
Zwischen einem Hoch über Westeuropa und einem Tief über Skandinavien gelangt in den kommenden Tagen mit einer nordwestlichen Höhenströmung angenehm temperierte Atlantikluft zum Alpenraum. Eine weitere Hitzewelle bleibt uns im Moment erspart. Extrem hohe Temperaturen werden weiterhin für die Iberische Halbinsel und die Südhälfte Frankreichs vorhergesagt. Selbst in einer Höhe von rund 600 Metern (diese Höhe wird gewählt, um die Unterschiede zwischen Tag und Nacht anzugleichen) werden in diesen Regionen Temperaturen von über 35 Grad erwartet. Am Boden dürften es verbreitet über 40 Grad werden. Deutlich kühler wird es hingegen über Nord- und Osteuropa, wie an den grünlichen Flächen in der Animation verdeutlicht wird.

Die Schweiz befindet sich im Übergangsbereich der beiden Luftmassen, die Höchstwerte liegen meist im Bereich von 25 bis 30 Grad. Nur im Genferseegebiet, im Zentralwallis und im Tessin steigen die Temperaturen zum Teil über die 30 Grad Marke.

Da wir grossräumig eher dem Hoch im Südwesten angeschlossen sind, bleibt es bis auf wenige Ausnahmen bis Ende der kommenden Woche überwiegend trocken. Was alle diejenigen freut, die in der Schweiz Ferien machen oder Veranstaltungen im Freien planen, bedeutet für andere Bereiche wie z.B. Landwirtschaft, Energie oder Binnenschifffahrt weiterhin anhaltende oder zunehmende Einschränkungen. Die aktuell noch vorhandenen (und stark schmelzenden) Gletscher mildern die aktuelle Trockenheit etwas.


An der Grosswetterlage ändert sich also bis weit in die kommende Woche nicht viel. Glück für uns, dass die Schweiz diesmal auf der kühleren Seite des Hochs liegt. In der Periode vom 27. Juni bis 8. Juli spricht man von der sogenannten Siebenschläferregel, nach der die Wetterlage für weitere 7 Wochen festgefahren bleiben würde. Gute Nachrichten für den Tourismus, weniger gute für unsere Wasserreserven. Wobei die Zuverlässigkeit dieser Regel laut einer Auswertung des DWD bei der aktuellen «Schönwettervariante» nur bei 55 bis 60% liegt.