Mit südlichen bis südwestlichen Winden floss heute bereits am Vormittag zwar milde, aber mit Saharastaub angereicherte Luft Richtung Westalpen. Die trübe Luftschicht war für Verhältnisse mit Saharastaub nicht sehr mächtig und hatte eine vertikale Ausdehnung, welche 1500 Meter nicht überschritt. Die höchsten Gipfel der Walliser Alpen lagen zumindest zeitweise über der trüben Luftschicht.


Im Mittel- und Südtessin trübte der Dunst das Wetter auf seine Weise. In der Nacht war es bis auf eine Höhe von rund 2000 Metern vorübergehend bewölkt. Bereits gegen den Morgen hin löste sich diese Bewölkung wieder auf. Zurück blieb eine trübe Dunstschicht.

Als Dunst bezeichnet man eine Lufttrübung, wobei die Sicht zwischen 1 und 8 km liegt. Die Lufttrübung wird hervorgerufen durch Aerosole in der Atmosphäre, welche das Licht streuen. Es handelt sich dabei um die sogenannte Mie-Streuung, welche für das weissliche Erscheinen des Dunstes verantwortlich ist. Dies, weil die Mie-Streuung alle Wellenlängen gleich stark streut.
Aerosole sind feine Partikel zwischen 0.001 und 500 Mikrometer. Es handelt sich meist um Meersalz, Mineralstaub oder - vom Mensch verursacht - Russpartikel. Besonders häufig ist Dunst bei einer hohen Luftfeuchtigkeit. Denn in diesem Fall wirken die Aerosole als Kondensationskeime, welche die Tröpfchenbildung verursachen. Sind viele Aerosole in der Atmosphäre, äussert sich dies auch bei geringer Luftfeuchtigkeit als Dunst. Man spricht dann von trockenem Dunst. Die Grenze zwischen trockenem und feuchtem Dunst liegt bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 80 %.
Mahr über die Partikel in der Atmosphäre lesen Sie unter dem Begriff Aerosole.

In den östlichen Alpen, vor allem im Engadin sowie in Rheinbünden war es heute noch meist klar, dies besonders am Vormittag. Der Saharastaub hatte diese Regionen noch nicht erreicht und die höheren Lagen in den Bergen lagen oberhalb des üblichen Dunstes der Niederungen.
