MeteoSchweiz versorgt die Bevölkerung sowie die Behörden mit möglichst präzisen und frühzeitigen Informationen zu bevorstehenden Wetterereignissen. Diese und weitere wichtige Aufgaben sind im Bundesgesetz über die Meteorologie und Klimatologie (MetG) sowie in der Bevölkerungsschutzverordnung (BevSV) festgehalten.
Um die Qualität unserer Warnungen der Warnstufen 3, 4 und 5 objektiv zu messen, werden flächige Warnereignisse wie Starkregen, Starkschneefälle, stürmische Winde oder Hitzewellen nach vordefinierten Kriterien verifiziert.
Warnereignisse werden einerseits in Bezug auf die vorhergesagten Grössen (Regenmengen, Neuschneesummen, Windböen, etc.) bewertet, indem diese mit den tatsächlich gemessenen Werten verglichen werden. Andererseits wird geprüft, ob der bewarnte Zeitraum das Ereignis zeitlich korrekt abdeckte und ob die Warnstufe adäquat gewählt wurde.

Warnungen werden zudem räumlich geprüft. Dabei wird eine Warnung als «Treffer» gewertet, wenn mehr als die Hälfte der bewarnten Fläche die Kriterien erfüllte. Die in einer Warnung vorhergesagten Böenspitzen, Neuschnee- oder Regenmengen müssen somit nicht zwangsläufig überall im bewarnten Gebiet eintreffen, um eine Warnung als «Treffer» zu bewerten. Umgekehrt fliesst ein Wetterereignis, für das keine Warnung ausgegeben wurde, als «verpasstes» Ereignis in die Bewertung ein.
Unwetterereignisse ab Warnstufe 3 werden somit als Treffer, als verpasstes Ereignis oder als unnötige Warnung gewertet. Es sind auch Mischformen davon möglich, falls nur ein Teil des bewarnten Gebietes betroffen bzw. nicht betroffen ist. Daraus lassen sich folgende Werte ableiten:
Eine Trefferquote – typischerweise über ein Jahr betrachtet – von 100% und eine Falschalarmquote von 0% würde bedeuten, dass alle Warnungen perfekt ausgegeben wurden.
Mit den kantonalen Behörden sind Qualitätsanforderungen unserer Wetterwarnungen ab Warnstufe 3 vereinbart. Über ein Jahr betrachtet muss die Trefferquote mindestens 85%, die Falschalarmquote darf maximal 30% betragen. Diese Werte entsprechen den vergleichbaren «Best Practices» im internationalen Kontext. Sie widerspiegeln die Realität, dass auch im Warnbereich Unsicherheiten existieren. Es ist deshalb nicht möglich, immer perfekte Warnungen herauszugeben. Gleichzeitig helfen sie, damit die Anzahl der unnötigen Warnungen möglichst klein bleibt.
Die primären Ziele der Warnungen sind der Schutz der Bevölkerung und, falls möglich, das Schadenausmass möglichst klein zu halten. Aus dieser Perspektive bleiben die Prognostiker und Prognostikerinnen von MeteoSchweiz eher auf der sicheren Seite und entscheiden sich in Zweifelsfällen für die Herausgabe einer Warnung. Dieser Ansatz wird von den Behörden nicht nur akzeptiert, sondern sogar erwartet. Natürlich muss die Herausgabe von Warnungen immer sorgfältig abgewogen werden, damit die Glaubwürdigkeit der Warntätigkeit nicht Schaden nimmt.
Die Qualitätsanforderungen der Unwetterwarnungen wurden 2025 mit einer Falschalarmquote von 13% und einer Trefferquote von 85% erfüllt.

Insgesamt gab es im vergangenen Jahr weniger Unwetterereignisse als im langjährigen Durchschnitt. Nichtsdestotrotz fanden auch letztes Jahr markantere Wetterereignisse statt. Nach dem Winter 2024/2025, der trotz eines sehr nassen Januars kaum Wetterereignisse mit grösseren Auswirkungen brachte, fielen Mitte April besonders im Oberwallis bemerkenswerte Regen- und Schneemengen. Damals waren Regenwarnungen der Stufen 2 bis 4, Schneewarnungen gar bis zur höchsten Warnstufe 5 aktiv. Durch den schweren Neuschnee kurz vor Ostern gab es im Oberwallis Verkehrsbehinderungen sowie vor allem teils schwere Schäden an der Vegetation.

Der Sommer 2025 war im landesweiten Mittel der sechstwärmste seit Messbeginn 1864. Vor allem der Juni 2025 war ausserordentlich warm. Er geht als bisher zweitwärmster Juni seit 1864 in die Geschichtsbücher ein mit ersten Hitzewellen am Ende des Monats und einer Nullgradgrenze, die erstmals in einem Juni auf über 5000 m ü.M. stieg.
Mitunter schwere Gewitter sorgten für einen niederschlagsreichen Juli. Auch im August gab es einige regenintensive Ereignisse. Erwähnenswert ist dabei vor allem ein Ereignis zum Monatsende, als in den Alpen Regenwarnungen der Stufen 3 bis 5 ausgegeben wurden. Damals fiel jedoch deutlich weniger Regen als vorhergesagt. Grössere Auswirkungen blieben deshalb aus.

Der Herbst 2025 war temperaturmässig durchschnittlich, die Niederschlagsmengen hingegen in weiten Teilen der Alpennordseite überdurchschnittlich. Insgesamt blieben die Wetterereignisse jedoch ohne grössere Auswirkungen.
Drei intensive Unwetterereignisse, die das Wetterjahr 2025 prägten:
