Die anhaltende Trockenheit, starke Hitze und kräftige Winde haben in den vergangenen Wochen zu verheerenden Waldbränden in Süd- und Südwesteuropa geführt. Die Bilder von dunklen Rauchwolken und Berichte über die Evakuierung mehrerer Hunderttausend Menschen sind in vielen Medien präsent. Wie stark ist die Schweiz von diesem Risiko betroffen?
Waldbrände in der Schweiz
In der Vergangenheit gab es auch hierzulande einige prominente Waldbrände, wie beispielsweise jener in Leuk VS (August 2003), Visp VS (April 2011), Gambarogno TI (Januar 2022) und Bitsch VS (Juli 2023). Gründe für die Entstehung und Ausbreitung eines Waldbrandes finden sich zum einen in der Menge und der Trockenheit des vorhandenen Brandguts, im Gelände und in menschlichen Aktivitäten. Schätzungsweise 90 Prozent der Waldbrände in der Schweiz werden direkt oder indirekt durch Menschen verursacht (mehr Informationen zu Ursachen, Prävention und zum Management sind beim BAFU zu finden). Zum anderen ist aber das Wetter entscheidend - und so wird im Folgenden das “Feuerwetter” genauer untersucht.
Meteorologische Einflussfaktoren: Feuerwetter-Index
Die wichtigsten meteorologischen Einflussfaktoren sind die Lufttemperatur, der Niederschlag, die Luftfeuchtigkeit und der Wind. Dabei geht es nicht nur um das momentane Wetter, sondern auch um die Verhältnisse in den zurückliegenden Monaten. So erhöht eine lange trockene und heisse Phase die Menge an trockenem, brennbarem Material. Umgekehrt kann ein feuchtes Frühjahr paradoxerweise auch zur Waldbrandgefahr beitragen: Die Biomasseproduktion wird im Frühjahr erhöht, woraus im Falle von folgender Trockenheit mehr brennbare Biomasse als üblich resultiert. Das war auch bei den diesjährigen Bränden in Südwesteuropa der Fall.