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Geopoential und Feuchtigkeit auf 500 hPa für Sonntag, den 12. April. Ein umfangreiches Tiefdrucksystem mit Zentrum nördlich von Schottland steuert eine langgezogene Luftmassengrenze mit viel Feuchtigkeit zur Westschweiz. Dem gegenüber steht ein Tief mit Zentrum über der nördlichen Sahara.
Geopoential und Feuchtigkeit auf 500 hPa für Sonntag, den 12. April. Ein umfangreiches Tiefdrucksystem mit Zentrum nördlich von Schottland steuert eine langgezogene Luftmassengrenze mit viel Feuchtigkeit zur Westschweiz. Dem gegenüber steht ein Tief mit Zentrum über der nördlichen Sahara.

Aus der strömungsparallelen Frontalzone sind gestern über der Westschweiz und dem Jura wiederholt Regen, weiter östlich wiederholt Nieselregen gefallen. Damit ist einiges an Feuchtigkeit in den unteren Luftschichten zurückgeblieben und hat heute die feucht-trübe Grundschicht auf der Alpennordseite zurückgelassen. Die Obergrenze dieser herbstlich anmutenden Schicht befindet sich heute Morgen bei rund 1500 Metern.

Blick vom Kinderzoo in Rapperswil in Richtung Obersee. Nur die jungen Blätter der Bäume sind Beweis für den April, ansonsten wirkt es herbstlich. roundshot.com
Blick vom Kinderzoo in Rapperswil in Richtung Obersee. Nur die jungen Blätter der Bäume sind Beweis für den April, ansonsten wirkt es herbstlich. roundshot.com (roundshot.com)

Im Süden ist es gestern noch bis zu den späteren Nachmittagsstunden trocken geblieben. Mit der Verlagerung des Tiefs von der Sahara ins Mittelmeer ist dann aber auch im Tessin viel Feuchtigkeit herangeführt worden.

Mit dem, was bisher beschrieben wurde, würde man meinen, man könne auf der Alpennordseite oberhalb von 1500 Metern die Sonne geniessen. Dem ist aber ganz anders.

Das erwähnte Tief südlich der Alpen wirbelt nämlich seit Tagen massenhaft Saharastaub auf, dieser wird in der Atmosphäre weit angehoben und in der Folge grossflächig, weit nach Norden verfrachtet. Dabei liegen weite Teile Europas unter einem sogenannten «Dusty Cirrus», einer mit Saharastaub angereicherten Eiswolke. Typisch für diesen Dusty Cirrus ist die orangenhautförmige Oberfläche, welche im Satellitenbild zu erkennen ist. 

Das flächige Ausmass dieser Wolke ist im aktuellen Fall bemerkenswert grossflächig. Die Kombination aus einem umfangreichen Tief, welches massiv Staub aufwirbelt und nach Norden verfrachtet, wird durch das Tief bei Schottland ergänzt, welches die Staubmasse noch weiter nach Europa verfrachtet.

Zwischen Grau und Grau. Oberhalb der hochnebelartigen Restbewölkung und unterhalb des Dusty Cirrus. Blick heute Morgen vom Wildspitz über den Lauerzersee Richtung Alpen.
Zwischen Grau und Grau. Oberhalb der hochnebelartigen Restbewölkung und unterhalb des Dusty Cirrus. Blick heute Morgen vom Wildspitz über den Lauerzersee Richtung Alpen. (roundshot.com)

Hat man sich heute Vormittag also oberhalb der feuchten Grundschicht aufgehalten, war man immer noch unter dem Dusty Cirrus und konnte die Sonne nicht geniessen.

Weite Teile Europas liegen unter einer mit Saharastaub angereicherten Wolkenschicht. Im hochaufgelösten Visible-Bild sind Wolken gut erkennbar. Ist eine Wolke mit Saharastaub angereichert, hat deren Oberfläche meist eine orangenhautartige Struktur. Deutlich weniger gut sichtbar ist hingegen der aufgewirbelte Saharastaub in wolkenlosen Gebieten.
Weite Teile Europas liegen unter einer mit Saharastaub angereicherten Wolkenschicht. Im hochaufgelösten Visible-Bild sind Wolken gut erkennbar. Ist eine Wolke mit Saharastaub angereichert, hat deren Oberfläche meist eine orangenhautartige Struktur. Deutlich weniger gut sichtbar ist hingegen der aufgewirbelte Saharastaub in wolkenlosen Gebieten.
Ausschnitt aus dem obigen Satellitenbild. Ersichtlich ist die Schweiz unter dem Dusty Cirrus mit orangenhautähnlicher Oberfläche. Überlagert ist die Sonnenscheindauer der letzten 10 Minuten – zum Zeitpunkt gibt es keine Sonne.
Ausschnitt aus dem obigen Satellitenbild. Ersichtlich ist die Schweiz unter dem Dusty Cirrus mit orangenhautähnlicher Oberfläche. Überlagert ist die Sonnenscheindauer der letzten 10 Minuten – zum Zeitpunkt gibt es keine Sonne.
In diesem Echtfarbenbild ist der Saharastaub über dem Mittelmeer deutlich erkennbar, dies verdeutlicht die massiven Mengen an Staub, die aus der Sahara nordwärts verfrachtet werden.
In diesem Echtfarbenbild ist der Saharastaub über dem Mittelmeer deutlich erkennbar, dies verdeutlicht die massiven Mengen an Staub, die aus der Sahara nordwärts verfrachtet werden.