Unterschiedlicher hätte sich das Wetter in der Schweiz heute Vormittag kaum gestalten können. Ein Teiltief über Frankreich lenkte eine Störung über die Alpennordseite hinweg, was zu Niederschlägen vor allem in Juranähe führte. Nichtsdestotrotz war auch etwas Sonnenschein dabei, hier und dort gab es schöne Regenbogen zu sehen. Weiter im Osten und Norden verdunstete vielerorts der Niederschlag in der trockenen, unteren Luftschicht, was zu einigen Virga führte. Während in den Alpentälern nach wie vor der stürmische Föhn herrschte, sank die Schneefallgrenze auf der Alpensüdseite heute Morgen bis in tiefe Lagen.
Den Verlauf der Zunahme der Föhnstärke in den Alpen auf den heutigen Tag lässt sich anhand des Druckunterschieds zwischen der Alpennordseite und -südseite darstellen. Der Gradient verstärkte sich bis am frühen Morgen auf knapp 11.5 hPa Südüberdruck, ehe er im Verlauf des Vormittags wieder etwas abnahm.

Auch lassen sich die unterschiedlichen Luftmassen auf beiden Seiten der Alpen feststellen, in dem man die Radiosondierungen von Payerne und Novara vergleicht. Insbesondere ist der Temperaturunterschied auf Alpenkammhöhe (ungefähr 800 hPa Druckfläche) war heute Nacht markant, er betrug knapp 8 Grad.

Am Alpenhauptkamm, im Urner Reusstal und im Haslital wurden die stärksten Böen mit 100 bis 120 km/h registriert. Weniger stark war der Föhn im Churer Rheintal, im Zentral- und Unterwallis sowie in den restlichen Föhnregionen mit Böenspitzen von 70 bis 90 km/h.

Zu Beginn des Warnereignisses am Montagabend lag die Schneefallgrenze auf der Alpensüdseite noch bei etwa 500 Metern. Die intensivste Phase der Niederschläge wurde am heutigen Morgen registriert, Schneefall wurde hier bis in tiefe Lagen verzeichnet. Vom Südtessin über das Verzascatal bis zum Misox fielen oberhalb von 800 Metern 15 bis 20 cm Neuschnee, zwischen 500 und 800 Metern 5 bis 15 cm, unterhalb von 500 Metern 1 bis 5 cm. In den übrigen Regionen fielen oberhalb von 800 Metern 10 bis 15 cm Neuschnee, in den tiefen Lagen nur wenige Zentimeter. Am späten Vormittag liessen die Niederschläge nach und die Schneefallgrenze begann wieder zu steigen.

In der Nacht auf morgen sorgen meist klare Verhältnisse für Bildung von Nebel- und Hochnebelfeldern mit einer Obergrenze um 700 Meter. Sie lösen sich im Verlauf des Tages mehrheitlich auf. Die mittelhohe Bewölkung ist vor allem gegen Osten hin recht ausgedehnt, zumal aus Süden etwas Saharastaub zum Alpenraum geführt wird. Teilweise sonnig wird es wahrscheinlich in der Westschweiz und in der Region Bern und Basel.