Der ERA-Explorer ist ein Tool zur Visualisierung von Klimadaten, das im Rahmen des europäischen Copernicus-Programms entwickelt wurde. Es ermöglicht, das Klima auf globaler Ebene zu erkunden. Dabei können Klimadaten von beliebigen Orten sehr rasch visualisiert und verglichen werden.

Die obige Karte zeigt die durchschnittlichen Niederschlagsmengen für den August. In den tropischen Regionen der Nordhalbkugel zeigen sich verschiedene Zonen mit hohen Niederschlagsmengen. Auch in Conakry herrscht im August Regenzeit.
Wechseln wir in den Monat Februar (nachfolgende Karte), so verschiebt sich die Zone mit den hohen Niederschlagsmengen südwärts in Richtung Tropen der Südhalbkugel. Diese Verschiebung steht im Zusammenhang mit der Position der Sonne im Jahresverlauf.

Um die Möglichkeiten des ERA-Explorer zu veranschaulichen, vergleichen wir zwei Orte in sehr unterschiedlichen Klimazonen: Das Schweizer Mittelland und die Küste Guineas:

Der Unterschied in der Saisonalität fällt auf den ersten Blick auf. Während die Niederschläge im Schweizer Mittelland relativ gut über das Jahr verteilt fallen, herrscht in Conakry von Dezember bis April Trockenzeit. Die Regenzeit erstreckt sich über die Monate von Mai bis November mit einem klaren Maximum im Juli und im August. In Conakry fällt in diesen beiden Monaten mehr Regen als im Schweizer Mittelland während eines ganzen Jahres.

Der Temperaturvergleich zeigt, dass die saisonalen Schwankungen in den mittleren Breiten (wie in der Schweiz) sehr stark sind. Die Ursache dafür ist der über das Jahr stark schwankende Sonnenstand.
Im Bereich des Äquators - wie in Conakry - ist diese Variation kaum vorhanden, die Temperaturen bleiben während des ganzen Jahres relativ konstant.
Der ERA-Explorer basiert auf ERA-5-Reanalysedaten des europäischen Zentrums für Mittelfristprognosen (EZMWF). Eine Reanalyse kombiniert meteorologische Beobachtungen (Wetterstationen, Satellitendaten, Ballonsonden, Flugzeugmessungen) mit einem physikalischen Modell, um den Zustand der Atmosphäre in der Vergangenheit zu rekonstruieren.
Die ERA-5 Daten reichen bis ins Jahr 1940 zurück und gehören in der Wissenschaftscommunity zu den am meisten verwendeten Daten zur Untersuchung des Klimas und der atmosphärischen Zirkulation. Es können sowohl vergangene Wetterereignisse analysiert als auch durchschnittliche Klimadaten über mehrere Jahrzehnte berechnet werden.
Allerdings gibt es bei der Verwendung dieser Daten auch einige Einschränkungen. Die wichtigste betrifft die räumliche Auflösung, welche rund 31 x 31 km beträgt. Jeder Wert stellt somit den Durchschnitt über diese Fläche dar. In Bergregionen variieren die Bedingungen innerhalb einer solchen Fläche jedoch stark. So entsprechen beispielsweise die Temperaturverhältnisse der Reanalyse in Brig nicht den realen Verhältnissen am Talboden.
In solchen Situationen ist es besser, auf langjährige Messungen einer Wetterstation zurückzugreifen. Für die Schweiz steht dafür eine Vielzahl an Daten und Applikationen auf unserer Webseite zur Verfügung.