Nach fast zwei Monaten mit mehrheitlich ereignislosem Wetter brachte der Jahreswechsel endlich etwas Spannung in die Wetterküche. Die ersten beiden Januarwochen demonstrierten, wie sich «richtiger» Winter anfühlen könnte. Die Temperaturen verharrten selbst in den Niederungen an einzelnen Tagen unter dem Gefrierpunkt und zum Abschluss der Kälteperiode fiel vielerorts der langersehnte Schnee.

Mittlerweile hat eine deutliche Milderung der Luftmasse stattgefunden und daran wird sich in den kommenden Tagen wenig ändern. Am Donnerstagvormittag streifte eine schwache Störung die Alpennordseite und brachte vor allem im westlichen Mittelland und Jura flächig etwa 2 bis 5 mm Niederschlag. Dies dürfte auf der Alpennordseite und in weiten Teilen der Alpen aber der letzte Niederschlag für längere Zeit gewesen sein.
Bis am Samstag etabliert sich über Westeuropa eine umfangreiche Tiefdruckzone. Ein so genannter Trog erstreckt sich von den Britischen Inseln über die Iberische Halbinsel bis nach Marokko. Als Gegenpol baut sich über Russland ein kräftiges, blockierendes Hoch auf. Der Alpenraum liegt damit bis Anfang der nächsten Woche dazwischen in einer milden Südströmung.

Für die Alpensüdseite bedeutet dies eine mehrtägige schwache Südstaulage, grössere Niederschlagsmengen sind nicht zu erwarten, und für die Alpen eine länger andauernde Föhnphase. Der Föhn wird seinem Namen aber kaum gerecht und erreicht nur in exponierten Lagen Sturmstärke.
Im Mittelland ist der Wind in den nächsten Tagen hingegen praktisch inexistent oder lediglich als schwache Bise spürbar. In der klaren Nacht auf Freitag wird sich deshalb im Mittelland ein ausgedehntes Nebelmeer bilden, welches sich tagsüber wahrscheinlich höchstens stellenweise auflösen dürfte. Immerhin ist die Nebelobergrenze mit etwa 600 bis 800 Metern nicht allzu hoch, so dass Sonnenhungrige nicht allzu hoch gehen müssen, um Sonnenstrahlen zu erhaschen.

In Mitteleuropa wird sich in den kommenden Tagen am Wettergeschehen wenig ändern. Dies illustrieren die Ensembledaten des Wettermodells IFS vom ECMWF eindeutig.
Bis Mitte der nächsten Woche ist die Streuung der unterschiedlichen Modelllösungen für weite Teile von Europa gering. Nach aktuellen Unterlagen ist davon auszugehen, dass sich der Trog über Westeuropa Anfang nächster Woche allmählich abspaltet und sich ein Tief über dem Mittelmeerraum entwickeln wird.

In den Alpen dürfte dadurch die Föhnströmung und der Südstau im Laufe der nächsten Woche nachlassen. Die Chancen für eine Nebelauflösung scheinen im Laufe der nächsten Woche tagsüber zu steigen. Mit Neuschnee ist bis Ende der nächsten Woche, mit Ausnahme der Alpensüdseite, jedoch nicht zu rechnen. Das Wetter bleibt bis auf Weiteres hochdruckbestimmt.

Wie die Ensemblevorhersage für den Gitterpunkt Zürich zeigt, besteht ab Mitte der nächsten Woche immerhin ein Trend zu tieferen Temperaturen. Wer genauer wissen möchte, welche Szenarien Ende Januar im Bereich des Möglichen liegen, sei an dieser Stelle der Blog von unseren Kollegen und Kolleginnen von MétéoSuisse empfohlen.