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Ein Wetterwechsel bahnt sich an

Bis jetzt zeichnete sich der Winter durch Niederschlagsarmut aus, was bereits  im Blog vom vergangenen Freitag analysiert wurde. Ein blockierendes Hoch über Skandinavien hat den Jetstream und damit die Tiefdruckgebiete weit nach Südeuropa abgedrängt, was die vielen Sturmtiefs über Portugal, Spanien und Marokko zur Folge hatte. Ab Dienstag verlagert sich der Jetstream weiter nach Norden, so dass sich auch bei uns dynamisches Wetter durchsetzt. Die folgenden Abbildungen zeigen für diese Woche mehrere Tiefdruckgebiete, die von den Britischen Inseln Richtung Dänemark ziehen und immer wieder Fronten zu uns steuern. 

Schnee in den Bergen, aber …

…hauptsächlich oberhalb von 1500 bis 1800 Metern. Typischerweise schwankt die Schneefallgrenze bei Westlagen stark, analog dem Wechsel von Warm- und Kaltfronten: Am Dienstag steigt die Schneefallgrenze auf 1000 bis 1500 Meter, in der Nacht auf Mittwoch vor allem in den westlichen Alpen sogar gegen 2000 Meter, bevor sie am Donnerstag wieder auf rund 1500 Meter und am Freitag auf 1200 Meter absinkt. Am Samstag erreicht uns vorübergehend kühlere Luft, so dass auch Flocken bis ins Flachland möglich sind. Hier besteht aber noch eine gewisse Unsicherheit, was die Bandbreite der möglichen Temperaturen in folgender Grafik zeigen.  

Modellvorhersage
Ensembleprognose des IFS Modells für Zürich: Die obere Grafik zeigt die mögliche Entwicklung der Temperatur auf etwa 1500 Metern mit dem deutlichen Rückgang am Samstag. Die untere Grafik stellt die Members mit Niederschlag dar. Hier wird auch noch einmal der Wechsel zur nassen Witterung gut sichtbar. (ECMWF, MeteoSchweiz)

Mit der westlichen Anströmung fallen die Niederschlagsmengen in den westlichen Alpen am grössten aus. Untenstehende Grafik zeigt den aufsummierten Niederschlag bis und mit Samstag. Mit der schwankenden Schneefallgrenze und auch im Zusammenhang mit dem starken Westwind und den entsprechenden Schneeverwehungen fallen die Neuschneemengen sehr unterschiedlich aus. In den westlichen Alpen kommen etwa 80 bis lokal 150 cm Neuschnee zusammen, am zentralen und östlichen Alpennordhang sind es 30 bis 60 cm und in weiten Teilen von Graubünden deutlich weniger. 

Modellvorhersage
Prognose des IFS Modells bis Samstag, 22 Uhr: Aufsummierter Niederschlag. (ECMWF, MeteoSchweiz)

Und wie stark wird der Wind?

In den Bergen frischt der Südwest- bis Westwind bereits im Laufe des Dienstags auf und erreicht bis am Freitagmorgen zeitweise Sturmstärke: Auf den Gipfeln liegen die berechneten Böen bei 100 bis lokal 140 km/h. Im Flachland bläst am Mittwoch und Donnerstag mässiger bis starker Westwind. Zunächst sind oberhalb von etwa 600 Metern Böen von 60 bis 90 km/h dabei, möglicherweise gibt es diese Windspitzen am Donnerstag auch in tieferen Lagen und in den Alpentälern. Der Verlauf des Mittelwindes und der Böen ist in folgenden Meteogrammen für Thun und St. Gallen dargestellt. Zusammen mit dem Niederschlag erwartet uns also richtiges «Hudelwetter». Zu sehen ist auch die Schneefallgrenze, die im Laufe des Freitags absinkt und am Samstag möglicherweise in tiefen Lagen zu liegen kommt. 

Sind Warnungen nötig?

Für die Westschweiz sind bereits Warnungen der Stufe 2 von 5 ausgegeben worden. Wahrscheinlich wird auch in der Deutschschweiz in den Alpen eine Schneewarnung der Stufe 2 nötig, vielleicht im Berner Oberland auch eine Regenwarnung der Stufe 2. Zudem deuten die aktuellen Böen auf eine Windwarnung der Stufe 2 in der Höhe und teilweise auch in den Niederungen hin – für Mittwoch und Donnerstag. Wir werden Sie selbstverständlich auf dem Laufenden halten. 

Weiterführende Informationen 

Westwindlage