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Nach der kalten zweiten Monatsdekade wurde es innerhalb weniger Tage, vom 20. auf den 23. Mai 2026, schweizweit heiss. Es begann mit der Hitze im Rhonetal, auf der Alpensüdseite und lokal im Mittelland und im Jura. Vom 25. bis zum 27. Mai wies eine wachsende Anzahl Messstandorte im Tessin und auf der Alpennordseite Tageshöchstwerte von 30 °C und mehr auf (sogenannte Hitzetage). 

Neue Temperaturrekorde

Auch die Temperaturen stiegen in diesen Tagen an den meisten Messstandorten. In Sion kletterten die Werte von maximal 32,4 °C am 24. Mai auf 34,2 °C am 27. Mai. Dort ist der Wert vom 27. Mai die bisher zweitheisseste Temperatur, die je in einem Mai gemessen wurde. In Biasca wurde mit 34,8 °C am 28. Mai der höchste Wert erreicht, der jemals im Mai südlich der Alpen gemessen wurde. Er liegt nur 0,3 °C unter dem nationalen Mai-Rekordwert der Schweiz (35,1 °C in Sion am 25. Mai 2009). Auch im Schweizer Mittelland erreichten die Tagesmaxima vom 26.5. bis 28.5. verbreitet Werte über 30 °C, in Basel-Binningen maximal 32,5 °C. 

Temperatuverläufe Ende Mai 2026 an verschiedenen Messstandorten von MeteoSchweiz
Abbildung 1: Verlauf der Tagesmaximumtemperaturen (°C) vom 21. bis 31. Mai 2026 an fünf ausgewählten Messstationen mit Hitzetagen. (MeteoSchweiz)

Am 26. und 27. Mai verzeichneten viele Messstationen die höchste jemals im Mai gemessene Temperatur, besonders auch Standorte in höhergelegenen Regionen. Beispiele dafür sind Poschiavo mit 30,1 °C, Disentis mit 28,7 °C, Grächen mit 25,4 °C und Scuol mit 30,4 °C. Weiter fielen Rekorde an Stationen im Goms, im Unterengadin und im Jura. 

An einigen Standorten, verteilt über die ganze Schweiz, wurden auch neue Mairekorde der Tagesminimumtemperatur erreicht. Locarno/Monti hatte am 27.5. erst zum vierten Mal in der Messgeschichte seit 1901 eine Tropennacht in einem Mai mit einer neuen Rekord-Minimumtemperatur von 20,6 °C. 

Einige Hitzetage und eine bemerkenswerte Hitzeperiode

Die grösste Anzahl Hitzetage im vergangenen Mai wurde in Visp erreicht. Dort wurden 30 °C und mehr an zehn Tagen erreicht. Chur, Sion und Biasca zählten acht Hitzetage. Fünf bis sechs Hitzetage gab es an einigen Standorten im Mittelland und auf der Alpensüdseite. Das sind neue Rekordwerte an den meisten dieser Stationen. Eine Ausnahme ist Basel/Binningen, wo es im Frühling 1945 schon einmal sechs Hitzetage zu melden gab. 

In Luzern und Neuchâtel, zwei Messstandorten mit über 140-jährigen Messreihen der Tagesmaximumtemperatur, wurden zum ersten Mal in der Messgeschichte fünf Hitzetage in einem Frühlingsmonat registriert. In Luzern gab es seit 1886 erst neun Frühlinge mit mindestens einem Hitzetag, in Neuchâtel wurde dies vor dem Mai 2026 sogar erst viermal seit 1864 erreicht. 

Die Hitzeperiode im Mai 2026 war also durchwegs aussergewöhnlich. Dies zeigt sich auch in Bezug auf die mittlere Maximaltemperatur über mehrere Tage. An vielen Messstandorten wurde im vergangenen Mai die wärmste 7-tägige Periode seit Messbeginn in einem Frühling festgestellt. Auch hier stechen Luzern und Neuchâtel heraus, wo das Mittel der Tagesmaxima über sieben Tage bei knapp 30 °C (Neuchâtel: 29,94 °C) oder darüber (Luzern: 30,19 °C) lag.

Mehr Hitze in Zukunft

Heute hat eine mehrtägige Hitzeperiode im Mai noch Seltenheitswert. Der Klimawandel trägt aber dazu bei, dass Hitze immer früher, in immer grösserer Höhe und intensiver auftritt und länger dauert. Die Höchsttemperaturen in der Schweiz steigen zudem erheblich stärker als die Durchschnittstemperaturen.

Extremere Hitze