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Die Umstellung der Wetterlage vom blockierenden Hoch mit historischer Hitzewelle hin zu einer gemässigten Nordwestlage vollzieht sich aktuell in mehreren Etappen. Seit gestern Montag erreicht uns bei schwacher westlicher Strömung etwas weniger heisse, aber dafür feuchtere Luft. Entsprechend erreichten wir gestern in den Niederungen nördlich der Alpen zwar «nur noch» zwischen 29 und 32 Grad, aber dafür fühlte es sich «tüppiger» an. 

Rückblick Montag: Kräftige Gewitter mit Starkniederschlag

Mit der Anfeuchtung der Luft sowie nachlassendem Hochdruckeinfluss blieb die Luft über den Alpen auch gestern Montag trotz Temperaturrückgang instabil geschichtet. Im Tagesverlauf bildeten sich über den Bergen wie in den Vortagen verbreitet Hitzegewitter, welche sich aufgrund der sehr schwachen Strömung kaum oder nur sehr langsam verlagerten. Entsprechend kam es lokal zu sehr hohen Niederschlagsmengen, oft begleitet von kleinkörnigem Hagel.

Spitzenreiter bei den Messstationen waren die Partnerstation Oberläger bei Grindelwald (Kanton Bern) sowie Beznau mit knapp 50 mm in nur einer Stunde. Beznau wurde am späten Abend von einem Gewitter getroffen, welches fast 50 mm in 60 min brachte. Ein solch hoher Wert ist an diesem Standort nur alle paar Jahrzehnte zu erwarten (siehe auch Extremwertanalyse). Mit Ausnahme dieser Zelle am Nordrand der Schweiz wurde das Flachland von den Gewittern grösstenteils ausgespart.

Auch die Region Thun wurde von einem heftigen Gewitter getroffen. Verbreitet erreichten uns Bilder von kleinem bis mittelgrossem Hagel, wie hier in Oberhof am Thunersee.
Auch die Region Thun wurde von einem heftigen Gewitter getroffen. Verbreitet erreichten uns Bilder von kleinem bis mittelgrossem Hagel, wie hier in Oberhof am Thunersee. (Quelle: Meteomeldungen/MeteoSwiss App)

Heute erneut Hitzegewitter, morgen Mittwoch folgt die Kaltfront

Heute Dienstag haben wir eine ähnliche Situation. Wiederum bilden sich aktuell über den Bergen teils kräftige Gewitter, welche sich mit schwachen bis mässigen südwestlichen Höhenwinden zumindest langsam verlagern und zum Teil auch ins Flachland ziehen.

Die (humorvolle) Frontenkarte des Frühschichtmeteorologen zeigt nur wenige Isobaren über Mitteleuropa. Solch flache Druckverteilungen in Kombination mit feuchter und warmer Luft sind über den Bergen in den Sommermonaten fast schon ein Garant für Gewitter.
Die (humorvolle) Frontenkarte des Frühschichtmeteorologen zeigt nur wenige Isobaren über Mitteleuropa. Solch flache Druckverteilungen in Kombination mit feuchter und warmer Luft sind über den Bergen in den Sommermonaten fast schon ein Garant für Gewitter. (Quelle: MeteoSchweiz, D. Buck)

Nach einer Beruhigung in der ersten Nachthälfte erreicht uns morgen Mittwoch gekoppelt an ein besonders in der Höhe ausgeprägtes Tief die eigentliche Kaltfront. Dabei wird die energiereiche Luft grossflächig aktiviert und es bilden sich verbreitet und wiederholt Schauer und kräftige Gewitter. Der Schwerpunkt der gewittrigen Niederschläge ist vom Alpennordhang bis zur Bodenseeregion zu erwarten. Weniger betroffen ist voraussichtlich die Westschweiz und die Alpensüdseite.

Verschiedene Modellösungen der 24-stündigen Niederschlagsummen von Dienstag bis Mittwochabend. Besonders den zentralen und östlichen Voralpen entlang dürften verbreitet 30 bis 50 mm fallen. ICON-CH1-EPS, 09 UTC Lauf vom 30. Juni 2026
Verschiedene Modellösungen der 24-stündigen Niederschlagsummen von Dienstag bis Mittwochabend. Besonders den zentralen und östlichen Voralpen entlang dürften verbreitet 30 bis 50 mm fallen. ICON-CH1-EPS, 09 UTC Lauf vom 30. Juni 2026 (MeteoSchweiz)

Ab Mittwochabend fliesst aus Nordwesten rasch weniger warme, trockenere und stabilere Luft zur Schweiz. Damit beruhigt sich das Wetter rasch und uns erwartet am Donnerstag nach einem kühlen Morgen ein angenehmer und sonniger Sommertag. Auf der Alpensüdseite bleibt es weiterhin heiss.

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