Die Frage lässt sich nicht eindeutig beantworten, denn es gibt verschiedene Definitionen:
Mit Sommerbeginn am 1. Juni, Herbstanfang am 1. September und Winterbeginn am 1. Dezember beginnen die Jahreszeiten jeweils am Monatsanfang. Bei uns MeteorologInnen ist also seit gestern Sonntag offiziell Frühling.
Eine pragmatische Lösung, so beginnt der Frühling meteorologisch jedes Jahr immer am gleichen Datum. Der astronomische Frühlingsanfang schwankt geringfügig zwischen dem 19., 20. und 21. März.
Nebst der meteorologischen und astronomischen Definition der Jahreszeiten kann das Jahr noch in phänologische Jahreszeiten eingeteilt werden: Diese orientieren sich unter anderem an Blüte, Blattverfärbung oder Blattfall bestimmter Zeigerpflanzen. In der Phänologie wird der Frühling in Vorfrühling (Schneeglöckchen blühen), Erstfrühling (Forsythienblüte) und Vollfrühling (Apfelbaumblüte) unterteilt. Entsprechend findet der phänologische Frühlinganfang je nach Standort zu einem unterschiedlichen Zeitpunkt statt. Ausserdem dauern die phänologischen Jahreszeiten von Jahr zu Jahr auch unterschiedlich lang.
Um einen Vergleich zum langjährigen Mittel zu ermöglichen, berechnet MeteoSchweiz jedes Jahr den sogenannten Frühlingsindex. Jeweils Ende Mai wird der Index für das laufende Jahr aktualisiert, wir müssen uns für die Einordnung des Frühlings 2026 also noch eine Weile gedulden.

Für alle, die allergisch auf Pollen reagieren, spüren den Frühling bereits seit einigen Wochen. Schon im Februar wurden hohe Konzentrationen von Hasel- und Erlenpollen gemessen, wie folgende Grafik der Messstation Bern zeigt. Und hier ist die Pollenprognose bis zur Wochenmitte zu finden.

Von der Meteorologie haben wir bereits einen Abstecher zur Phänologie unternommen und enden dieses Kapitel über den Frühlingsbeginn mit den Zugvögeln: Sie sind teilweise bereits wieder aus ihren Winterquartieren im Süden zurückgekehrt. Gemäss der Vogelwarte Sempach kündigen die zurückgekehrten Stare den Vorfrühling an. Das Wetter kann den Fahrplan der Zugvögel um einige Tage verschieben, aber nicht grundlegend verändern. Das Sprichwort «Eine Schwalbe macht noch keine Sommer» deutet darauf hin, dass auch innerhalb einer Art nicht alle Individuen gleichzeitig heimkehren.

Frühlingsanfang hin oder her, bereits die letzte Februarwoche präsentierte sich aussergewöhnlich mild. Mit den entsprechenden Temperaturrekorden befasste sich der Blog vom Freitag. Ganz so hoch fällt die Prognose der Temperaturen für diese Woche nicht mehr aus. Auch werden wir wohl kaum noch einmal die 20-Grad-Marke knacken. Trotzdem bleibt es mild für die Jahreszeit. Die folgende Ensemblevorhersage zeigt für die Alpennordseite eine ziemlich gesicherte Prognose für etwa 4-7 Grad auf rund 1500 Metern Höhe. Das entspricht im Flachland Tageshöchstwerten von 14-18 Grad, die im langjährigen Mittel eher für den Monat April typisch sind. Möglicherweise sind die Höchstwerte mit Morgennebel gebietsweise auf 10-14 Grad reduziert. Ein Temperaturrückgang am Wochenende und in der kommenden Woche ist unwahrscheinlich, was an den nur wenigen gelben Flächen im unteren Bereich der Skale ersichtlich ist.

Grundsätzlich ist das Wetter die ganze Woche hochdruckbestimmt. Heute Montag befindet sich jedoch über den Alpen noch ein schwaches Höhentief. Zusammen mit der feuchten Luft auf der Alpensüdseite sind in diesen Regionen Schauer dabei. Danach geht es bis auf Weiteres mit trockenem Wetter weiter, beidseits der Alpen. Dazu scheint zum grössten Teil die Sonne, abgesehen von Morgennebel im Mittelland. Spannend ist die Temperaturamplitude, die jeweils im Frühling auffallend gross ausfällt: Am Morgen liegen die Tiefstwerte jeweils zwischen -1 und +3 Grad, bevor es am Nachmittag wieder 10 bis 18 Grad mild wird.

Ein Teil dieses Blogs wurde in ähnlicher Form bereits am 17. März 2024 publiziert.