Am 28. Mai 2025 löste der Abbruch des Birchgletschers im Lötschental (VS) eine unvorstellbare Tragödie für das Dorf Blatten und seine Bewohner aus, die innerhalb weniger Minuten alles verloren. Infolge dieser Katastrophe staute sich im Flussbett der Lonza ein See auf. Wie im Blogbeitrag vom 1. Juni 2025 ausführlich beschrieben, wurde die SwissMetNet-Station damals von den Wassermassen dieses Sees überflutet. Seit dem Morgen des 29. Mai übermittelte sie daher keine Daten mehr.

Diese Situation war zwar im Kontext der Katastrophe von untergeordneter Bedeutung, stellte aber dennoch ein gewisses Problem dar. Die betreffende Messstation war nämlich die einzige im Tal. Ihr Wegfall bedeutete einen vollständigen Verlust der Überwachung wichtiger meteorologischer Parameter wie Temperatur, Niederschlagsmengen oder Wind, um nur einige zu nennen. Diese Werte ermöglichen nicht nur eine genaue Überwachung der aktuellen Bedingungen, sondern liefern auch Daten für Vorhersagemodelle, welche immer auf einen möglichst exakten Anfangszustand für die Berechnung der zukünftigen Verhältnisse angewiesen sind.
Nach dem Wegfall der SwissMetNet-Station im Mai 2025 wurde schnell klar, wie wichtig Messwerte im Lötschental sind. Dabei galt es, die Komplexität einer Region zu berücksichtigen, deren Topografie sich plötzlich verändert hatte, wodurch insbesondere die Zufahrten für den motorisierten Verkehr unterbrochen wurden und Fragen wie die Stromversorgung oder die Bodenstabilität noch geklärt werden mussten. Auch der Winter und die für die Installation jeglicher Infrastruktur ungünstigen Bedingungen verzögerten den Fortschritt des Projekts.
Schliesslich konnte am 12. Mai dieses Jahres eine mobile Messstation installiert werden. Diese temporäre Station liefert seit dem 19. Mai automatisch Messwerte, wodurch eine Überwachung der Wetterbedingungen im Lötschental gewährleistet und gleichzeitig der Datenverlust begrenzt wird. Langfristig bleibt die Installation einer neuen SwissMetNet-Messstation in der Region weiterhin aktuell. Es wird jedoch noch einige Zeit dauern, einen geeigneten Standort zu finden und den Bau einer dauerhaften Station zu organisieren.

