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Satellitenbild und Geopotential in 500 hPa (schwarze Linien) laut IFS-Modell gestern Morgen um 8.00 UTC.
Satellitenbild und Geopotential in 500 hPa (schwarze Linien) laut IFS-Modell gestern Morgen um 8.00 UTC. (Bild: EuMetNet, EuMetSat und ECMWF)

Blauer Himmel, so weit das Auge reicht

Gestern Morgen bot sich den Meteorologinnen und Meteorologen ein ungewöhnliches Satellitenbild: Von Portugal bis zum Schwarzen Meer und von Irland bis Nordafrika nahezu wolkenloser Himmel. Grund dafür war ein ungewöhnlich umfangreiches Hochdruckgebiet, das bereits seit knapp 1 Woche Europa fest im Griff hat.

Die Analyse des IFS-Modells des Europäischen Zentrums für Mittelfristvorhersage (ECMWF) zeigt den durch das Modell assimilierten Wetterzustand zum dargestellten Zeitpunkt.  Oben links: Windfiedern und geopotentielle Höhe (schwarze Linien, Werte in Dekameter) in 300 hPa sowie modelliertes Satellitenbild. Oben rechts: Temperatur (farbige Flächen), Windfiedern und geopotentielle Höhe (schwarze Linien, Werte in Dekameter) in 500 hPa. Unten links: Relative Feuchtigkeit (farbige Flächen), Windfiedern und geopotentielle Höhe (schwarze Linien, Werte in Dekameter) in 700 hPa. Unten rechts: Temperatur (farbige Flächen) und Windfiedern in 850 hPa, Isobaren des auf Meereshöhe reduzierten Bodendrucks (schwarze Linien, Werte in Hektopascal).
Die Analyse des IFS-Modells des Europäischen Zentrums für Mittelfristvorhersage (ECMWF) zeigt den durch das Modell assimilierten Wetterzustand zum dargestellten Zeitpunkt. Oben links: Windfiedern und geopotentielle Höhe (schwarze Linien, Werte in Dekameter) in 300 hPa sowie modelliertes Satellitenbild. Oben rechts: Temperatur (farbige Flächen), Windfiedern und geopotentielle Höhe (schwarze Linien, Werte in Dekameter) in 500 hPa. Unten links: Relative Feuchtigkeit (farbige Flächen), Windfiedern und geopotentielle Höhe (schwarze Linien, Werte in Dekameter) in 700 hPa. Unten rechts: Temperatur (farbige Flächen) und Windfiedern in 850 hPa, Isobaren des auf Meereshöhe reduzierten Bodendrucks (schwarze Linien, Werte in Hektopascal). (ECMWF und MeteoSchweiz)

Ein Gigant entsteht

Die Animation der Modellanalyse beginnt vor etwas mehr als 1 Woche am 19. Mai 2026, als über Mitteleuropa immer noch kühles und instabiles Wetter herrschte. Grund dafür war eine Tiefdruckrinne, die von Skandinavien bis weit ins Mittelmeer reichte und kühle Luft polaren Ursprungs zu uns führte. Bereits am 20. Mai ändert sich die Wetterlage: Von der Biskaya her drückte in der Höhe (obere beide Bilder) ein sogenannter Hochdruckkeil. Dieser liess am Boden ein neues, noch relativ kühles Hochdruckgebiet mit Kern über Frankreich entstehen. Am 21. Mai kam der Hochdruckkeil etwas näher zum Alpenraum, gleichzeitig verschob sich das Bodenhoch unter weiterer Verstärkung Richtung Süddeutschland. 

In weiterer Folge schnürte sich einerseits ein weiträumiges Tief über Südosteuropa ab, andererseits tropfte westlich von Portugal ein kleinräumigeres Tief ab. Die daraus resultierende Omegakonstellation führte dazu, dass sich das Hoch gar nicht mehr vom Fleck bewegte. Die im Hoch wirkende Subsidenz erwärmte zusammen mit der in dieser Jahreszeit deutlich positiven Strahlungsbilanz die Luft immer weiter.

In der letzten, aktuellen Phase hat sich das Hoch zu einem sogenannten Langwellenhoch weiterentwickelt, das sich naturgemäss nur sehr langsam abbaut bzw. fortbewegt.

Die Schweiz lag während dieser Hochdruckphase grösstenteils am südlichen Rand des Hochs in einer Bisenströmung, die relativ trockene Festlandluft zu uns führte. Dadurch konnte es einerseits besonders auf der Alpennordseite nachts immer angenehm abkühlen, andererseits wurde eine vollständige Durchmischung der Luft bis in tiefe Lagen verhindert, wie sie bei einer Südwestströmung möglich gewesen wäre. In der Folge wurden die meisten neuen Temperaturrekorde in der Schweiz an höher gelegenen Stationen registriert, wo die Subsidenz maximal wirksam war. Wären wir dagegen auf die Westflanke des Hochs, respektive auf die Vorderseite eines Tiefs über dem Atlantik gekommen, wären auch im Flachland reihenweise Mairekorde gefallen, wie dies in Frankreich und Grossbritannien der Fall ist.

Aus heutiger Sicht stellt sich die Wetterlage ab kommendem Sonntag um, wenn sich voraussichtlich wieder eine zonalere Strömung mit saisongerechteren Temperaturen einstellt.

Hitze

Wie kommen Sie und Ihre Angehörigen gut durch die heissen Tage? 

Heisse Tage können die Gesundheit beeinträchtigen. Besonders gefährdet sind ältere und (chronisch) kranke Menschen, Kleinkinder, Säuglinge und Schwangere. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat drei goldene Regeln für Hitzetage definiert:

  • Körperliche Anstrengung meiden
  • Hitze fernhalten, Körper kühlen
  • Viel trinken, leicht essen, Medikamente anpassen

Mehr Informationen zu Verhaltensempfehlungen bei Hitze finden Sie hier.

Hitze in Zukunft

Gemäss den aktuellen Schweizer Klimaszenarien CH2025 muss die Schweiz in Zukunft mit deutlich häufigeren und intensiveren Hitzeereignissen rechnen. Der Anstieg der Hitzeextreme in der Schweiz ist deutlich grösser als die mittlere Temperaturzunahme im Sommer. Die jährlichen Höchsttemperaturen werden mit zunehmender globaler Erwärmung deutlich ansteigen.

Weiterführende Informationen: