Von der Messung zur Entscheidung
Ein zentrales Thema am Symposium war die Frage: Wie können bestehende Daten und damit verbundenes Wissen in der Praxis sichtbarer werden? Messreihen sind insbesondere dann wertvoll, wenn sie auch genutzt werden können – in Klimaszenarien, in Frühwarnsystemen, in politischen Entscheiden.
Die Schweiz hat diesbezüglich bereits einiges vorzuweisen: Frühwarnsysteme für Trockenheit (drought.ch), Klimaszenarien (Klima CH2025) oder verbesserte Vorhersagen für Naturgefahren wie Lawinen oder Hangrutsche. Beim nationalen Trockenheits-Frühwarnsystem etwa wurde bewusst nutzerorientiert vorgegangen – die Website wurde so gestaltet, dass Bäuerinnen und Bauer, Försterinnen und Förster oder die Gemendevertretung direkt damit arbeiten können, und nicht nur Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.
Gleichzeitig wurde am Symposium klar: Der Weg von der Messung zur konkreten Entscheidung bleibt lang. Der Wissenstransfer zwischen Forschung, Politik und Gesellschaft muss weiter gestärkt werden.
Zukunft gestalten
Zwei Themen zogen sich durch einen Grossteil der Diskussionen: Erstens, Künstliche Intelligenz (KI) und Machine Learning (ML) verändern die Arbeit mit Klimadaten grundlegend. Muster in riesigen Datensätzen erkennen, Satellitendaten mit Bodenmessungen verknüpfen, Anomalien früher detektieren – das alles wird mit neuen Methoden schneller und teils sogar präziser. Voraussetzung dafür sind nach wie vor gut dokumentierte, qualitativ hochwertige und langfristige Referenzdaten.
Zweitens wurde im abschliessenden Panel von Führungspersonen grosser Schweizer Forschungsinstitutionen bestätigt: Die langen Messreihen an sich sind das Wichtigste, was wir schützen müssen. Sie sind das Fundament für die Forschung und letztlich die Anwendung der Ergebnisse in der Praxis. Einmal unterbrochen, lassen sie sich nicht ersetzen.