Eine Omegalage ist eine Wettersituation, bei welcher im Höhendruckfeld, das heisst besonders zwischen 500 und 200 hPa, sich ein abgeschlossenes Hoch in relativ hohen geographischen Breiten befindet. Im Weiteren befindet sich oft südwestlich und südöstlich des Hochs je ein Höhentief. Das Höhenhoch stellt deshalb eine Form dar, welche dem griechischen Buchstaben Omega gleicht.
![Geopotential [gpdm, schwarze Isolinien] und Windstärken [kt, farbige Flächen] auf 300 hPa heute, den 1. Mai 2026, um 06 UTC (linke Graphik) sowie der griechische Buchstabe Omega (rechte Graphik). Das nahezu abgeschlossene Hochdruckgebiet auf der linken Graphik (mit oranger Farbe hervorgehoben) erinnert an den griechischen Buchstaben Omega. Deshalb werden Wetterlagen mit abgespaltenen Hochdruckgebieten auch Omegalagen genannt.](/images/440/blog/2026/05/Omegalage/Omega_heute2.png0/Omega_heute2.png)
Normalerweise liegt in höheren Atmosphärenschichten hoher Luftdruck in niederen Breiten, während in den Polarregionen sich tiefer Druck befindet. Dazwischen verläuft ein mehr oder weniger breites Band mit westlichen Winden.
Hie und da beginnt dieses Band zu mäandrieren, dabei entstehen die sogenannten Höhentröge und -rücken. Diese Gebilde entstehen vereinfacht gesagt durch Warmluftadvektion aus Süden und Kaltluftadvektion aus Norden. In Gebieten mit Warmluftadvektion beginnt sich in der Höhe ein Rücken auszubilden. Dies, weil warme Luft eine geringere Luftdeichte hat und deshalb der Druck mit der Höhe nur langsam abnimmt. In Gebieten mit Kaltluftadvektion bilden sich sogenannte Höhentröge, weil kalte Luft eine hohe Dichte aufweist, was den Luftdruck mit zunehmender Höhe rascher absinken lässt als in Gebieten mit wärmerer Luft.
In seltenen Fällen geht dieser Prozess so weit, dass sich ein Höhenrücken allmählich von der ausgedehnten Hochdruckzone über den niederen Breiten abschnürt und sich als eigenständiges Höhenhoch in recht hohen Breiten, zum Beispiel über Nordeuropa, manifestiert. Häufig schnüren sich dann gleichzeitig auch die Tiefdrucktröge von der verbreiteten Tiefdruckzone über der Polarregion ab und leben ebenfalls als eigenständige Gebilde weiter südlich fort. Das Höhendruckfeld mit dem abgeschnürten Hoch gleicht dann, wie oben bereits beschrieben, dem griechischen Buchstaben Omega.
![Mittleres Geopotential in Europa auf 300 hPa [gpm] im Monat Mai in den Jahren 1991-2020 (linke Graphik). Zwischen hohem Druck über der Südhälfte Europas und tiefem Druck über Nordeuropa herrscht verbreitet eine gestreckte Westströmung vor ( mit der schwarzen Linie und dem angefügtem Pfeil angedeutet). Mittleres Geopotential in Europa auf 300 hPa [gpm] zwischen dem 23. und 31. Juli 1983 (rechte Graphik). Hie und da beginnt die gestreckte Westströmung zu mäandrieren. Das ausgewählte Beispiel zeigt einen markanten Höhenrücken, welcher sich vom Mittelmeerraum bis nach Deutschland ausgeweitet hat. Damit verläuft die Höhenströmung sinusförmig von West nach Ost. Stromaufwärts des Höhenrückens herrschen Südwestwinde vor, stromabwärts dagegen Nordwestwinde (mit der schwarzen Linie und dem angefügtem Pfeil angedeutet).](/images/440/blog/2026/05/Omegalage/Omegalage_1952.png/Omegalage_1952.png)
![Mittleres Geopotential in Europa auf 300 hPa [gpm] am 1. und 2. Juli 1952 (linke Graphik). Der Höhenrücken beginnt sich langsam abzuspalten. Die Höhenströmung stromaufwärts des Rückens verläuft von Ostspanien über Frankreich bis nach Süddeutschland , stromabwärts des Rückens erstreckt sie sich von Süddeutschland weit nach Süden bis nach Nordafrika. Die Strömung hat bezüglich der geographischen Breite eine hohe Amplitude ( mit der schwarzen Linie und dem angefügtem Pfeil angedeutet). Einige Tage später, nämlich am 4. und 5. Juli 1952, ist die Abschnürung vollzogen (rechte Graphik) und eine markante Omegalage ist entstanden.](/images/440/blog/2026/05/Omegalage/Omegalage2_1952.png/Omegalage2_1952.png)
Während normalerweise durch die Westströmung Wettersysteme sich rasch verlagern, kann eine Omegalage tagelang ortsfest bleiben. Damit bleibt auch der Wettercharakter über mehrere Tage gleich. Innerhalb des Hochs herrschen meist wolkenfreie Verhältnisse vor, was im Sommer zu Trockenheit und nicht selten auch zu Hitzewellen führt.
Heute lag das abgeschlossenen Höhenhoch im Raum Norddeutschland-Dänemark. Die Schweiz befand im Süden dieses Hochs. Dabei gelangte aus Nordosten trockene Luft in den Alpenraum. Weil diese Luft zusätzlich infolge Subsidenz stark erwärmt wurde, sank die relative Luftfeuchtigkeit noch tiefer. Dies führte dazu, dass heute am Morgen auf dem Säntis eine ungewöhnliche Lufttrockenheit vorherrschte. Die relative Luftfeuchtigkeit lag zeitweise nur noch bei rund 2 %.

![Verlauf der relativen Luftfeuchtigkeit [%] auf dem Säntis heute, den 1. Mai 2026, zwischen 0 und 10:30 UTC. Mit Tiefstwerten von nur wenig über 2 % lag die relative Luftfeuchtigkeit heute am Morgen zeitweise extrem niedrig.](/images/440/blog/2026/05/Omegalage/FeuchteS-ntis.png/FeuchteSaentis.png)