Bevor wir uns die Prognosen anschauen, werfen wir einen kurzen Blick auf die Warnkriterien für Hitze. MeteoSchweiz spricht von einer Hitzewelle, sobald eine Warnung der Stufe 3 (Orange) ausgegeben wird. Das Kriterium für eine Warnstufe 3 wiederum ist eine Hitzeperiode von mindestens 3 Tagen mit Tagesmitteltemperaturen über 25 Grad. Die Tagesmitteltemperatur kann grob mit folgender Formel genähert werden:
Tagesmitteltemperatur = (Tagesminimum + Tagesmaximum) / 2
Konkretes Beispiel: Wenn der Tiefstwert bei 15 Grad liegt und der Höchstwert bei 33 Grad, reicht es «nur» für eine Tagesmitteltemperatur von (15 + 33) / 2 = 24 Grad. Entscheidend für eine Hitzewarnung sind also nicht nur hohe Temperaturen tagsüber, sondern auch warme Nächte.
Die Schwellenwerte und Kriterien des Hitzewarnkonzeptes wurden auf der Grundlage von neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen durch das Schweizerische Tropen- und Public Health-Institut (Swiss TPH) festgelegt. Die epidemiologischen Auswertungen zeigen, dass die Tagesmitteltemperatur gut mit den Auswirkungen der Hitzebelastung korreliert, speziell mit der Sterblichkeit.
Neben den hohen Tageshöchstwerten haben auch hohe nächtliche Temperaturen einen negativen Einfluss auf den menschlichen Organismus. Wenn die Nächte nicht ausreichend kühl sind, kann sich der Körper kaum erholen und die Hitzebelastung wird schlechter verkraftet.
Nebst der Mitteltemperatur wird auch noch die Dauer der Hitze bei der Warnung berücksichtig. Diese Überlegungen führen zu folgender Tabelle, mit welcher die Warnstufe bestimmt wird.


Die Wettermodelle sind sich einig darüber, dass ab Mittwoch bis zum Wochenende ein umfangreiches Hoch mit Kern über Mittel- und Südeuropa die Oberhand gewinnen wird. Einzige grössere Unsicherheit ist eine vorübergehende Störung am Freitag, die unter Umständen verbreitet für heftige Gewitter sorgen könnte (nicht dargestellt). Diese Entwicklung muss aber erst noch in den kommenden Tagen bestätigt werden.

Bis kommenden Sonntag sind sich die verschiedenen Lösungen des Modell-Ensembles des ECMWF (oben dargestellt) recht einig. Der Höhepunkt der Hitzeperiode dürfte demnach am Sonntag 21. Juni oder am Montag 22. Juni erreicht werden. Auch danach ist eine deutliche Abkühlung allerdings kaum zu erwarten. Die Temperaturen bleiben wahrscheinlich bis auf Weiteres oberhalb der Norm für diese Jahreszeit.

Wenn sich die Modellunterlagen nicht mehr deutlich ändern, wird MeteoSchweiz am Dienstag 16. Juni eine Vorwarnung vor Hitze und am Mittwoch 17. Juni eine Hitzewarnung ausgeben. Dauer der Hitzeperiode und Warnstufe derselben müssen kurzfristig genauer eruiert werden.
Weiterführende Informationen: