Niedrige Luftfeuchtigkeit kommt in der Schweiz je nach Region unterschiedlich häufig vor
In Lagen unterhalb von 1500 Metern kommt grosse Lufttrockenheit in der Schweiz unterschiedlich häufig vor. Wenn man die Anzahl Tage mit einem Tagesminimum der relativen Luftfeuchtigkeit von weniger als 30 % in Betracht zieht, so weisen die Gebiete im Jura und im Mittelland, aber auch am Alpennordhang eine eher geringe Anzahl auf. In diesen Regionen werden im Jahresdurchschnitt rund 30 Tage mit einem Tagestiefstwert der relativen Luftfeuchtigkeit von 30 % oder weniger verzeichnet. Die geringe Anzahl am Alpennordhang erstaunt, sind doch diese Gebiete häufig dem Südföhn unterworfen. Es muss dazu gesagt werden, dass die relative Luftfeuchtigkeit bei Südföhn Tag und Nacht sehr niedrig ist und nicht nur tagsüber während weniger Stunden, wie dies im Jura und Mittelland der Fall ist. Würde man Stundenwerte in Betracht ziehen, ergäbe sich ein markant anderes Bild.
Anders als nördlich der Alpen sind in den inneren Alpen Tage mit einem Tagesminimum der relativen Luftfeuchtigkeit von 30 % und weniger deutlich häufiger. In Mittelbünden werden bereits 40 bis 60 solche Tage gezählt, im Wallis und auf der Alpensüdseite werden je nach Region 50 bis 80 Tage, lokal sogar 100 Tage gezählt. Im Wallis sind neben Föhneffekten hauptsächlich die meist sehr trockenen Böden für die hohe Anzahl an lufttrockenen Tagen verantwortlich. Die hohe Anzahl von lufttrockenen Tagen auf der Alpensüdseite sind dagegen auf den Nordföhn zurückzuführen. In Robbia im Puschlav werden beispielsweise im Jahresdurchschnitt rund 99 Tage mit einem Tagestiefstwert der relativen Luftfeuchtigkeit von 30 % oder weniger gezählt. Der Zusammenhang mit dem Nordföhn ist offensichtlich, ist doch Robbia diejenige Station auf der Alpensüdseite, welche die meisten Stunden mit Nordföhn aufweist.