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Ereignisreicher Januarbeginn

Nach fast zwei Monaten mit mehrheitlich ereignislosem Wetter brachte der Jahreswechsel endlich etwas Spannung in die Wetterküche. Die ersten beiden Januarwochen demonstrierten, wie sich «richtiger» Winter anfühlen könnte. Die Temperaturen verharrten selbst in den Niederungen an einzelnen Tagen unter dem Gefrierpunkt und zum Abschluss der Kälteperiode fiel vielerorts der langersehnte Schnee.

Am Samstag, 10. Januar 2026 fielen im Mittelland gebietsweise grössere Schneemengen. Hier eine Impression aus Berikon.
Am Samstag, 10. Januar 2026 fielen im Mittelland gebietsweise grössere Schneemengen. Hier eine Impression aus Berikon. (Patrick Stierli)

Zurück in alten Mustern

Mittlerweile hat eine deutliche Milderung der Luftmasse stattgefunden und daran wird sich in den kommenden Tagen wenig ändern. Am Donnerstagvormittag streifte eine schwache Störung die Alpennordseite und brachte vor allem im westlichen Mittelland und Jura flächig etwa 2 bis 5 mm Niederschlag. Dies dürfte auf der Alpennordseite und in weiten Teilen der Alpen aber der letzte Niederschlag für längere Zeit gewesen sein.

Bis am Samstag etabliert sich über Westeuropa eine umfangreiche Tiefdruckzone. Ein so genannter Trog erstreckt sich von den Britischen Inseln über die Iberische Halbinsel bis nach Marokko. Als Gegenpol baut sich über Russland ein kräftiges, blockierendes Hoch auf. Der Alpenraum liegt damit bis Anfang der nächsten Woche dazwischen in einer milden Südströmung.

Wettersituation am Samstag, 17. Januar 2026. Der Alpenraum befindet sich zwischen einer Tiefdruckzone über Westeuropa und einem Hoch über Russland in einer milden Südströmung. Links: Temperatur und Geopotential auf der 500 hPa Druckfläche. Rechts: Luftdruck auf Meereshöhe und 6-stündige Niederschlagssummen.
Wettersituation am Samstag, 17. Januar 2026. Der Alpenraum befindet sich zwischen einer Tiefdruckzone über Westeuropa und einem Hoch über Russland in einer milden Südströmung. Links: Temperatur und Geopotential auf der 500 hPa Druckfläche. Rechts: Luftdruck auf Meereshöhe und 6-stündige Niederschlagssummen. (MeteoSchweiz und ECMWF)

Für die Alpensüdseite bedeutet dies eine mehrtägige schwache Südstaulage, grössere Niederschlagsmengen sind nicht zu erwarten, und für die Alpen eine länger andauernde Föhnphase. Der Föhn wird seinem Namen aber kaum gerecht und erreicht nur in exponierten Lagen Sturmstärke.

Unten grau, oben teilweise blau

Im Mittelland ist der Wind in den nächsten Tagen hingegen praktisch inexistent oder lediglich als schwache Bise spürbar. In der klaren Nacht auf Freitag wird sich deshalb im Mittelland ein ausgedehntes Nebelmeer bilden, welches sich tagsüber wahrscheinlich höchstens stellenweise auflösen dürfte. Immerhin ist die Nebelobergrenze mit etwa 600 bis 800 Metern nicht allzu hoch, so dass Sonnenhungrige nicht allzu hoch gehen müssen, um Sonnenstrahlen zu erhaschen.

Morgenstimmung am Albispass mit Blick auf das Nebelmeer.
Morgenstimmung am Albispass mit Blick auf das Nebelmeer. (Daniel Gerstgrasser, Archivfoto)

Festgefahrene Wetterlage

In Mitteleuropa wird sich in den kommenden Tagen am Wettergeschehen wenig ändern. Dies illustrieren die Ensembledaten des Wettermodells IFS vom ECMWF eindeutig.

Bis Mitte der nächsten Woche ist die Streuung der unterschiedlichen Modelllösungen für weite Teile von Europa gering. Nach aktuellen Unterlagen ist davon auszugehen, dass sich der Trog über Westeuropa Anfang nächster Woche allmählich abspaltet und sich ein Tief über dem Mittelmeerraum entwickeln wird.

Ensemble-Mittel (rote Linien) und Streuung (Einfärbung) der geopotentiellen Höhe auf 500 hPa in Dekametern. Die Grafik zeigt, dass die verschiedenen Member des Modells bis nächste Woche für Mitteleuropa praktisch keine voneinander abweichenden Lösungen zeigen (sehr geringe Streuung). Erkennbar ist ausserdem das Tief, welches sich bis nächste Woche über dem westlichen Mittelmeerraum entwickeln wird.
Ensemble-Mittel (rote Linien) und Streuung (Einfärbung) der geopotentiellen Höhe auf 500 hPa in Dekametern. Die Grafik zeigt, dass die verschiedenen Member des Modells bis nächste Woche für Mitteleuropa praktisch keine voneinander abweichenden Lösungen zeigen (sehr geringe Streuung). Erkennbar ist ausserdem das Tief, welches sich bis nächste Woche über dem westlichen Mittelmeerraum entwickeln wird. (ECMWF)

In den Alpen dürfte dadurch die Föhnströmung und der Südstau im Laufe der nächsten Woche nachlassen. Die Chancen für eine Nebelauflösung scheinen im Laufe der nächsten Woche tagsüber zu steigen. Mit Neuschnee ist bis Ende der nächsten Woche, mit Ausnahme der Alpensüdseite, jedoch nicht zu rechnen. Das Wetter bleibt bis auf Weiteres hochdruckbestimmt.

Ensemblevorhersage für den Gitterpunkt Zürich. Oben: Temperatur auf 850 hPa. Ab nächstem Mittwoch zeigt der Trend zu einem tieferen Temperaturniveau. Unten: 6h-Niederschlag. Bis Ende der nächsten Woche bleibt es in Zürich im Wesentlichen trocken.
Ensemblevorhersage für den Gitterpunkt Zürich. Oben: Temperatur auf 850 hPa. Ab nächstem Mittwoch zeigt der Trend zu einem tieferen Temperaturniveau. Unten: 6h-Niederschlag. Bis Ende der nächsten Woche bleibt es in Zürich im Wesentlichen trocken. (ECMWF)

Wie die Ensemblevorhersage für den Gitterpunkt Zürich zeigt, besteht ab Mitte der nächsten Woche immerhin ein Trend zu tieferen Temperaturen. Wer genauer wissen möchte, welche Szenarien Ende Januar im Bereich des Möglichen liegen, sei an dieser Stelle der Blog von unseren Kollegen und Kolleginnen von MétéoSuisse empfohlen.