Die Schweiz hat sich im Vergleich zum vorindustriellen Durchschnitt der Jahre 1871 bis 1900 bereits um rund 3 °C erwärmt. Das zeigen Daten von MeteoSchweiz auf Basis des aktuellen Klimamittels (siehe weiterführende Informationen). Wir zeigen, wann welche Erwärmungsmarke überschritten wurde und erläutern, weshalb sich die Erwärmung je nach Jahreszeit unterschiedlich entwickelt hat.
Mehr als hundert Jahre dauerte es, bis das Klimamittel erstmals die 1-Grad-Marke überschritt: im Winter 1976, im Jahresmittel 1984 und im Sommer erst 1988. Solche Unterschiede sind teilweise durch natürliche Schwankungen bedingt. Die rasche Erwärmung im Winter hängt zudem mit den tiefen Ausgangswerten Ende des 19. Jahrhunderts zusammen, während das späte Erreichen im Sommer auf die dämpfende Wirkung starker Luftverschmutzung und wechselhaften Sommerwetters in den späten 1970er- und 1980er-Jahren zurückzuführen ist.
Um die 2-Grad-Marke zu erreichen, dauerte es nur gut 20 Jahre. Zuerst überschritt der Frühling diese Marke im Jahr 2002, im Jahresmittel war es 2007 so weit. Als letzte Jahreszeit folgte der Herbst 2012. In den 1980er- und 1990er-Jahren erwärmte sich der Frühling durch einen starken Anstieg der Sonnenscheindauer besonders stark, während der Herbst noch zurückblieb. Auch die Erwärmung des Winters schritt aufgrund kalter und schneereicher Winter in den 1980er-Jahren eher langsam voran.

Nach dem Erreichen der 2-Grad-Marke beschleunigte sich die Erwärmung weiter. Vor allem der Sommer legte stark zu und überschritt 2019 als erste Jahreszeit die 3-Grad-Marke. 2025 liegt die Sommererwärmung bereits bei gut 3,5 Grad. Im vergangenen Jahr (2025) erreichten auch der Winter und das Jahresmittel die 3-Grad-Marke, während Frühling und Herbst diese noch nicht überschritten haben. Insgesamt wirkt sich der zunehmende Treibhauseffekt inzwischen in allen Jahreszeiten voll aus. Die besonders starke Sommererwärmung lässt sich durch eine Reihe besonders sonnenreicher und trockener Sommer gut erklären.
Das Tempo der Erwärmung hat sich in der Schweiz stark erhöht. Für das erste Grad Erwärmung waren noch über 100 Jahre nötig, bis zum dritten Grad vergingen danach jedoch nur noch rund 40 Jahre. Natürliche Schwankungen spielen weiterhin eine Rolle, aber der Effekt der durch den Menschen ausgestossenen Treibhausgase dominiert zunehmend das schnelle Tempo der Erwärmung.