
Aus der strömungsparallelen Frontalzone sind gestern über der Westschweiz und dem Jura wiederholt Regen, weiter östlich wiederholt Nieselregen gefallen. Damit ist einiges an Feuchtigkeit in den unteren Luftschichten zurückgeblieben und hat heute die feucht-trübe Grundschicht auf der Alpennordseite zurückgelassen. Die Obergrenze dieser herbstlich anmutenden Schicht befindet sich heute Morgen bei rund 1500 Metern.

Im Süden ist es gestern noch bis zu den späteren Nachmittagsstunden trocken geblieben. Mit der Verlagerung des Tiefs von der Sahara ins Mittelmeer ist dann aber auch im Tessin viel Feuchtigkeit herangeführt worden.
Mit dem, was bisher beschrieben wurde, würde man meinen, man könne auf der Alpennordseite oberhalb von 1500 Metern die Sonne geniessen. Dem ist aber ganz anders.
Das erwähnte Tief südlich der Alpen wirbelt nämlich seit Tagen massenhaft Saharastaub auf, dieser wird in der Atmosphäre weit angehoben und in der Folge grossflächig, weit nach Norden verfrachtet. Dabei liegen weite Teile Europas unter einem sogenannten «Dusty Cirrus», einer mit Saharastaub angereicherten Eiswolke. Typisch für diesen Dusty Cirrus ist die orangenhautförmige Oberfläche, welche im Satellitenbild zu erkennen ist.
Das flächige Ausmass dieser Wolke ist im aktuellen Fall bemerkenswert grossflächig. Die Kombination aus einem umfangreichen Tief, welches massiv Staub aufwirbelt und nach Norden verfrachtet, wird durch das Tief bei Schottland ergänzt, welches die Staubmasse noch weiter nach Europa verfrachtet.

Hat man sich heute Vormittag also oberhalb der feuchten Grundschicht aufgehalten, war man immer noch unter dem Dusty Cirrus und konnte die Sonne nicht geniessen.


