Die Hitzeperiode, die wir gerade erlebt haben, wurde am Sonntag unterbrochen, als eine Kaltfront über die Schweiz zog und gebietsweise Schauer und Gewitter auslöste. Während die neue Woche unter stabilen und trockenen Bedingungen begonnen hat, wird es in den nächsten Tagen nicht so ruhig bleiben, da mehrere neue Störungen erwartet werden.

Das ausgedehnte Hochdruckgebiet über Europa, das Ende Mai fast zehn Tage lang für trockenes und warmes Wetter gesorgt hat, ist nun einer dynamischeren und feuchteren Westströmung gewichen. Wie die obige Animation zeigt, wird am Dienstagnachmittag eine Kaltfront in die Schweiz ziehen und damit für sinkende Temperaturen sorgen. Zwischen Donnerstag und Freitag zieht eine weitere Kaltfront in Richtung Alpen. Diese beiden Störungsdurchzüge werden von Niederschlägen begleitet, die teilweise gewittrig ausfallen können. Auf Grund der herrschenden Dürre (siehe aktuelle Trockenheitswarnung der Stufe 2) sind diese Niederschläge sehr willkommen.
Trotz sinkender Temperaturen und mässiger Sonneneinstrahlung ist am Dienstagnachmittag höchstwahrscheinlich mit Gewitterbildung zu rechnen. Die Luftmasse wird nämlich instabil genug sein, um die Bildung von Gewitterzellen vor, während und sogar nach dem Durchzug der Front zu ermöglichen.

Morgen werden tatsächlich eine Reihe von Kriterien erfüllt sein, die die Entstehung von Gewittern begünstigen. Die potenzielle Konvektionsenergie (auf Englisch abgekürzt als CAPE) wird beispielsweise mit Werten von 800 bis 1000 J/kg im Allgemeinen und lokal bis zu 1500 J/kg nicht zu vernachlässigen sein. Die Windscherung, also der Unterschied in der Windgeschwindigkeit zwischen dem Boden und der mittleren Troposphäre, könnte ebenfalls die Bildung zahlreicher Gewitterzellen begünstigen. Bei windarmen Situationen neigen die Gewitter hingegen dazu, sich von selbst aufzulösen. Der Durchzug einer Frontalzone dürfte zudem für die notwendige Hebung sorgen, die für organisierte Gewitter eine notwendige Bedingung ist.

Unter Berücksichtigung dieser verschiedenen Faktoren könnten morgen Gewitter auftreten, die lokal mit starken Niederschlagsmengen (10 bis 20 mm in 3 Stunden) und Windböen von lokal über 70 km/h einhergehen. Die Bedingungen scheinen derzeit nicht günstig für besonders hagelreiche Gewitter zu sein, doch könnten unter den aktivsten Zellen dennoch kleine Hagelkörner fallen.
Wie immer bei Gewittern besteht derzeit noch grosse Unsicherheit hinsichtlich der Lage und der Intensität möglicher Gewitter.
Zu beachten ist zudem, dass beim Durchzug der Front in den östlichen Voralpen die höchsten Niederschlagsmengen nördlich der Alpen erwartet werden, weshalb bereits heute Montag eine Warnung der Stufe 2 vor starken Niederschlägen ausgegeben wurde. Südlich der Alpen dürften auch das zentrale und südliche Tessin von starken Niederschlagsmengen betroffen sein. Auch für diese Gebiete gilt eine Warnung der Stufe 2.
Sobald sich die letzten Restniederschläge am Mittwochmorgen verzogen haben, dürfte die Sonne vorübergehend wieder die Oberhand gewinnen und für einen erneut trockeneren und stabileren Tag sorgen. Am Donnerstag erreicht eine neue Kaltfront unsere Regionen, diesmal jedoch in einer weitaus weniger instabilen Luftmasse. Gewitterentwicklungen sind daher derzeit deutlich weniger wahrscheinlich. Die Niederschlagsmengen dürften gering bleiben und sich vor allem nicht auf kurze Zeiträume konzentrieren, wie es bei Gewittern meist der Fall ist.
Ab Freitag und an den folgenden Tagen könnte uns stabileres und trockeneres Wetter begleiten. Diese Tendenz muss allerdings noch bestätigt werden.