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Aussergewöhnlich hohe Temperaturen

Das Jahr 2025 war in Europa aussergewöhnlich heiss. Mindestens 95 % des Kontinents verzeichneten überdurchschnittlich hohe Temperaturen (Abb. 1). In Nordskandinavien gab es sogar eine dreiwöchige Hitzewelle mit über 30 °C nahe am Polarkreis.

Europakarte mit relativen Temperaturabweichungen
Abb. 1: Abweichung der Lufttemperatur im Jahre 2025 über Europa im Vergleich zum Referenzwert 1991-2020. (Quelle: C3S / ECMWF)

In Europa insgesamt gab es so wenige Tage mit Kältestress wie nie zuvor. Auf 90 % der Fläche des Kontinents traten weniger kalte Tage als üblich auf, und die Minimumtemperaturen lagen die meiste Zeit des Jahres über dem Durchschnitt.

Auch die Meere waren so warm wie nie zuvor: Im Jahr 2025 verzeichneten die europäischen Meeresgebiete die höchste jemals gemessene jährliche Meeresoberflächentemperatur – bereits das vierte Rekordjahr in Folge.

Marine Hitzewellen können zudem mit Hitzewellen an Land zusammenfallen und so extreme Temperaturen und hohe Luftfeuchtigkeit verstärken, auch nachts. Dies erschwert dem Menschen die Erholung vom Hitzestress untertags und beeinträchtigt den Schlaf.

Europas Eis schwindet rasant

Überdurchschnittliche Temperaturen und unterdurchschnittliche Niederschläge führten zu einem erheblichen Rückgang der Schnee- und Eisbedeckung. Auch die Gletscher verzeichneten weitere Masseverluste, wobei Island den zweitgrössten Gletscherverlust seit Beginn der Aufzeichnungen meldete (Abb. 2). 

Europakarte mit denb Veränderungen der Gletschermassen farbkodiert.
Abb. 2: Veränderungen der Gletschermassen in Europa im hydrologischen Jahr 2025 (1. Oktober bis 30. September). Positive (blau) und negative (rot) Massenveränderungen sind in Meter Wasseräquivalent (m w.e.; 1 m w.e. = 1000 kg pro Quadratmeter) angegeben. (Quelle: WGMS/C3S/ECMWF.)

Zusätzlich verlor der grönländische Eisschild 139 Milliarden Tonnen Eis – das entspricht etwa dem 1,5‑fachen des gesamten Eisvolumens aller Gletscher in den europäischen Alpen. Dieser Eisverlust trägt zum Anstieg des globalen Meeresspiegels bei: Jeder zusätzliche Zentimeter setzt weltweit rund 6 Millionen Menschen einem erhöhten Risiko von Küstenüberschwemmungen aus.

Der Klimawandel beeinträchtigt Mensch und Natur zunehmend

2025 war zudem geprägt von schweren Waldbränden und niedrigen Wasserständen in vielen Flüssen. Stürme und Überschwemmungen betrafen Tausende Menschen in ganz Europa, auch wenn extreme Niederschläge und Überschwemmungen weniger verbreitet waren als in den vergangenen Jahren.

«Der Bericht über Europas Klimazustand 2025 zeichnet ein deutliches Bild», so Samantha Burgess, Strategische Leiterin für Klima beim ECMWF. «Das Tempo des Klimawandels erfordert dringendere Massnahmen. Angesichts steigender Temperaturen sowie weit verbreiteter Waldbrände und Dürren sind die Beweise eindeutig: Der Klimawandel ist keine zukünftige Bedrohung, sondern unsere gegenwärtige Realität.»

Wie entwickelt sich das Klima in der Schweiz?

Die Temperatur in der Schweiz ist seit der vorindustriellen Referenzperiode 1871-1900 im Mittel um 3,0 °C angestiegen, gut doppelt so stark wie im globalen Mittel. 2025 lag das landesweite Mittel der Jahrestemperatur bei 7,0 °C und damit 1,2 °C über der Referenzperiode 1991–2020. Das entspricht dem 4. Rang seit Messbeginn 1864 (Abb. 3), hinter den Vorjahren 2022-2024, die die Ränge 1-3 belegen.

Zeitreihe der Jahrestemperatur in der Schweiz seit Messbeginn 1864
Abb. 3: Zeitliche Entwicklung der Jahrestemperaturen in der Schweiz, gezeigt als Abweichungen von der Klima-Trendlinie. Überdurchschnittliche Jahrestemperaturen sind rot, unterdurchschnittliche blau angegeben. (MeteoSchweiz)

Aufgrund des rasanten Temperaturanstiegs sind Europa und die Schweiz besonders stark vom Klimawandel betroffen. Die neuen Schweizer Klimaszenarien Klima CH2025 zeigen, dass sich die bisher beobachteten Veränderungen auch in Zukunft fortsetzen werden: mehr Hitze und weniger Kälte, schneeärmere Winter, trockenere Sommer und zunehmende Starkniederschläge. 

Die Auswirkungen des Klimawandels sind jetzt schon spürbar und Anpassungsmassnahmen notwendig. Nur eine rasche und konsequente Reduktion der Treibhausgasemissionen kann die gravierendsten Auswirkungen verhindern.

Was ist die Rolle von MeteoSchweiz?

Das Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz hat zwar am Bericht zum europäischen Klimazustand nicht mitgeschrieben, als Mitglied des ECMWF war MeteoSchweiz aber am Begutachtungsprozess beteiligt. Informationen zu Extremereignissen in der Schweiz können über die Weltorganisation für Meteorologie WMO in diese Berichte einfliessen. Die Schweiz ist eines der 193 Mitglieder der WMO und wird von MeteoSchweiz repräsentiert. In jährlichen Abständen erhält die WMO von MeteoSchweiz Angaben zu extremen Wettersituationen und deren Einordnung in den historischen Kontext. Die aussergewöhnliche Hitze im Juni 2025 in Mitteleuropa, die auch die Schweiz betraf, wurde im vorliegenden Bericht erwähnt.