Das landesweite Mittel der Frühlingstemperatur (März bis und mit Mai 2026) beträgt aktuell 6,5 °C (Stand: 28. Mai 2026). Damit liegt der Frühling 2026 momentan 1,6 °C über dem Referenzwert 1991–2020. Dies entspricht aktuell dem 3. Rang der wärmsten Frühlinge seit Messbeginn 1864. Der bisher wärmste Frühling war der Frühling 2011 mit einer Abweichung von +1,9 °C zur Referenzperiode 1991-2020. Die Monate März bis Mai 2007 bildeten den bisher zweitwärmsten Frühling. Damals lag die landesweite Mitteltemperatur 1,7 °C über der Referenz.
Der letzte Frühling mit einer unterdurchschnittlichen Temperatur im Vergleich zur Referenzperiode 1991-2020 war der Frühling 2021 mit einer Abweichung von -1,6 °C. Die zehn kältesten Frühlinge wiesen alle eine Abweichung zur Referenzperiode von unter -3 °C auf und traten vor 1970 auf.
Der Frühling ist heute in der Schweiz 2,9 °C (2,2 – 3,6 °C) wärmer als während der vorindustriellen Referenzperiode 1871–1900. Der diesjährige Frühling übertrifft das aktuelle Klimamittel 2026 (Endpunkt der schwarzen Linie in Abbildung 1) deutlich und setzt damit den langfristigen Erwärmungstrend fort.

Über die drei Frühlingsmonate gemittelt lagen die Temperaturen bis kurz vor Ende Mai regional 1,0-1,9 °C über der Referenzperiode 1991-2020. Dabei wurden die tiefsten Werte im nordöstlichen Mittelland und in Teilen Graubündens verzeichnet. Die grössten positiven Abweichungen stammen aus dem Wallis, dem Jura und der Alpensüdseite.

Die Schweizer Mitteltemperatur im März 2026 lag 0,4 °C über der Referenzperiode 1991-2020 und belegte damit den 30. Rang seit Messbeginn 1864. Das erste Monatsdrittel war verbreitet frühlingshaft mild. In der letzten Märzwoche gab es einen kräftigen Wintereinbruch im Norden mit sehr kalten Temperaturen und beachtlichen Neuschneemengen am Alpennordhang.
Der April war im landesweiten Mittel der fünftwärmste. Die Schweizer Mitteltemperatur lag 2,6 °C über der Referenzperiode 1991-2020. Der Monat begann kühl, aber nach dem dritten Tag blieben die Temperaturen fast durchgehend über dem Durchschnitt. Besonders frühsommerlich warm war es in der ersten Aprildekade. Etwas kühler war es auf der Alpennordseite nur vom 12.-15. Und vom 20.-23. April.
Eine kalte Phase in der zweiten Maidekade sorgte auch in den Niederungen für einige Tage mit Bodenfrost. Zeitweise fiel bis hinunter auf 700-1100 Meter Neuschnee. In den letzten zehn Tagen des Monats zeigte sich der Hochsommer aussergewöhnlich früh mit einigen Hitzetagen in den tiefen Lagen südlich und nördlich der Alpen und neuen Tageshöchstwerten für Mai an vielen Messstandorten. In Biasca wurde mit 34,8 °C am 28. Mai der höchste Wert erreicht, der jemals im Mai südlich der Alpen gemessen wurde. Er liegt nur 0,3 °C unter dem nationalen Mai-Rekordwert der Schweiz (35,1 °C in Sion am 25. Mai 2009).
Die Niederschlagsmengen im Zeitraum von März bis Mai 2026 lagen bis kurz vor Ende Mai regional im Mittelland, im Rhonetal, im Nordtessin und im Graubünden verbreitet bei 40-60% der Referenzperiode 1991-2020. Am Alpennordhang wurden im 3-monatigen Mittel rund 60-90% der Norm erreicht, ebenso in der Region Genf, im Chablais, im Simplongebiet, in der Südschweiz und im Engadin.
Im landesweiten Mittel zählt der Frühling 2026 kurz vor Ende Saison zu den trockensten Frühlingen seit Messbeginn 1864. Besonders trocken war der Frühling in den östlichen Landesteilen. In der Region Graubünden und Engadin war es im Durchschnitt der trockenste Frühling seit 1901. Ab diesem Jahr berechnet MeteoSchweiz die Regionen-Mittel für Niederschlag.

Der März 2026 brachte verbreitet unterdurchschnittliche Niederschlagsmengen, dies trotz des Wintereinbruchs in der letzten Woche des Monats. Auf der Alpensüdseite und am zentralen Alpennordhang gab es kleinere Gebiete mit überdurchschnittlichen Niederschlägen im März. Dazu trug auch ein Starkschneefall-Ereignis am 14. und 15. März bei.
Im April fiel schweizweit extrem wenig Niederschlag. Regional wurden weniger als 20% eines durchschnittlichen Aprilniederschlags verzeichnet. Insgesamt wurde an über 80 Stationen im Messnetz von MeteoSchweiz ein neues Rekordminimum der Aprilniederschläge verzeichnet. An über 20 Messstandorten in dieser Liste kamen im April 2026 nicht einmal 10 mm Niederschlag zusammen. Im Schweizer Mittel erreichte der April 2026 den 4. Rang der niederschlagsärmsten Aprilmonate seit Messbeginn 1864. Am westlichen und östlichen Alpennordhang war es sogar der niederschlagsärmste April. Im gesamten Mittelland belegte der April 2026 Rang 3 seit Messbeginn. Im Graubünden reichte es für Rang 4, auf der Alpensüdseite für Rang 8 und im Jura für Rang 9. Diese Regionenmittel lassen sich zurück bis 1901 berechnen.
In den ersten drei Maiwochen gab es immer mal wieder Niederschlag in den meisten Gebieten des Landes. Dadurch entspannte sich die Trockenheitssituation von Ende April kurzfristig. Da es ab dem 21. Mai bis kurz vor Monatsende in den meisten Regionen keine Niederschläge mehr gab, blieben die monatlichen Summen im Vergleich zur Referenzperiode 1991-2020 bis dahin unterdurchschnittlich (Stand: 28.5.2026). Es stellte sich in der Schweiz erneut eine Trockenheitssituation ein.
Im saisonalen Mittel lag die Sonnenscheindauer bis kurz vor Ende Mai weitgehend über dem Durchschnitt der Referenzperiode 1991-2020 (Stand: 28. Mai 2026). Vielerorts wurden bisher 120-130% des Referenzwerts der Periode 1991-2020 erreicht. In den verbleibenden Tagen kommt nochmal mehr Sonnenschein dazu, so dass bis Saisonende in weiten Teilen des Landes mit einem der sonnigsten Frühlinge seit Messbeginn gerechnet werden kann.
Der März war auf der Alpennordseite und besonders im Mittelland und im Jura überdurchschnittlich sonnig. Verbreitet wurden in diesen Gebieten mehr als 125% der Referenzperiode 1991-2020 verzeichnet. Die monatliche Sonnenscheindauer erreichte an zwei Messstationen mit Daten seit über 120 Jahren den 10. Rang der sonnigsten Märzmonate: Neuchâtel 204,4 h (Rekord: 263,6 h, 2012) und Pully 202,2 h (Rekord: 261.2 h, 2012).
Noch sonniger war der April. Fast im ganzen Land wurden verbreitet 140% der Referenz erreicht oder überschritten. In Pully reichte es nach dem März auch im April für einen Rekord der Sonnenscheindauer: sie erreichte den 1. Rang mit 284,4 h (bisheriger Rekord: 283,5 h, 1938). Auch im Mai dürfte die Sonnenscheindauer schlussendlich verbreitet über dem Durchschnitt liegen.
Der definitive Bericht zum Frühling 2026 ist ab dem 10. Juni 2026 in der Rubrik Publikationen verfügbar.