Man konnte sie in diesem hochdruckbestimmten Monat praktisch an einer Hand abzählen, die "nassen" Tage mit mehr als 1 mm Niederschlag. Verbreitet Niederschlag gab es nur am 12., 13. April und 28. April. Der 5. April, der 10. April und der 19. April lieferten vor allem am östlichen Alpennordhang etwas Niederschlag, der 21. und 29. April in der Südschweiz und im Engadin. Ansonsten blieb es im Monatsverlauf im ganzen Land weitgehend trocken.
Als Folge der niederschlagsarmen Witterung lagen die Monatssummen verbreitet unter 30% des Mittels über die Referenzperiode 1991-2020 für April. Nur in schmalen Randgebieten der Schweiz wurden 40-50% des Referenzniederschlags erreicht. Im westlichen Mittelland, am westlichen Alpennordhang, in Teilen des Wallis und in Mittel- und Südbünden wurden kaum mehr als 15% des Normniederschlags registriert (Abbildung 1). Im landesweiten Mittel waren es 27% der Referenz.

Insgesamt wurde an über 80 Stationen im Messnetz von MeteoSchweiz ein neues Rekordminimum der Aprilniederschläge verzeichnet. An über 20 Messstandorten in dieser Liste kamen im April 2026 nicht einmal 10 mm Niederschlag zusammen, einige davon im Berner Oberland. Der Messstandort Frutigen erhielt nur gerade 4,0 mm, Interlaken registrierte 5,0 mm in der Monatssumme. Diese Stationen messen seit 1959. Die beiden Rekorde sind bemerkenswert, weil sie den bisherigen Rekord aus dem April 1981 deutlich unterboten. Damals verzeichnete Frutigen 26,7 mm, Interlaken 20,1 mm.
Weitere Beispiele von Messstandorten mit weniger als 10 mm Niederschlag und einem neuen Aprilrekord stammen aus dem Kanton Graubünden (Bergün: 7,2 mm, Lenzerheide: 9,2 mm) oder aus der Umgebung zwischen Zofingen und Aarau im Kanton Aargau (Zofingen: 7,5 mm, Buchs AG: 8,7 mm). Diese Liste ist nicht abschliessend.
Unter den Stationen mit Rekordwerten waren auch einige mit langen Messreihen von über 100 Jahren, primär aus dem Berner Oberland (Kandersteg mit 11,6 mm, Lauterbrunnen mit 8,3 mm, Grimsel Hospiz mit 23,5 mm). Dazu vermeldete auch der Waadtländer Standort Château d’Oex mit 14,2 mm einen neuen Rekord in der rund 140-jährigen Messreihe.
Normal wären im Mittelland rund 70-100 mm, am Alpennordhang 80-160 mm und auf der Alpensüdseite grob geschätzt 100-200 mm. Die flächige Information zu den Monatsniederschlagen ist in Abbildung 2 gezeigt.

Im Schweizer Mittel erreichte der April 2026 den 4. Rang der niederschlagsärmsten Aprilmonate seit Messbeginn 1864. Am westlichen und östlichen Alpennordhang war es sogar der niederschlagsärmste April. Im gesamten Mittelland belegte der April 2026 Rang 3 seit Messbeginn. Im Graubünden reichte es für Rang 4, auf der Alpensüdseite für Rang 8 und im Jura für Rang 9. Diese Regionenmittel lassen sich zurück bis 1901 berechnen.
Der bisher niederschlagsärmste April im Schweizer Mittel war der April 1865. Damals wurden gerademal 9% des Niederschlags registriert, wie er im Referenzzeitraum 1991-2020 im Durchschnitt zu erwarten wäre. Rund 12% waren es April 1893 (Rang 2), 21% im Jahr 2007 (Rang 3). Demgegenüber gab es auch Aprilmonate, in denen mehr als 200% des Normniederschlags fiel (die fünf nassesten Aprilmonate). Absolut gesehen sind dies Unterschiede von 9 mm im niederschlagsärmsten April bis 247 mm im Schweizer Mittel im nassesten April 1986.
Dies zeigt die enorme Spannweite möglicher Niederschlagsmengen in einem Monat wie dem April. Die Aprilniederschläge schwanken von Jahr zu Jahr und hängen stark von den vorherrschenden Wetterlagen ab.

Niederschlagsarmut bedeutet nicht unbedingt gleich Trockenheit. Es gibt mehrere Aspekte, die berücksichtigt werden müssen, um eine Trockenheitssituation zu beurteilen: die aktuelle Niederschlagsarmut und Vorgeschichte über mehrere Monate, niedrige Pegel in Flüssen und Seen, ein tiefer Grundwasserspiegel, geringe Bodenfeuchte und der Zustand der Vegetation. Erst seit der Woche vom 20.-26. April kann man unter Berücksichtigung der oben genannten Faktoren in weiten Teilen des Landes effektiv von trockenen Bedingungen sprechen. Die Situation wird wöchentlich neu beurteilt.
Informationen zur aktuellen Lage finden Sie auf der Trockenheitsplattform des Bundes.
Anstelle von Regen brachte das anhaltende Hochdruckwetter einige Tage mit teils kräftiger Bise und besonders viel Sonnenschein. Verbreitet wurden 130-155% der mittleren Sonnenscheindauer über die Referenzperiode 1991-2020 verzeichnet. Trübe Tage mit weniger als 20% des maximal möglichen Sonnenscheins gab es schweizweit nur im Zeitraum vom 10.-14., am 19., 28. und am 29. April.
Die monatliche Sonnenscheindauer im April 2026 erreichte an einer Messstation mit Daten seit über 120 Jahren den 1. Rang der sonnigsten Aprilmonate: In Pully wurden 284,4 Sonnenstunden registriert. Das entspricht etwa drei Wochen mit maximalem Sonnenschein an diesem Ort im April. Der bisherige Rekord von 283,5 Stunden stammte aus dem Jahr 1938.