Apriltemperaturen in Europa
Die Durchschnittstemperatur über dem europäischen Festland lag im April 2026 mit 8,88 °C auf dem zehnten Platz der wärmsten Aprilmonate und damit 0,50 °C über dem Durchschnitt der Jahre 1991–2020 für den April. Der wärmste April seit Beginn der Aufzeichnungen war der im Jahr 2018.
Die Temperaturanomalien in Europa waren durch starke regionale Unterschiede gekennzeichnet, mit deutlich überdurchschnittlichen Temperaturen im Südwesten Europas (Iberische Halbinsel, West- und Südfrankreich, Italien) und unterdurchschnittlichen Temperaturen in weiten Teilen Osteuropas. Dieser Kontrast ist auf die herrschenden Wetterlagen zurückzuführen. Über Westeuropa hielt sich ein Hochdruckgebiet hartnäckig, Osteuropa lag dagegen anhaltend unter Tiefdruckeinfluss. Diese Bedingungen begünstigten sonniges und trockenes Wetter im Westen sowie den Transport kälterer Luft aus dem Norden nach Mittel- und Osteuropa.
Temperaturverhältnisse ausserhalb Europas
Besonders überdurchschnittlich warme Bedingungen herrschten im April 2026 über dem europäischen Arktisbereich (nördliche Barentssee, östliches Grönland), über den Vereinigten Staaten, Zentralasien, Westaustralien, Teilen der Ostantarktis und weiten Teilen der Weddellsee. Die Temperaturanomalien in Nordamerika zeigten einen deutlichen Kontrast: Über den Vereinigten Staaten, insbesondere im Osten, herrschten überdurchschnittlich warme Bedingungen, während es in weiten Teilen Kanadas, vor allem im kanadischen Arktischen Archipel, kälter als im Durchschnitt war.
Unterdurchschnittliche Temperaturen herrschten auch in der Sahara in Afrika, im Nahen Osten, in Teilen Ostrusslands, im Norden Australiens und in Teilen der Westantarktis. Ansonsten wurden in Südamerika und Afrika gemischte Bedingungen beobachtet.
Meeresoberflächentemperatur
Die durchschnittliche Meeresoberflächentemperatur (SST) für April 2026 zwischen 60°S und 60°N lag bei 21,00 °C, dem zweithöchsten jemals für diesen Monat gemessenen Wert. Im Laufe des Aprils näherte sich die tägliche durchschnittliche SST für 60°S–60°N allmählich den im Jahr 2024 beobachteten Rekordwerten an, was den Übergang von neutralen zu El-Niño-Bedingungen widerspiegelt, die nun in den kommenden Monaten erwartet werden.
Die SSTs erreichten in einem weiten Gebiet vom zentralen äquatorialen Pazifik bis zur Westküste der Vereinigten Staaten und Mexikos Rekordhöchstwerte für diesen Monat, was starken marinen Hitzewellenbedingungen entspricht.