Das Projekt ENANDES+ zeigt, wie Wetter- und Klimadienstleistungen in Südamerika konkreten Nutzen schaffen – für Landwirtschaft und Katastrophenschutz.

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Das Projekt ENANDES+ zeigt, wie Wetter- und Klimadienstleistungen in Südamerika konkreten Nutzen schaffen – für Landwirtschaft und Katastrophenschutz.

Was 2012 als Zusammenarbeit zwischen MeteoSchweiz und dem peruanischen Wetterdienst begann, hat sich zum regionalen Projekt ENANDES+ (Enhancing Adaptive Capacity of Andean Communities through Climate Services) entwickelt. Ab 2014 wurden in Peru erstmals Studien durchgeführt, die den gesellschaftlichen Nutzen verbesserter Wetter- und Klimainformationen für die Landwirtschaft abschätzten und die Ergebnisse politischen Entscheidungsträgern zugänglich machten. Die Ergebnisse überzeugten - und die Schweizer Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) finanziert nun die Ausweitung dieses Ansatzes auf Argentinien, Bolivien, Ecuador und Peru.
Präzise Wetter- und Klimainformationen sowie Warnungen zu beispielsweise Dürre retten Leben und schützen Ernten. Doch dieser Nutzen bleibt oft unsichtbar – weil niemand systematisch erfasst, was dank einer Frühwarnung nicht passiert ist.
Genau das leisten Studien zum gesellschaftlichen Nutzen für die lokale Bevölkerung: Sie machen sichtbar, was verbesserte Wetter- und Klimainformationen wirklich bringen - für Kleinbauern, die Frostvorhersagen in ihre Anbauplanung einbeziehen, für Wasserversorger, die Dürreprognosen nutzen, oder für Behörden, die rechtzeitig Schutzmassnahmen einleiten können.
Diese Evidenz stärkt die Position der Wetterdienste gegenüber politischen Entscheidungsträgern und schafft die Grundlage dafür, dass sie langfristig ausreichend finanziert werden. Aus diesem Grund werden seit Anfang 2025 in den oben genannten vier ENANDES+-Partnerländern Argentinien, Bolivien, Ecuador und Peru Studien durchgeführt, die den konkreten Nutzen von präziseren Wetter- und Klimainformationen aufzeigen.
Jeder Wetterdienst in den vier Partnerländern führt eine eigene Studie in einer konkreten Region durch: In Peru beispielsweise untersucht ein Team des dortigen Wetterdienstes das Wassereinzugsgebiet des Flusses Rimac. Das Ziel der Studie ist es, den Nutzen von Wetter- und Klimainformationen für Hochwasserwarnungen abzuschätzen, sowie den Informationsfluss zwischen den zuständigen Stellen im Katastrophenschutz zu analysieren und zu verbessern. Dafür sammelt das Team vor Ort in über 30 Interviews vorwiegend qualitative Informationen. Diese werden analysiert und für den Politikdialog aufbereitet.

Auch Bolivien untersucht den Nutzen von Wetter- und Klimainformationen: Der Fokus liegt hier bei den Kleinbauern in der Hochlandregion Betanzos, wo in Zusammenarbeit mit der Universität Cochabamba untersucht wird, welchen Einfluss Informationen und Warnungen zu Dürre und Frost auf den Schutz der Ernte haben.
In allen Ländern wird gleichzeitig daran gearbeitet, den Dialog zwischen den Wetterdiensten einerseits und den Nutzerinnen und Nutzern andererseits zu verbessern. Das Ziel ist, dass Wetter- und Klimainformationen auch wirklich dort ankommen und verstanden werden, wo sie gebraucht werden.

Die Berner Fachhochschule HAFL begleitet die Wetterdienste unter der Leitung von MeteoSchweiz - nicht als Auftragsnehmerin, sondern als Coach. Gemeinsam mit den regionalen WMO-Trainingszentren führte sie einen Ausbildungszyklus durch: von der Studienplanung über Befragungsmethoden bis zur Auswertung der Ergebnisse. Dabei gab die HAFL vor Ort auch ihr Wissen zu Datenerhebung und -auswertung weiter, bis die Wetterdienste dies selbstständig weiterführen konnten.
Damit das erworbene Wissen dauerhaft erhalten bleibt, vernetzt die HAFL die Wetterdienste gezielt mit lokalen Universitäten. Das Ziel: Die Länder sollen künftig selbst in der Lage sein, den Nutzen ihrer Klimadienstleistungen klar zu belegen und diesen gegenüber politischen Entscheidungsträgern überzeugend zu vertreten. So können sie die nötigen Ressourcen für ihre Wetterdienste langfristig sichern.