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Obwohl dieses Jahr eine Phase kalter Witterung pünktlich zu den Eisheiligen in der ersten Monatshälfte einsetzte (mehr Informationen dazu im MeteoSchweiz-Blog vom 12. Mai 2026), vermochte das die allgemein verfrühte Vegetationsentwicklung kaum auszubremsen. Alle im Monat Mai relevanten phänologischen Phasen setzten deutlich früher als im langjährigen Mittel ein (Tabelle 1). 

Tabelle mit dem Datum des Auftretens verschiedener phänologischer Phasen im Mai
Tabelle 1: Beobachtete Vegetationsentwicklung für den Monat Mai im schweizweiten Mittel über alle Höhenlagen nach vorläufigen Berechnungen. Stand der Berechnungen ist der 26.05.26, an dem je nach Vegetationsphase 20-60% der Stationen die Phase bereits gemeldet haben. Es ist jeweils die Pflanze, die Vegetationsphase, das Datum, an dem die Vegetationsphase beobachtet wurde, der Referenzwert (1991-2020) und die Abweichung in Tagen vom Referenzwert angegeben. Das statistische Verfahren für die Berechnung der schweizweiten Mittelwerte berücksichtigt systematische Unterschiede im Auftre-tenszeitpunkt einer Vegetationsphase zwischen verschiedenen Stationshöhen, indem es die Mittelwerte für eine mittlere Referenzhöhe von 700 m ü. M. berechnet. (MeteoSchweiz)
Wiese mit blühenden Margeriten
Abbildung 1: Wiesen-Margeriten in voller Blüte am 25.Mai 2026 in Erlinsbach. (Bild: Meteomeldungen, MeteoSwiss-App)

So stand die Margerite schweizweit bereits ab dem 6. Mai in Blüte, etwa zwei Wochen früher als üblich und auch Schwarzer Holunder und die Robinie blühten deutlich verfrüht (Tabelle 1, und Abbildungen 1 und 2).

Zeitreihe der Blüte des Schwarzen Holunders
Abbildung 2: Blüte (50%) des Schwarzen Holunders im schweizweiten Mittel über alle Stationen seit 1951. Balken (dunkelgrün später als das langjährige Mittel, hellgrün früher) und ein schwarzer Punkt zeigen den Mittelwert aller Stationen an, die dünnen Linien die Variabilität (Standardfehler) zwischen den Stationen. Schwarz gestrichelte Linie, das langjährige Mittel 1991-2020, schwarz durchgezogene Linie der geglättete 5-jährige gleitende Mittelwert. Die Daten für 2026 sind vorläufig, noch liegen Meldungen erst von ca. 40% aller Stationen vor. (MeteoSchweiz)
Zeitreihe des Beginns der Heuernte
Abbildung 3: Wie Abbildung 2, aber für den Beginn der Heuernte. Die Daten für 2026 sind vorläufig, noch liegen Meldungen erst von ca. 40% aller Stationen vor. (MeteoSchweiz)

Das starke Wachstum der Wiesengräser bereits im April und die sonnige, trockene Witterung Anfang Mai veranlasste die Bäuerinnen und Bauern zu einem sehr frühen Beginn der Heuernte (Abbildung 3). Schweizweit war die Heuernte bereits ab dem 11. Mai registriert, 16 Tage früher als im Mittel 1991-2020, und der früheste Termin seit Beginn der systematischen phänologischen Messungen 1951. Allerdings wird in den letzten Jahren der erste Grasschnitt vermehrt früher angesetzt und maschinell nachgetrocknet, was einen Teil des sehr frühen Beginns der Ernte erklären kann. Nach der Kälte Mitte Monat setzte in der zweiten Monatshälfte eine markante Hitzewelle ein mit wiederum trockenem und sonnigem Wetter, was weiter für die Heuernte genutzt wurde (Abbildung 4).

Abbildung 4: Heuernte am 26. Mai 2026 bei Zürich-Affoltern. (Bild: Eliane Thürig)