Extrem warme Nächte
Der Sommer 2026 zeichnete sich auch durch sehr warme Nächte aus. Dementsprechend erreichte die Tagesminimum-Temperatur an total 27 Standorten, verteilt über die ganze Schweiz, einen neuen Höchstwert. Das bisher höchste Tagesminimum wurde am 27. Juni 2026 in Lugano mit 25,3 °C und am 19. Juni 2013 in Meiringen registriert. Am 27. Juni 2026 gab es auch in erstaunlicher Höhe Minimaltemperaturen über 20 °C, so z.B. auf dem Chasseral (1594 m ü. M.) und auf dem Chaumont (1136 m ü. M.).
In der Nacht sorgt der städtische Wärmeinsel-Effekt für höhere Temperaturen in Städten als im ländlichen Umland. Hauptgrund dafür ist die verminderte Abstrahlung und die verstärkte Wärmespeicherung in der Stadt. Das sorgte bei der Bevölkerung in den urbanen Gebieten in diesem Sommer oft für unruhigen Schlaf. Ein gutes Beispiel dafür ist die Stadtstation Kaserne in Zürich (Quelle: Bundesamt für Umwelt). Die höchste Tagesminimumtemperatur im Sommer 2026 bei der Kaserne betrug 24,2 °C (26.06.2026). An der ländlicheren Vergleichsstation Zürich/Affoltern wurden maximal 19,7 °C gemessen (28.06.2026).
Eine Hitzeperiode nach der anderen
Am meisten in Erinnerung bleiben dürfte uns vom Sommer 2026 die eindrückliche Anzahl von heissen Tagen und warmen Nächten. Nachdem es schon im Mai lokal erste Hitzetage (Tage mit Maximaltemperaturen von 30 °C und mehr) und neue Frühlingsrekorde zu verzeichnen gab, begann der Juni eher kühl. In der zweiten Junihälfte trat beidseits der Alpen die erste Hitzeperiode des meteorologischen Sommers auf und erreichte in Bezug auf Intensität (Höchsttemperaturen) und Dauer ein historisches Ausmass. Über 10 Tage gemittelt (19. bis 28. Juni) erreichten die Tagesmaxima an einigen Messstandorten einen neuen Allzeitrekord. Noch nie zuvor gab es seit Messbeginn vor rund 125 bis 160 Jahren eine heissere 10-Tages-Periode. Das Auftreten dieser Hitzeperiode im Juni war im Hinblick auf den frühen Zeitpunkt im Sommer beispiellos. Während sich auf der Alpennordseite regional 12-13 Hitzetage aneinanderreihten.
In der Südschweiz ging es bis am 19. August praktisch nahtlos weiter mit Hitzetagen. Nur vereinzelt sanken die Tagesmaxima unter 30 °C, so z.B. in Locarno/Monti am 1. Juli, am 26. Juli, am 7. und 17. August. Nordseits der Alpen gab es ein paar Tage mehr zum Verschnaufen. Nach der Juni-Hitze gab es etwa in der ersten Julihälfte noch einmal bis 14 Hitzetage in Folge, danach etwa eine Woche mit tieferen Temperaturen. Die Hitze kam auf der Alpennordseite am 28. Juli zurück und blieb praktisch pausenlos bis am 16. August. Auf der Alpennordseite war der 18. und 19. August lokal auch nochmal ein Hitzetag. Am 14. August wurden an einigen Standorten neue Höchsttemperaturen für August registriert. Erst in den letzten beiden Augustwochen entspannte sich die Lage ein wenig, das Wetter wurde wechselhafter.