensemble-Prognosen, auf denselben Trend hin.

Das aktuelle Beispiel zeigt, dass bei Wetterprognosen eine gewisse Grosszügigkeit hilfreich ist – besonders dann, wenn der Blick weiter in die Zukunft reicht. Die Grosswetterlage lässt sich oft relativ weit im Voraus prognostizieren, sodass sich frühzeitig Tendenzen erkennen lassen.
Im aktuellen Fall bedeutet das: Besonders auf den Bergen wird es markant kälter, die Chancen für Schnee bis in tiefe Lagen stehen gut, und eine langlebige Hochnebellage ist nicht in Sicht. Wer darüber hinwegsehen kann, dass genauere Information noch nicht vorhanden sind, wird mit dieser Prognose schon ganz zufrieden sein.
Bald jedoch wissen wir mehr - wir in der Wetterzentrale bleiben für Sie auch in den kommenden Tagen rund um die Uhr am Ball!