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Weinreben sowie Sommer- und Winterlinden blühen im Flachland sehr früh

Die Weinreben im Flachland blühten 2026 ausgesprochen früh. Einige Stationen nördlich der Alpen melden die Weinblüte Ende Mai und in der ersten Juniwoche, 2-3 Wochen früher als im langjährigen Mittel (1991-2020), beispielsweise in Liestal am 30.5., 14 Tage früher, in Zürich/Fluntern am 2.6., 17 Tage früher, oder Estavayer-le-Lac bereits am 23.5., 23 Tage früher.

Schweizweit machten sich in der ersten Junihälfte die Linden mit ihrem markanten Duft bemerkbar (Abbildung 1). Die Lindenblüte begann mit den Sommerlinden ab Anfang Juni. Etwa 10 Tage später folgte die Winterlinde ab Mitte Juni. Damit hatten beide einen Vorsprung von ca. 10 Tagen verglichen zum langjährigen Mittel (Tabelle 1). Linden reagieren auf die Temperatur im Frühjahr insbesondere die Monate März bis Juni. Der Frühling 2026 war 1.6°C wärmer als im Mittel 1991-2020 und der drittwärmste seit Messbeginn 1864 (siehe Klimabulletin). Entsprechend rangiert auch das schweizweite Mittel der Blüte (50%) der Sommerlinde nach vorläufigen Daten (Stand 24.06.26) auf Rang 4, und die Blüte (50%) der Winterlinde gar auf Rang 2 seit Beginn der phänologischen Messungen in den 1950er-Jahren (Abbildung 2).

Tabelle mit verschiedenen Pflanzen und Daten.
Tabelle 1: Beobachtete Vegetationsentwicklung für den Monat Juni im schweizweiten Mittel über alle Höhenlagen nach vorläufigen Berechnungen. Stand der Berechnungen ist der 24.06.26, an dem erst ein Teil der Stationen die Phase bereits gemeldet haben. Es ist jeweils die Pflanze, die Vegetationsphase, das Datum, an dem die Vegetationsphase beobachtet wurde, der Referenzwert (1991-2020) und die Abweichung in Tagen vom Referenzwert angegeben. Das statistische Verfahren für die Berechnung der schweizweiten Mittelwerte berücksichtigt systematische Unterschiede im Auftretenszeitpunkt einer Vegetationsphase zwischen verschiedenen Stationshöhen, indem es die Mittelwerte für eine mittlere Referenzhöhe von 700 m ü. M. berechnet. (Quelle: MeteoSchweiz)

Frühsommer in den Bergen

In den Bergen setzte ab Anfang Juni der Frühsommer ein. Die Margerite und Vogelbeeren blühten im Engadin oberhalb 1800m ab Anfang Juni, etwa 2 Wochen früher als üblich. Auch das Knaulgras blühte hier bereits ab Mitte des Monats. In den mittleren Höhenlagen der Alpen zwischen 800 bis 1200 m blühte der schwarze Holunder in der ersten Junihälfte, beispielsweise in Vals am 20.6., 11 Tage früher, oder in Adelboden am 13.6, 22 Tage früher als im Mittel.

Erste Früchte bereits im Juni

Erste Früchte des roten Holunders wurden in Lagen unterhalb 800m verbreitet beobachtet, etwa in Altdorf am 5.6., 20 Tage früher, in Laufenburg am 10.6., 22 Tage früher, in Rafz am 19.6., 15 Tage früher und in Linthal am 20.6., 17 Tage früher. Die zweite Junihälfte war geprägt von einer markanten Hitzewelle und überwiegend trockener Witterung, was die Vegetation zunehmend belastet.    

Früchte des roten Holunders
Abbildung 3: Früchte des roten Holunders in Zürich am 15. Juni 2026 (Foto: Barbara Pietragalla)