Am späten Nachmittag des Vortages schien die Sonne und wärmte die Temperatur der Luft auf 5 Zentimetern über dem Erdboden (schwarze Kurve) auf fast 20°C auf, während auf der Messhöhe von 2 Metern (rote Kurve) eine Temperatur von rund 12°C herrschte (1). Der Taupunkt auf 2 Metern, ein Mass für den Feuchtegehalt der Luft, war mit rund 3°C deutlich tiefer.
Um 18 Uhr Lokalzeit (17 UTC) ging die Sonne unter. Der Erdboden kühlte sich rasch ab und mit ihm die Luft, die unmittelbar über diesen hinweg strich, wie im steilen Abfall der Temperaturkurve auf 5 Zentimetern ersichtlich (2). Die Abkühlung der Luft auf 2 Metern erfolgte anfangs noch nicht mit der gleichen Intensität, wie auf 5 Zentimetern. Erst im Verlauf des späteren Abends verläuft die Abkühlung auf beiden Messhöhen «im Gleichschritt», wobei die Temperatur auf 5 Zentimetern während der gesamten Nacht stets 2 bis 5 Grad tiefer war als auf 2 Metern. Dies ist in Nebelnächten nicht immer der Fall, wie wir in einem zweiten Beispiel weiter unten sehen werden.
Um etwa 20 Uhr (19 UTC) unterschritt die Temperatur auf 5 Zentimetern die Marke von 3°C, welche der Taupunkt auf 2 Metern noch für ein paar weitere Stunden aufwies (3). Auf der Messhöhe von 5 Zentimetern haben wir keine Feuchtemessung zur Verfügung. In erster Näherung können wir jedoch annehmen, dass bis zu diesem Zeitpunkt der Feuchtegehalt auf 5 Zentimetern Höhe über Boden ungefähr ähnlich hoch war, wie auf derjenige auf 2 Metern, angezeigt durch unsere Taupunktkurve im Diagramm. Übrigens, unter den gegebenen Bedingungen entspricht ein Taupunkt von 3°C einer Menge von rund 5 Gramm Wasserdampf pro Kubikmeter Luft. Um die Diskussion einfach zu halten, bleiben wir aber in der Folge beim Taupunkt als Feuchtemass. Spätestens ab diesem Moment, als die Bodentemperatur unter den Taupunkt fiel, begann sich am Boden Tau abzusetzen. Dadurch wurde der Luft kontinuierlich Wasser entzogen, was die Nebelbildung verzögerte. Die Temperatur auf 5 Zentimetern sank im Verlauf der Nacht weiter gegen -5°C, wobei nun auch Reif abgelagert wurde bzw. ein Teil des bereits am Boden deponierten Tauwassers gefror.