Die Wetterstation in Aigle nimmt einen besonderen Platz in der Geschichte des automatischen Messnetzes von MeteoSchweiz ein. Sie wurde im Oktober 2003 installiert und war die erste Station des SwissMetNet-Messnetzes (SMN1). Nach ihrer Inbetriebnahme fand eine etwa einjährige Validierungsphase zur Überprüfung der Qualität und Stabilität der Messungen statt, bevor das neue Messnetz vollständig ausgebaut wurde. SwissMetNet ersetzte damit das erste automatische Messnetz der Schweiz (ANETZ, Automatisches Messnetz), das grösstenteils in Locarno Monti entwickelt und in den 1980er-Jahren installiert worden war.
Während ihrer Betriebszeit wurde die SMN-Station in Aigle laufend überwacht, wobei 21 Wartungseinsätze vor Ort durchgeführt wurden. Diese Massnahmen sicherten die Qualität der Messungen und die Zuverlässigkeit der Sensoren trotz der natürlichen Alterung der Geräte.
Die Station wurde erweitert, um die vom Partner MeteoTest durchgeführten Bodenfeuchtemessungen sowie die Radioaktivitätsmessungen im Rahmen des NADAM-Messnetzes aufzunehmen.
Für das gesamte SwissMetNet nähern sich die Elektronik und die Erfassungssysteme heute dem Ende ihres technologischen Lebenszyklus, sodass im Rahmen des Projekts SMN ACDC eine Erneuerung erforderlich ist. Die Messgeräte hingegen werden kontinuierlich überprüft, kalibriert und bei Bedarf gemäss den Herstellerrichtlinien ausgetauscht, wodurch die Messqualität langfristig gewährleistet bleibt.
Die Messstation in Aigle wurde kürzlich mit der neuen Erfassungstechnologie IoT (SMN IoT) modernisiert. Das gesamte SwissMetNet wird schrittweise auf das neue System umgestellt (derzeit sind bereits rund 110 Stationen migriert).
Diese neue Generation bietet insbesondere:

Durch die Umstellung auf SMN IoT wird lediglich der Bereich der Erfassung und Verwaltung der Messgeräte ersetzt; die Sensoren hingegen werden ohne Austausch auf das neue Netzwerk migriert. Auf diese Weise bleibt die Kontinuität der Messungen gewährt und fällt unter die normale Wartungs- und Kalibrierungsroutine.

Die neue Generation vom SwissMetNet bietet deutlich verbesserte Möglichkeiten zur Fernsteuerung. Alle meteorologischen Werte sowie die technischen Parameter können live aus der Ferne überwacht werden. Die Sensoren lassen sich fernsteuern, sodass keine Anfahrt zum Messstandort erforderlich ist, beispielsweise durch die Ausführung gerätespezifischer Befehle, einen Reset bei Problemen oder die Installation einer neuen Softwareversion.
Ein kurzer Rückblick: Die Messstation Aigle war im September 2004 Gegenstand eines professionellen Fotoshootings. Dieses Bild wird noch heute auf der Website von MeteoSchweiz verwendet, um das Netz der automatischen Messstationen zu veranschaulichen.

Die erste Messstation stiess bei allen am beteiligten des Projektes auf grosses Interesse, wie die zahlreiche Teilnahme an den Baubesichtigungen zeigt.

Heute kümmert sich eine kleine Gruppe von zwei bis drei Technikern, unterstützt von lokalen Verantwortlichen, um die Erneuerung des Erfassungssystems, die Inbetriebnahme und die Abnahme. In der Regel wird die Umstellung einer kompletten Station an einem Arbeitstag durchgeführt.

Mittlerweile sind bereits zahlreiche Messstationen auf SMN IoT umgestellt, so z.B. alle Niederschlagsmessstationen im Tessin (Airolo, Faido, Bellinzona, Bosco Gurin, Mosogno, Crana Torricella und Coldrerio).
Hinweis: Dieser Blog wurde von unseren Kollegen/innen in Locarno erstellt und aus dem italienischen übersetzt.